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Der schwedische Nationalspieler Ludwig Augustinsson wechselt vom FC Kopenhagen zum SV Werder Bremen.

Garcia soll bleiben

Baumann bestätigt: Augustinsson kommt - auch bei Abstieg

Bremen - Von Björn Knips. Es ist offiziell! Ludwig Augustinsson wechselt im Sommer vom FC Kopenhagen zum SV Werder - auch im Falle des Bundesliga-Abstiegs. Das hat Frank Baumann bestätigt.

Sechs Partnerstädte hat Bremen schon: Riga, Danzig, Izmir, Haifa, Durban und Dalian. Vielleicht sollte die Hansestadt über eine Siebte nachdenken – und zwar Kopenhagen. Immerhin werden die Verbindungen zwischen Bremens Aushängeschild Werder und dem FC Kopenhagen immer enger. Anfang Januar wechselte Thomas Delaney vom FCK zum SVW, am Wochenende gastierten gleich mehrere Nachwuchsteams des dänischen Topvereins am Weserstadion – und nun wurde auch der schon lange besiegelte Transfer von FCK-Linksverteidiger Ludwig Augustinsson offiziell von Werder bestätigt. Der 22-Jährige kommt im Sommer zum Bundesligisten.

„Wir haben wirklich sehr gute Verbindungen zu dem Club“, bestätigt Werder-Sportchef Frank Baumann, schränkt aber zugleich ein: „Es gibt keine Kooperation. Wir holen jetzt auch nicht jedes halbe Jahr einen Spieler aus Kopenhagen. Das käme bei den Dänen sicher auch nicht ganz so gut an.“

Der FCK konnte sich auch schon länger auf den Verlust seiner beiden Leistungsträger vorbereiten. Bereits im Sommer hatte Werder Augustinsson und Delaney gemeinsam zu einem Bremen-Besuch eingeladen. Daraus resultierte der Winter-Transfer von Delaney, für den nun eine geschätzte Ablöse von zwei Millionen Euro fällig wurde. Auch mit Augustinsson war sich Werder längst einig und dank einer Ausstiegsklausel in Höhe von drei Millionen Euro ebenfalls auf der sicheren Seite. Doch diese Option für den schwedischen Nationalspieler (sechs Einsätze) gilt erst für den Sommer. Ein vorzeitiger Wechsel sei kein Thema gewesen. „Der Spieler und der Verein wollten bis zum Sommer weiter zusammenarbeiten“, sagt Baumann.

Baumann: "Wir wollen den Vertrag mit Santi verlängern"

Kein Problem für den Sportchef, er vertraut auf der linken Abwehrseite Santiago Garcia. Und daran soll auch die Augustinsson-Verpflichtung nichts ändern. „Wir wollen den Vertrag mit Santi verlängern“, betont Baumann noch einmal. Bislang ist eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Kontrakts an Garcias Berater gescheitert. „Er hat noch keine Zeit gefunden, nach Bremen zu kommen“, so Baumann. Er rechnet aber schon bald mit ihm und auch mit einer Einigung. Jedenfalls sei ihm signalisiert worden, dass Garcia verlängern möchte.

Das verspricht einen interessanten Zweikampf: ein erfahrener Argentinier (28 Jahre) gegen einen vielversprechenden Schweden (22). Und Augustinsson hat mit dem FCK auch schon einiges erlebt. Von den sechs Champions-League-Spielen dieser Saison verpasste der EM-Teilnehmer keine Minute. In der Liga stand er beim Meister in 19 von 21 Spielen in der Startelf und erzielte immerhin ein Tor. Vor anderthalb Jahren hatten ihn die Dänen für eine Ablöse von 1,3 Millionen Euro von IFK Göteborg verpflichtet. Im Sommer ist er aber schon wieder weg. Der Club sieht das als Beleg dafür, ein gutes Sprungbrett für skandinavische Spieler in die europäische Topligen zu sein.

Ludwig Augustinsson: Seine Karriere in Bildern

Ludwig Augustinsson
Der erste Werder-Neuzugang der Saison 2017/18: Ludwig Augustinsson kam im Sommer vom FC Kopenhagen an die Weser. © imago
Der Linksverteidiger machte früh auf sich aufmerksam. Bereits im Alter von 17 Jahren wechselte Augustinsson im Januar 2012 vom schwedischen Zweitligist IF Brommapojkarna zum Erstligist IFK Göteborg. © imago
Ludwig Augustinsson
Nur ein Jahr später unterschrieb er bei Champions-League-Teilnehmer FC Kopenhagen. In Dänemark machte Augustinsson erneut einen großen Sprung und spielte sich schnell zu einer festen Größe. © imago
Ludwig Augustinsson
Sein Debüt in der schwedischen A-Nationalmannschaft gab er am 15. Januar 2015 beim 2:0-Sieg gegen die Elfenbeinküste. Bisher kam Augustinsson sechsmal zum Einsatz und nahm an der EM 2016 teil. © imago/Bildbyran
Ludwig Augustinsson
Auf dem Platz stand er dort allerdings nicht. Gegen Zlatan Ibrahimovic und Co. konnte sich Augustinsson noch nicht durchsetzen. © imago
Ludwig Augustinsson
In den Jugendnationalmannschaften spielte der Linksverteidiger allerdings schon eine wichtige Rolle. Sein wohl wichtigstes Tor in seiner bisherigen Laufbahn: Der Treffer zum 3:2 im Elfmeterschießen des Finalspiels der U21-EM 2015. Schweden gewann am Ende mit 4:3 gegen Portugal. © imago
Ludwig Augustinsson
Es war bisher Augustinsson größter Triumph - aber nicht sein einziger. © imago
Ludwig Augustinsson
Mit seinem Club aus Kopenhagen gewann er zuletzt zweimal in Folge den dänischen Pokal und wurde dänischer Meister - zusammen mit seinem damaligen und heutigen Teamkollegen Thomas Delaney (Mitte). © imago
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson ist schnell bei Werder Bremen angekommen - und war von Minute eins an auf dem Weg zum Fan-Liebling. © Gumz
Ludwig Augustinsson
Er gehörte bei Werder schnell zum Stammpersonal. © Gumz
Ludwig Augustinsson
Geschafft! Mit der schwedischen Nationalmannschaft feierte Augustinsson im November 2017 den Einzug in die WM-Endrunde 2018 in Russland. © imago
Durch gute Leistungen ist es Ludwig Augustinsson gelungen, die linke Abwehrseite in der Saison 2017/18 abzusichern.
Durch gute Leistungen ist es Ludwig Augustinsson gelungen, die linke Abwehrseite in der Saison 2017/18 abzusichern. © gumzmedia
Am 22. Spieltag konnte Augustinsson gegen den VfL Wolfsburg seinen ersten Treffer für Werder Bremen feiern.
Am 22. Spieltag konnte Augustinsson gegen den VfL Wolfsburg seinen ersten Treffer für Werder Bremen feiern. © gumzmedia
Bei der WM 2018 in Russland erzielte Augustinsson im letzten Gruppenspiel gegen Mexiko seinen ersten Treffer für Schweden. Es war der Türöffner ins Achtelfinale. Schließlich ging es sogar bis ins Viertelfinale.
Bei der WM 2018 in Russland erzielte Augustinsson im letzten Gruppenspiel gegen Mexiko seinen ersten Treffer für Schweden. Es war der Türöffner ins Achtelfinale. Schließlich ging es sogar bis ins Viertelfinale. © imago

Werder-Trainer Alexander Nouri freut sich derweil auf „einen spielstarken Defensivspieler, der sowohl im linken Mittelfeld als auch auf der linken Abwehrseite spielen kann“. Zudem sei Augustinsson „ein super Typ, der sich sicher sehr schnell in unsere Mannschaft integrieren wird“. Delaney hat es vorgemacht. Der Däne ist nach wenigen Wochen schon so etwas wie ein Anführer auf dem Platz.

Und was sagt Augustinsson? Noch nicht so viel. „Ich freue mich auf die große Herausforderung Werder Bremen. Aber die nächsten sechs Monate fokussiere ich mich ausschließlich auf den FCK, wo ich noch lernen und wachsen kann“, wird er auf der Internetseite des Clubs zitiert. Offiziell vorgestellt in Bremen wird er frühestens nach der Saison. Die Vertragsdauer gibt Werder erneut nicht bekannt. Der Kontrakt soll dem Vernehmen nach bis 2021 laufen. Immerhin bestätigt Baumann, dass die Verpflichtung auch gilt, wenn Werder absteigen sollte.

Quelle: kreiszeitung.de

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