Karim Onisiwo vom FSV Mainz 05 will im Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen nach zuletzt vier Remis in Serie endlich mal wieder einen Sieg einfahren.
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Karim Onisiwo vom FSV Mainz 05 will im Auswärtsspiel beim SV Werder Bremen nach zuletzt vier Remis in Serie endlich mal wieder einen Sieg einfahren.

Mainz-05-Profi im DeichStube-Interview

„Das ist ein richtiger Kessel“: Mainz-Stürmer Karim Onisiwo freut sich aufs Spiel gegen Werder Bremen

Augsburg  - Seit fast sieben Jahren stürmt Karim Onisiwo schon für den FSV Mainz 05 und freut sich darauf, am Samstag nach einem Jahr Pause endlich wieder im Wohninvest Weserstadion zu spielen. „Das ist ein richtiger Kessel dort“, schwärmt der österreichische Nationalspieler. Im Interview mit der DeichStube spricht der 30-Jährige auch über Werders Sturmduo Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch, die Bremer Kopfballstärke und seinen EM-Traum.

Wer ist aus Ihrer Sicht bislang die Überraschungsmannschaft der Saison, Karim Onisiwo?

Überraschend ist sicherlich, dass Freiburg und Union Berlin ganz oben stehen. Wobei wenn ich bedenke, dass die Freiburger schon über längere Zeit vorne dabei sind, ist Union die größere Überraschung.

Und was ist mit Ihrem nächsten Gegner, dem SV Werder Bremen, der als Neuling sensationell im oberen Drittel platziert ist? 

Klar, Werder hat schon 15 Punkte, spielt einen guten Fußball. Werder strahlt viel Gefahr aus. Es bedeutet für uns, dass wir uns gut vorbereiten müssen, um dort etwas holen zu können.

Sind Sie verblüfft über diesen starken Start des Aufsteigers? 

Normal ist Bremen ja eine gestandene Bundesligamannschaft. Sie haben ihre Klasse bewiesen, als sie sofort wieder aufgestiegen sind. Vor allem in der Offensive haben sie dank des Duos Ducksch und Füllkrug, die sich gut ergänzen und oft treffen, große Qualität.

Ist dieses Sturmduo die ganz besondere Stärke der Bremer?

Es ist immer gut, wenn eine Mannschaft treffsichere Stürmer hat. Ihre Torquote ist schon beeindruckend.

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Mainz-05-Stürmer Karim Onisiwo: „Werder Bremen hat vor allem in der Offensive große Qualität“

Trainer Bo Svensson hat zuletzt in Interviews die Kopfballstärke der Bremer Angreifer hervorgehoben und betont, dass er den zuletzt geschonten Defensivmann Stefan Bell unbedingt benötigt im Duell mit Werder.

Stefan Bell ist einer unserer besten Kopfballspieler. Der eine oder andere Kopfballspezialist wird ganz gewiss am Samstag bei uns hereinrutschen, um so die Gefahr in dieser Hinsicht abblocken zu können.

Ducksch und Füllkrug an der Weser oder „Jonnysiwo“, also das Paar, das Jonny Burkardt und Karim Onisiwo in Mainz bilden? Welches Duo ist stärker?

Im Moment haben die Zwei in Bremen die Nase vorn, weil sie häufiger treffen. Leider war Jonny diese Saison bislang wegen Verletzungen nicht so häufig dabei. Von daher hinkt dieser Vergleich auch ein wenig. 

Die Diskussion in Deutschland dreht sich seit langem um das Fehlen einer echten Neun in der Nationalelf. Wie ist Ihre Meinung? 

Es kommt immer auf die Spielausrichtung an, die der Trainer vorgibt. Bayern hat seit dem Weggang von Lewandowski auch keinen klaren Mittelstürmer, schießt dennoch viele Tore. Dennoch ist es mit einem Zentrumsstürmer in der Box im heutigen Fußball mitunter leichter, Tore zu erzielen.

Wie ist die Lage in Mainz? Trainer Svensson war „absolut einverstanden“ mit der Leistung beim Remis gegen Leipzig, Sportdirektor Martin Schmidt sah „einen weiteren Schritt nach vorn“. Sehen Sie auch einen Aufwärtstrend?

Vor den letzten beiden Spielen gegen Freiburg und Leipzig hatten wir zwar Spiele, in denen wir gepunktet haben, waren aber nicht so zufrieden mit der abgelieferten Leistung. Wir wollten zu unserem Leistungsvermögen wieder zurückfinden, daran haben wir gearbeitet. Man hat gesehen, dass sich da etwas getan hat. Vor allem in der ersten Halbzeit gegen Leipzig waren wir das bessere Team, haben uns stark präsentiert. Wir müssen noch mehr Konstanz in unsere Vorstellungen bringen, die Dominanz und Intensität im Spiel, die uns in der Vorsaison ausgezeichnet hat. Das wollen wir auch in Bremen versuchen.

Karim Onisiwo vom FSV Mainz 05: „Ich freue mich schon auf Werder Bremen“

Vier Heimspiele und noch kein Sieg, nur drei Punkte daheim und somit auf dem vorletzten Platz in der Heimtabelle. Sind Sie froh, dass die Begegnung in Bremen und nicht in Mainz stattfindet?

Froh bin ich nicht, doch ich freue mich schon auf Bremen. Das ist ein richtiger Kessel dort, wahrscheinlich ein volles Haus mit guter Stimmung. Zur Frage nach den Heimspielen: Wir haben auch zu Hause schon einige gute Spiele gemacht, aber nicht immer das Ergebnisglück gehabt. Dennoch wollen wir natürlich unseren Fans bald einen Sieg zu Hause schenken.

Die Auslosung für die EM-Qualifikation hat Österreich mit Belgien und Schweden zwei harte Brocken beschert. Wie beurteilen Sie die Gruppe?

In der Nations League hatten wir mit Frankreich und Kroatien auch schon starke Gegner. Es ist interessant und spannend, gegen solche Teams zu spielen. Ich sehe eine Chance weiterzukommen, weil wir zuletzt einen besseren und intensiveren Fußball gespielt haben als davor.

Ist das dem neuen Coach Ralf Rangnick geschuldet?

Ich denke schon. Er hat einige Umstellungen gemacht, die sich positiv ausgewirkt haben. Wir sind mutiger, wir laufen früher an. Es braucht natürlich eine gewisse Zeit, bis alles greift. Doch unser Spiel wird immer griffiger, was mir Mut macht, dass wir auch Gegner mit großen Namen schlagen können.

Die EM in Deutschland 2024 ist Ihr großes Ziel?

Sicherlich, ich bin jetzt 30 Jahre alt. Viele große Turniere wird es für mich nicht mehr geben. Wenn ich fit bleibe und meine Leistung bringe, komme ich gewiss für die Nationalelf infrage.

Werder Bremen-Gegner im Interview: Karim Onisiwo ist „sehr glücklich hier“ in Mainz

Wie gestaltet sich augenblicklich der Kontakt zu Ihrem Jugendfreund David Alaba, mit dem Sie in Wien bei der Austria das Fußballspielen erlernt haben? 

Die Frage wird mir immer wieder gestellt. Ich kann nur so viel sagen: Früher war der Kontakt enger, heute eher weniger. Wenn wir uns sehen beim Nationalteam, verstehen wir uns gut, da passt alles. Und da tauschen wir uns auch aus.

Sie hatten in der Jugend viele Vereinswechsel, sind erst relativ spät Profi geworden. Ein ganz anderer Werdegang als bei Alaba, der eine Weltkarriere hingelegt hat. Hätten Sie etwas anders machen sollen? Bereuen Sie etwas?

Ich bereue gar nichts. Ich bin Fußballprofi, mache beruflich, was ich liebe, ich spiele bei einem renommierten Club in der Bundesliga. Ich bin froh, dass ich damals den Schritt nach Mainz gemacht habe und bin sehr glücklich hier. Mit Mainz möchte ich in dieser Saison so weit wie möglich oben stehen.

Letzte Frage: Wer steht am Ende der Saison besser da - Werder oder Mainz?

Wenn ich Ihnen das sagen könnte, wäre ich kein Fußballspieler mehr.
 
Sondern jemand, der mit Glücksspielen wie Lotto oder Toto sein Geld verdient?

So in etwa. Viel bleibt Spekulation.

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