Nach seiner vergebenen Großchance gegen den FC St. Pauli schlägt sich Ilia Gruev von Werder Bremen die Hände über den Kopf.
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Nach seiner vergebenen Großchance gegen den FC St. Pauli schlägt sich Ilia Gruev von Werder Bremen die Hände über den Kopf.

Talent vergab Top-Chance gegen St. Pauli

Nicht getroffen, aber gelobt: Werder Bremen mit Ilia Gruevs Entwicklung zufrieden

Hamburg/Bremen - Es wäre mit ziemlicher Sicherheit der Siegtreffer gewesen, noch dazu sein allererstes Profi-Tor überhaupt. Kein Wunder also, dass Ilia Gruev in der 86. Minute während Werder Bremens Auswärtsspiel beim FC St. Pauli (1:1) enttäuscht die Hände über dem Kopf zusammenschlug und in die Knie ging, denn das war mehr als knapp gewesen. Nur um Haaresbreite hatte der 21-Jährige den Ball aus zentraler Position am Pfosten vorbeigesetzt, was ihm hinterher aber niemand zum Vorwurf machte. Im Gegenteil.

Bei Werder Bremen sind sie mehr als zufrieden mit der Entwicklung, die Ilia Gruev in dieser Saison genommen hat. „Wenn er in den vergangenen Wochen reinkam, war er sofort da“, hielt Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, am Sonntag im Gespräch mit der DeichStube fest. Und betonte: „Ich hätte ihm das Tor gegen St. Pauli wirklich gegönnt. Es wäre eine schöne Belohnung für seine gute Arbeit gewesen.“ Ähnlich hatte tags zuvor bereits Cheftrainer Ole Werner die Szene eingeordnet. „Es wäre schön gewesen, wenn er sich in der Situation belohnt hätte für eine gute zweite Hälfte, die er gespielt hat.“

Werder Bremen: Ilia Gruev macht noch Fehler, steht aber für eine „gewisse Verlässlichkeit in seinem Spiel“

Ilia Gruev war zum zweiten Durchgang für den ausgepumpten Nicolai Rapp ins Spiel gekommen und hatte die Rolle des Sechsers übernommen. Dort fühlt er sich auf dem Platz am wohlsten, kann seine Stärken am besten einbringen. „Er hat eine gewisse Verlässlichkeit in seinem Spiel“, lobte Fritz, dem natürlich nicht entgangen ist, dass Gruev auf dem Platz auch mal Fehler unterlaufen. Den bisher folgenschwersten leistete sich das Talent jüngst während des 1:1 des SV Werder Bremen gegen Sandhausen, als er mit einem Ballverlust den Gegentreffer einleitete. „Das sollte man nicht überbewerten“, sagte Fritz. Schließlich sei Gruev noch ein junger Spieler. In der Tat erlebt der Bulgare gerade seine erste Profisaison, in der er regelmäßig Spielzeit bekommt. Aktuell stehen 21 Einsätze (neun davon in der Startelf) für ihn zu Buche. Dabei hat Gruev durchaus gezeigt, dass man mit ihm für die Zukunft planen kann.

Werder Bremen: Verlängert bald auch Ilia Gruev seinen Vertrag?

In Felix Agu, Eren Dinkci und Romano Schmid hat Werder Bremen in den vergangenen Wochen gleich drei junge Spieler mit langfristigen Verträgen an den Verein gebunden. Nicht ausgeschlossen, dass Ilia Gruev bald der nächste ist. Der Vertrag des talentierten Mittelfeldspielers läuft noch bis Sommer 2023. Mögliche Konkurrenz für seine Position haben die Bremer in Dikeni Salifou (kommt zur neuen Saison aus der U19 des FC Augsburg) allerdings schon verpflichtet. (dco)

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