Abwehrspieler teilt Kritik von Toni Kroos

Werder-Profi Augustinsson über die Entwicklung im Fußball: „Es gibt zu viele Spiele“

Bremen - Der Terminkalender wird voller und voller, für viele Fußballprofis sind in den vergangenen Jahren immer mehr Spiele pro Saison hinzugekommen. Eine Entwicklung, die der deutsche Nationalspieler Toni Kroos in seinem Podcast „Einfach mal luppen“ kürzlich scharf kritisiert hat. Es waren markige Sätze, die auch der Profi des SV Werder Bremen, Ludwig Augustinsson, nicht entgangen sind. Der Schwede unterstützt Kroos‘ Vorstoß.

„Im Moment sind sicherlich alle Fußballprofis glücklich darüber, dass sie in diesen Zeiten überhaupt spielen können“, sagte Ludwig Augustinsson in einer Online-Medienrunde von Werder Bremen am Dienstag - fügte dann aber direkt an: „Trotzdem stimme ich Toni Kroos zu. Es gibt einfach zu viele Spiele.“ Kroos, der seit 2014 bei Real Madrid unter Vertrag steht, hatte in seinem Podcast mit Blick auf die Nations League und die angedachte Superliga gesagt: „Am Ende der Tage sind wir bei diesen ganzen zusätzlichen Sachen, die erfunden werden, als Spieler nur die Marionetten von Fifa und Uefa. Da wird ja keiner gefragt.“ Und weiter: „Wenn es eine Spielergewerkschaft gäbe, die in diesen Dingen entscheiden könnte, würden wir weder Nations League, noch einen spanischen Supercup in Saudi-Arabien oder eine Club-WM mit 20 oder mehr Mannschaften spielen.“

Werder Bremen: Ludwig Augustinsson stimmt Toni Kroos zu und meint, es sei „sehr gefährlich“

In der vergangenen Saison brachte es Toni Kroos auf 45 Pflichtspiele für Real. Dazu kamen vier Länderspiele. Ludwig Augustinssons Programm war zwar längst nicht so üppig (15 Spiele für Werder, 0 für Schweden), was aber daran lag, dass er lange verletzt und Werder Bremen - anders als Real - nicht international vertreten war. Das grundlegende Problem sieht der Schwede aber trotzdem: „Wenn du in der Champions League spielst, fast immer Wochen mit drei Spielen hast und es im Winter kaum eine Pause gibt, dann ist das sehr gefährlich“, hielt er fest. „Jeder kann sehen, dass es mehr Verletzungen gibt als früher, und es werden noch sehr viel mehr werden, weil die Belastung für manche Teams zu hoch ist.“ Der Schwede setzt nun darauf, dass auch die großen Verbände diese Entwicklung wahrnehmen und gegensteuern. „Ich hoffe, dass sie daraus lernen und dass es nicht für lange Zeit so weitergeht“, sagte er. (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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