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Diego und Mesut Özil jubeln nach einem Treffer.

Double-Trainer erinnert sich

Männer für die besonderen Momente - Schaaf über Micoud, Diego und Özil

Bremen - Es sind drei Namen, die für Eleganz und Raffinesse stehen, für atemberaubende Pässe, herrliche Tore - eben für die magischen Momente auf dem Fußballplatz: Johan Micoud, Diego und Mesut Özil.

Keine Frage: Alle drei Regisseure haben ihren festen Platz in der Werder-Historie, die Erinnerungen an sie im grün-weißen Trikot sind romantisch, träumerisch, hier und da vielleicht auch ein bisschen verklärt. Aber höchstens ein bisschen. Trainiert wurden Micoud, Diego und Özil während ihrer Zeit in Bremen jeweils von Thomas Schaaf. Gegenüber dem Fußballmagazin „11 Freunde“ hat der ehemalige Abwehrspieler nun verraten, warum die Spielmacher ausgerechnet unter seiner Leitung besonders gut funktioniert haben.

Micoud, der geniale Kopf der Double-Mannschaft

2002 war es, als Werder ein echter Transfercoup gelang: Micoud wechselte vom AC Parma nach Bremen und sollte zwei Jahre später zum ebenso charismatischen wie genialen Kopf der Double-Mannschaft avancieren. „Jo ging es darum: Wie kann ich aus meiner Position heraus so erfolgreich sein wie möglich? Wenn er den Ball bekam, wussten alle Mitspieler: Jetzt passiert was“, erklärt Schaaf. Und meistens war es dann tatsächlich so.

Micoud galt vor seinem Engagement bei Werder als schwieriger Charakter und hatte in der französischen Nationalmannschaft das Problem, nicht an Zinedine Zidane vorbeizukommen. „Jo bekam bei uns auf jeden Fall eine Plattform, um der Welt zu zeigen, wie gut er Fußball spielen kann“, sagt Schaaf. „Wir gaben ihm das Feld, er durfte es bestellen. Das hat er gut gemacht.“

„Jo bekam bei uns auf jeden Fall eine Plattform, um der Welt zu zeigen, wie gut er Fußball spielen kann“, sagt Schaaf über Micoud.

Micouds Nachfolger musste also in große Fußstapfen treten - und Diego gelang das ansatzlos, wenn er die Rolle hinter den Spitzen auch gänzlich anders interpretierte. Mehr wildes Spektakel, weniger strategische Eleganz - die Werder-Fans schlossen den kleinen Brasilianer, der vom FC Porto gekommen war, ebenso auf Anhieb ins Herz. „Diego war kein Micoud. Jo war Le Chef, der Boss. Diego war verspielter, aber trotzdem hatte er die Fähigkeit, eine ganze Mannschaft mitzureißen“, schwärmt Schaaf.

Neben Bayerns Franck Ribery wurde Werders neue Nummer 10 auf Anhieb zum spektakulärsten Spieler der Bundesliga - und bekam das von seinen Gegenspielern zu spüren. Schaaf hebt hervor: „Diego war der am häufigsten gefoulte Spieler der Bundesliga. Er tat sehr viel für seinen Körper, und obwohl er so hart angegangen wurde, konnte er sich wehren. Er hat es mit jedem aufgenommen.“

Nach Micoud und Diego folgte Özil

Als Diego 2009 dann Richtung Juventus Turin weiterzog, stand bei Werder der nächste Spieler, der in der Folge für die besonderen Momente sorgen sollte, schon seit einem Jahr im Kader: Mesut Özil. Beim FC Schalke hatte der Jung-Profi für Unmut gesorgt, war medial als geldgierig abgestempelt worden. Werder hatte seine Chance gewittert und den heutigen Weltstar für vergleichsweise läppische fünf Millionen Euro verpflichtet.

Der große Fan-Liebling wurde Özil im Vergleich zu Micoud und Diego allerdings nie. „Ich habe auch Mesut nach solchen Kritiken immer wieder gesagt: Das ist doch vor allem ein großes Lob. Von besonderen Spielern erwartet man besondere Spiele“, erinnert sich Schaaf. Es war Zuspruch, der offenbar geholfen hat. Özil verließ Bremen im Jahr 2010, um bei Real Madrid seine Weltkarriere zu starten.

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