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Luca Zander wechselt von der Dritten in die Zweite Liga.

Zweijährige Ausleihe zum FC St. Pauli

Luca Zander: „Genau der richtige Schritt“

Bremen/Hamburg - Vor dem Neuanfang hat sich Luca-Milan Zander noch von ein paar Altlasten befreien lassen – den Weisheitszähnen. Vier auf einen Streich.

„Das war schlimmer als erwartet“, gesteht der 21-Jährige. Doch eine Woche danach kann Zander schon wieder lachen – und er hat auch allen Grund dazu, denn mit seinem Wechsel auf Zeit vom SV Werder zum Zweitligisten FC St. Pauli ist er mehr als zufrieden: „Das ist genau der richtige Schritt für mich.“ Zander wird für zwei Jahre ausgeliehen.

Bei Werder trat Zander auf der Stelle. Der Weg zurück von der U23 zu den Profis schien verbaut. Die beiden Planstellen für die Position des rechten Außenverteidigers sind fest an Theodor Gebre Selassie und Robert Bauer vergeben. Damit begründete auch Werder-Sportchef Frank Baumann den Wechsel. Trotzdem sagt Zander: „Ich denke schon, dass ich bei Werder eine faire Chance bekommen hätte.“

Keine Rückholoption während der Leihe

Nach über elf Jahren kann und will der Weyher nicht schlecht über seinen Ex-Verein reden. Außerdem läuft sein Vertrag in Bremen noch bis 2020. Er könnte also zurückkommen. Allerdings auch nicht früher. Der FC St. Pauli weist ausdrücklich daraufhin, dass Werder in den zwei Jahren der Ausleihe keine Rückholoption besitzt.

Die Hamburger wollen möglichst lange etwas von dem Außenverteidiger haben – und Werder hat dem zugestimmt. Das ist ungewöhnlich. Doch Zander findet es gut: „Da kann man sich noch besser auf ein Projekt einlassen.“ Natürlich sei es nicht einfach, Werder nach einer so langen Zeit zu verlassen, doch der 21-Jährige ist da ganz realistisch: „Als Fußballer muss dir doch klar sein, dass du nicht dein ganzes Leben in einer Stadt spielen kannst.“

Bundesliga-Debüt unter Viktor Skripnik

Allerdings sah es bei Zander durchaus mal so aus, als könnte er länger in Bremen bleiben. Mit 20 Jahren debütierte er in der Bundesliga. In der Saison 2015/16 war das – unter Trainer Viktor Skripnik. Seine zwei Auftritte waren allerdings schlecht bis sehr schlecht. Beim 0:3 gegen Leverkusen am siebten Spieltag war Zander eingewechselt worden, beim 0:6 gegen Wolfsburg am 13. Spieltag gehörte er zu einer in allen Belangen desaströs auftretenden Startelf. Seither schaffte er es nur noch einmal in den Bundesliga-Kader – nicht zuletzt, weil er auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte. Es ging zurück in die U23.

In der Dritten Liga gehörte Zander zu den Leistungsträgern. Deshalb stand für ihn fest: „Ich wollte im Sommer den nächsten Schritt machen.“ Also mindestens eine Liga rauf. Das ist Zander gelungen. Am Dienstag steigt er ins Training ein. Einen Tag später als die Kollegen. Schuld sind die Weisheitszähne. Die hinterlassenen Lücken mussten noch etwas heilen. Jetzt ist er bereit für den Neuanfang.

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