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Levin Öztunali, ehemaliger Spieler des SV Werder Bremen, will mit dem  1. FSV Mainz 05 auch gegen seinen Ex-Club jubeln.

Klemm-Brett vor Werder gegen Mainz

Ex-Bremer Levin Öztunali im Interview: „Ich habe bei Werder viel gelernt“

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner des SV Werder Bremen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 16. Spieltag gegen Mainz 05 mit Levin Öztunali im Interview, Mainz im Form-Check und Statistiken.

Levin Öztunali von Mainz 05 im Interview

Levin Öztunali absolvierte in anderthalb Jahren (2015 bis 16) für Werder Bremen 41 Bundesliga-Spiele, in denen er zwei Tore und sieben Vorlagen zum Klassenerhalt beisteuern konnte. Vor dem Aufeinandertreffen von Werder Bremen und dem 1. FSV Mainz 05 am Dienstag (18.30 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) spricht der 23-Jährige im Interview mit der DeichStube über die schwache Saison des SV Werder Bremen, den Abstiegskampf mit Mainz 05 und seine Rückkehr ins Weserstadion.

Welche Erinnerungen haben Sie an Werder? Und freuen Sie sich auf die Rückkehr ins Weserstadion?

Ich habe die Zeit positiv in Erinnerung, weil ich viel gelernt habe. Werder war damals in einer sportlich schwierigen Situation, als ich gekommen bin. Am Ende haben wir dann aber gemeinsam den Klassenerhalt feiern können.

War Bremen im Vergleich zu Ihren früheren Klubs HSV und Leverkusen die Station in Ihrer Laufbahn, an der Sie in der Ausbildungsphase am meisten gelernt haben?

In Bremen hab ich wichtige Erfahrungen machen dürfen und die Chance bekommen, in jungen Jahren viel in der Bundesliga zu spielen. Somit war die Zeit dort für meine persönliche Entwicklung sehr gut. In Leverkusen hatte ich die Möglichkeit, meine ersten Schritte im Profifußball zu machen. Und in Hamburg hab ich die Nachwuchsmannschaften durchlaufen. Daher hat mich jede Station geprägt.

Wie beurteilen Sie im Nachhinein den Wechsel zu Mainz 05 im Jahr 2016?

Als gute Entscheidung. Der FSV bietet ein Umfeld, in dem es leicht ist, sich auf die persönliche Entwicklung zu fokussieren. Hier wird jungen Spielern die nötige Zeit und Ruhe gegeben, den nächsten Schritt zu machen.

Kann Mainz mit dem neuen Trainer Achim Beierlorzer den Klassenerhalt schaffen?

Ich habe unabhängig vom Trainer nie daran gezweifelt, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Wir haben eine gute Mannschaft zusammen, haben Erfahrung damit, gemeinsam auch schwierige Phasen überwinden zu können. Und wir haben nun mit Achim Beierlorzer einen guten Trainer, der uns mit seiner klaren, positiven Ansprache optimal auf die Gegner einstellt.

Was kann Werder in dieser Saison noch erreichen?

Auch wenn die Hinrunde bislang vielleicht noch nicht ihren Erwartungen entspricht, denke ich, dass Werder Bremen wieder ins obere Tabellendrittel stoßen kann. Sie haben viel individuelle Qualität im Kader und einen guten Trainer sowie Fans, die sie nach vorne peitschen.

Jahrelang waren Sie Stammspieler in der Junioren-Nationalelf. Kollegen wie Waldschmidt, Koch oder Serdar haben schon bei Joachim Löw debütiert. Rechnen Sie sich auch Chancen aus, für die A-Nationalelf berufen zu werden?

Sicher wäre das eine große Ehre, aber ehrlich gesagt mache ich mir darüber im Moment überhaupt keine Gedanken. Der Fokus liegt für mich ganz klar darauf, erst einmal in der Bundesliga konstant meine Leistung abzurufen.

Wissenswertes vor dem Heimspiel von Werder Bremen gegen den 1. FSV Mainz 05: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Werder Bremen gegen Mainz 05: Clubs im Etat-Ranking in ähnlichen Sphären

Im Ranking, das die Personalkosten der Erstligisten abbildet, liegen Mainz und Werder relativ nah beieinander: Mainz gibt jährlich 44,48 Millionen Euro fürm den Bundesliga-Betrieb aus und liegt damit auf Rang 13. Werder ist einen Platz höher angesiedelt und gibt knapp 15 Millionen Euro mehr aus: 58,35 Millionen Euro im Liga-Etat.

Mainz 05 sorgt für echte Seltenheit

Eine seltene Bestmarke hat Mainz im ersten Spiel unter Beierlorzer aufgestellt: Als erste Mannschaft in der Liga-Historie gelang es, in Unterzahl vier Treffer in einem Auswärtsspiel zu erzielen. Die Rarität beim 5:1 in Hoffenheim.

Besondere Mainzer Trainerschule

Wer hätte das gedacht? Mainzer Trainerschule, es gibt sie. Jürgen Klopp und Thomas Tuchel sind die berühmten Repräsentanten, doch andere zählen auch dazu. Sie haben bei Mainz 05 gespielt oder haben dort ihre Laufbahn als Trainer im Nachwuchsbereich begonnen. Die Namen: Martin Schmidt, nun in Augsburg, Torsten Lieberknecht (MSV Duisburg), der in Gladbach beschäftigte Marco Rose und Sandro Schwarz, mit dem der Club aus der Karnevalshochburg in die Saison gestartet ist. 

Am zweiten Spieltag kam es zu einem Duell zweier Kandidaten, die eng befreundet sind: Mainz gegen Gladbach, Schwarz gegen Rose. „Wir sind beste Freunde“, sagte Schwarz vor der Partie, „doch wir machen beide unseren Job.“ Am Ende siegte der Liga-Neuling Rose, Patenonkel bei einem Schwarz-Sprössling, wie auch umgekehrt. Das Geheimnis der Mainzer Trainer-Akademie? Sandro Schwarz, inzwischen als Coach abgelöst, hat es verraten, indem er einen verstorbenen Trainer erwähnte: „Wolfgang Frank, er hat uns alle geprägt.“

Kurioser Trainer-Wechsel bei Mainz 05

Auf einmal ging alles sehr schnell. Neun Tage nach seiner Beurlaubung in Köln heuerte Achim Beierlorzer beim Tabellennachbarn Mainz 05 an. Der 51-Jährige unterzeichnete einen bis Sommer 2022 laufenden Vertrag. Der Platz in Mainz war frei geworden, nachdem einen Tag nach Beierlorzers Aus in Köln auch Kollege Sandro Schwarz freigestellt worden war. „Eine einvernehmliche Trennung“, wie es offiziell hieß. Kurios: Am 25. Oktober hatte der neue Mann auf der Bank des 1. FC Köln mit 1:3 in Mainz verloren. 

„Ein typischer Trainer für uns“, kommentierte Sportvorstand Rouven Schröder den „fliegenden Wechsel“. Er bezeichnete den Neuling als akribischen und reflektierten Fachmann, der über eine natürliche Autorität verfüge und das Talent habe, Spieler zu entwickeln. Sein erfolgloses Engagement in Köln sei nebensächlich. Schröder erinnerte an die glanzvolle Arbeit Beierlorzers in Regensburg: „Das lasse ich mir durch die drei oder vier Monate in Köln nicht kaputtreden.“ Beierlorzer selbst kündigte an, dass er einen aktiven und nach vorne orientierten Fußball spielen möchte „mit hoher Laufbereitschaft und Intensität.“

Jean-Phillippe Gbamin - der Königstransfer von Mainz 05

25 Millionen Euro kassierte Mainz in diesem Sommer für einen einzigen Spieler. Der Königstransfer von Sportvorstand Rouven Schröder: Jean-Philippe Gbamin, der hochtalentierte Spieler für das defensive Mittelfeld, wechselte zum FC Everton in die Premier League.

Form des 1. FSV Mainz 05 vor Spiel gegen Werder Bremen

Toller Zwischenspurt der Mainzer: Zu Beginn der Tätigkeit des neuen Trainers Beierlorzer landete die Truppe zwei spektakuläre Siege. Dem 5:1 in Hoffenheim folgte ein nicht minder beachtetes 2:1 im Rhein-Main-Derby gegen Frankfurt. Sechs Punkte auf der Habenseite, wichtige Zähler im Rennen im unteren Drittel der Tabelle, auch im Vergleich zu Werder. Der Höhenflug endete indes. In Augsburg gab es eine 1:2-Niederlage, wobei die Mainzer weitgehend chancenlos waren. Auch das Heimspiel gegen die wiedererstarkten Dortmunder ging mit 0:4 verloren. Zwischenstand: Mainz auf Rang 14, bisher 15 Zähler, einen Punkt mehr als Tabellennachbar Werder.

Werder Bremen: Bilanz gegen Mainz 05

Der SV Werder konnte bisher 15 Siege in 29 Begegnungen mit Mainz 05 einfahren. Demgegenüber stehen acht Niederlagen und sechs Unentschieden. Allein auf die Bundesliga bezogen ergeben sich ähnliche Zahlen: 13 Erfolge, sechs Remis sowie sieben Niederlagen. Auch die Bremer Heimbilanz in der Liga sieht positiv aus: Acht Siege, drei Niederlagen und zwei Unentschieden.

Höchster Sieg von Werder Bremen gegen Mainz 05

Es ist schon recht lange her, es geschah in der Bremer Glanzzeit. Im Oktober 2006 gelang Werder der höchste Sieg gegen die Rheinhessen: 6:1 in Mainz. Je zweimal trafen Klose und Hunt, je einmal Naldo und Diego. Für Mainz war Azaouagh erfolgreich.

Werder Bremen gegen Mainz 05: So lief das letzte Spiel

Im März diesen Jahres siegte Werder mit 3:1 gegen die Mainzer. Ex-Kapitän Max Kruse steuerte zwei Tore zum Sieg bei, Milot Rashica erzielte den dritten Bremer Treffer. Auf der Gegenseite war Robin Quaison erfolgreich.

Letzter Mainzer Auswärtssieg im Weserstadion

Das letzte Mainzer Erfolgserlebnis im Weserstadion liegt gerade mal drei Jahre zurück. Am 21. September 2016 entführte der Gast beim 2:1 drei Punkte. Malli und de Blasis machten den Erfolg perfekt, Hajrovic erzielte den Bremer Treffer.

Bester Bremer Torschütze gegen Mainz 05

Ein Spieler, der inzwischen längst für den HSV aktiv ist, liebte die Partien gegen Mainz. Die Rede ist von Aaron Hunt. Sieben Treffer gelangen ihm in elf Partien gegen die „Nullfünfer“. Hunt führt damit diese Liste vor Claudio Pizarro, der sechsmal erfolgreich war, an.

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