So sieht der erste Entwurf des neuen Nachwuchsleistungszentrums vom SV Werder Bremen in der Pauliner Marsch aus.
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So sieht ein Entwurf des neuen Nachwuchsleistungszentrums vom SV Werder Bremen in der Pauliner Marsch aus.

Neues Leistungszentrum?

LZ-Umbau: Spaziergänge und Workshops sollen Werder Bremen helfen

Bremen – Der SV Werder und sein Leistungszentrum (LZ) – diese unendliche Geschichte wird um ein Kapitel reicher und eine baldige Lösung für die maroden Gebäude in der Pauliner Marsch ist nicht in Sicht. Denn nun startet erst mal das Moderationsverfahren „Leistungszentrum SV Werder Bremen“ mit einer umfangreichen Bürgerbeteiligung. Fast zwei Jahre Vorbereitung mit 20 Sitzungen hat es dafür gebraucht, nachdem Werder bereits im November 2018 dem zuständigen Beirat seine Pläne für den geplanten Umbau inklusive eines neuen Stadions für 5 500 Besucher vorgestellt hatte.

Ende des Jahres soll dann nach drei sogenannten Beteiligungsspaziergängen und sechs Workshops sowie einer Umfrage auf der Internetseite www.moderationsverfahren-leistungszentrum.de entschieden werden, „ob eine Fortführung des Moderationsprozesses sinnvoll ist“, heißt es in einer Pressemitteilung von Markus Birzer, dem Moderator des Gesamtverfahrens.

Die Lage ist schwierig. Werder Bremen muss sein Leistungszentrum neben dem Wohninvest Weserstadion eigentlich schon seit Jahren modernisieren, die räumlichen Zustände in den Bauten aus den 1960er Jahren dort sind untragbar. Doch Werder tut sich mit einer Entscheidung sehr schwer. In der Pauliner Marsch gelten allerdings auch besondere Regeln, nicht gerade wenige Anwohner müssen bei großen Veränderungen in diesem Bereich zustimmen – und nicht nur die sehen das Projekt sehr kritisch. Weitere Interessengruppen müssen an dem Prozess beteiligt werden. Außerdem handelt es sich um ein Hochwasserschutzgebiet, der Bereich des LZ dient als Ausgleichsfläche, falls die Weser über die Ufer gehen sollte. Der ganze Bau müsste deshalb auch noch von der Stadt und der Wasserbehörde genehmigt werden.

Werder Bremen kann sich das Projekt Modernisierung des Leistungszentrums allein gar nicht leisten

Zudem stellt sich die Frage der Finanzierung. Vor vier Jahren wurden 30 Millionen Euro als Kosten für die Modernisierung genannt, diese Summe dürfte durch die Entwicklung auf dem Bausektor erheblich gestiegen sein. Wegen hoher Einnahmeverluste in der Corona-Pandemie musste Werder Bremen aber erstmals in der Clubgeschichte Schulden machen, kann sich so ein Projekt allein aktuell gar nicht leisten. Ein Investor müsste her oder die Stadt helfen. Die hat allerdings auch kein Geld. Und wer engagiert sich schon finanziell in einem Überflutungsgebiet? Da ist von Werder-Seite also noch viel Überzeugungsarbeit gefragt – nicht nur bei der Bürgerbeteiligung im Moderationsverfahren.

Intern mehren sich inzwischen bereits die Stimmen, die für das Leistungszentrum in der Pauliner Marsch keine Zukunft sehen und sich einen anderen Standort wünschen, damit endlich etwas passiert. Doch Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald glaubt weiter an ein Happy End und lässt sich mit den Worten zitieren: „Wir wünschen uns am Ende einen möglichst breiten politischen Konsens für eine Realisierung des Projektes.“ (kni)

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