Marco Friedl und Niclas Füllkrug haben sich nach ihren groben Fehltritten bei Werder Bremen inzwischen längst rehabiliert. Das Duo besticht in den letzten Wochen mit hervorragender Form.
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Marco Friedl und Niclas Füllkrug haben sich nach ihren groben Fehltritten bei Werder Bremen inzwischen längst rehabiliert. Das Duo besticht in den letzten Wochen mit hervorragender Form.

Erst Problemfälle bei Werder, jetzt Leistungsträger

Sonderlob für Marco Friedl und Niclas Füllkrug: Sportchef Baumann lobt Reaktion der beiden Werder-Profis

Hannover – Der eine bereits am fünften Spieltag, der andere dann etwas später an Spieltag zehn. Marco Friedl und Niclas Füllkrug haben gemeinsam, dass sie während der Hinrunde beide aus wenig erfreulichen Gründen zum großen Gesprächsthema bei Werder Bremen wurden – und dass sie beide ganz offenbar die richtigen Lehren aus diesen Vorfällen gezogen haben. „Beide haben schnell Einsicht gezeigt, dass ihr Verhalten nicht gut war. Das war das Wichtigste“, lobte Sportchef Frank Baumann nach dem 4:1-Erfolg in Hannover – und betonte: „Sie haben die richtige Reaktion gezeigt.“

Zur Erinnerung: Marco Friedl war im August rund um das Heimspiel gegen Hansa Rostock bei Fans und Vereinsführung des SV Werder Bremen in Ungnade gefallen, weil er sich geweigert hatte, aufzulaufen und damit einen Wechsel zu Union Berlin erzwingen wollte, der letztlich aber platzte. In der Folge räumte der junge Österreicher seinen Fehler ein und meldete sich in seinem ersten Heimspiel nach dem Streik mit einem Treffer beim 3:0-Sieg gegen Heidenheim eindrucksvoll zurück.

Bis auf das Spiel gegen Schalke 04, als er wegen einer Corona-Infektion ausgefallen war, hat Friedl seit Ende September keine einzige Minute auf dem Platz mehr verpasst und mit ordentlichen bis guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. „Marco hat die Situation aus dem Sommer gut weggesteckt“, sagte Baumann, „schon zwei Tage nach dem Rostock-Spiel war er komplett wieder im Fokus und mit vollem Engagement dabei. Wir hatten keinen Zweifel, dass es mit ihm weiterhin gut funktionieren würde“. Und das tut es. Nicht nur, dass auf Marco Friedl in der Abwehrkette Verlass ist, gegen Hannover 96 erzielte er jüngst bereits sein drittes Saisontor und verbuchte seinen zweiten Assist.

Werder Bremen-Profis Marco Friedl und Niclas Füllkrug erst in Ungnade gefallen, dann durchgestartet

Der „Fall Füllkrug“ war im Oktober durchaus ähnlich gelagert, fand nur auf andere Art und Weise Ausdruck. Auch der Stürmer hatte im Sommer weggewollt, auch das hatte nicht geklappt. Nachdem er dann wegen anhaltender Torlosigkeit unter Trainer Markus Anfang seinen Stammplatz verlor, brodelte es von Woche zu Woche mehr in ihm. Im Anschluss an das 0:3 in Darmstadt entlud sich der ganze Frust: Niclas Füllkrug leistete sich verbale Entgleisungen gegenüber Clemens Fritz, dem Leiter Profi-Fußball, für die er sich im Nachgang entschuldigte. Ende Oktober platzte dann der sportliche Knoten: In den vergangenen acht Partien des SV Werder Bremen schoss Füllkrug fünf Tore und bereitete fünf vor.

„Man kann den beiden Spielern nur ein Kompliment machen, wie sie damit umgegangen sind“, sagte Baumann, wollte aber auch den Umgang des Vereins mit den zwei „schwierigen Situationen“ nicht unerwähnt lassen: „Wir haben es alle gemeinsam gut gemacht und dabei nicht die Nerven verloren. Beide Spieler wurden bestraft, sind aber weiterhin sehr wichtig für uns.“ (dco)

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