Makoto Hasebe von Eintracht Frankfurt im Zweikampf mit Yuya Osako von Werder Bremen
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Makoto Hasebe von Eintracht Frankfurt im Zweikampf mit Yuya Osako von Werder Bremen

Hasebe über Werder, Pizarro und das Abstiegsfinale 2016

Frankfurts Hasebe verteidigt Landsmann vor Werder-Spiel: „Yuya Osako hat eine hohe Qualität“

Nach dem Abschied von Claudio Pizarro bei Werder Bremen ist er der älteste Spieler der Bundesliga: Makoto Hasebe (37) von Eintracht Frankfurt.

Im Interview spricht Makoto Hasebe darüber, ob er Ambitionen hat, Pizarros Alters-Rekorde anzugreifen, Erinnerungen an Werder Bremen wie die Meisterfeier 2009 mit dem VfL Wolfsburg und das Abstiegsfinale 2016 mit Eintracht Frankfurt. Außerdem hat der Japaner einen kleinen Tipp für seinen Landsmann Yuya Osako.

Im Januar werden Sie 37 Jahre alt. Der Ex-Bremer Claudio Pizarro spielte noch mit 41 Jahren bis zum Sommer in der Bundesliga. Eifern Sie ihm nach, Makoto Hasebe?

(lacht) Ich versuche es, aber ich kann mir nicht vorstellen, mit 41 noch in der Bundesliga zu spielen.

Verraten Sie uns Ihr Rezept, wie Sie sich Ihre Frische und Fitness erhalten haben?

Ich lebe für meinen Sport und achte sehr auf meinen Körper. Gerade in meinem Alter ist Regeneration sehr wichtig.

Stimmt es, dass Sie wie ein Asket leben und beispielsweise jeden Abend ein Bad nehmen?

Asket ist doch etwas übertrieben. Aber ich achte natürlich schon auf meine Ernährung. Ein Bad nehme ich nicht jeden Tag, aber mehrmals in der Woche.

Sie gelten als ein Mentalitätsmonster, von dem diese Devise überliefert ist: „Ich bin immer noch hungrig. Wenn sich Zufriedenheit einstellt, hört man besser auf.“ Denkt die heutige Profi-Generation genauso?

Ich denke schon. Es gibt auch in der jüngeren Generation sehr viele hart arbeitende Profis.

Makoto Hasebe und Werder Bremen: Erinnerungen an die Meisterfeier 2009 und das Abstiegsfinale 2016

Über zwölf Jahre spielen Sie in der höchsten deutschen Spielklasse. Welche Erinnerungen haben Sie an die Partien gegen Werder Bremen?

Als wir mit Wolfsburg 2009 Meister wurden, bestritten wir das letzte Spiel der Saison gegen Werder und gewannen mit 5:1. Das ist sicher die beste Erinnerung.

Wie haben Sie das legendäre Abstiegsfinale 2016 im Weserstadion erlebt?

Das war enttäuschend, kurz vor Schluss zu verlieren. Ujah hat in der 88. Minute das Tor vorbereitet und Djilobodji getroffen und wir mussten in die Relegation. Auf der Fahrt ins Stadion wurde unser Bus mit Eiern und ähnlichen Sachen beworfen. Das war nicht sehr schön.

Haben Sie eine Erklärung dafür, warum sich die beiden Mannschaften immer so hitzige Duelle liefern?

Ich denke, es liegt daran, dass beide Teams schon von ihrer Spielwiese her über die Emotionalität kommen. Es waren immer zwei Mannschaften, die vom Leistungsvermögen her nah beieinander lagen, weshalb Kleinigkeiten die Spiele entscheiden, und um die wird gekämpft. Dazu haben beide Vereine viele Fans, die Stadien waren immer voll, jetzt im Moment leider nicht. Die Fans schüren die Emotionen noch einmal mehr.

Überrascht Sie der gute Start des letztjährigen Abstiegskandidaten Bremen, der mit ihnen punktgleich im Mittelfeld liegt?

Für mich ist das keine Überraschung. Die Mannschaft hat Potenzial und einen jungen, guten Trainer.

Makoto Hasebe über Yuya Osako von Werder Bremen: „Er hat eine hohe Qualität und muss geduldig sein“

Ihr Landsmann Yuya Osako hat sich bei Werder noch nicht so richtig durchgesetzt. Woran mag das liegen? Was raten Sie ihm dank Ihrer langjährigen Erfahrung?

Yuya hatte einiges an Verletztungspech in den letzten Jahren, dazu ist er viel unterwegs mit der Nationalmannschaft. Da ist es schwer, in einen Rhythmus zu kommen. Trotzdem hat er eine hohe Qualität. Er muss einfach geduldig sein und weiter hart arbeiten.

Sie haben in Wolfsburg, Nürnberg und Frankfurt gespielt. Als Sie nach Deutschland kamen, zählte Werder zur absoluten Spitzenklasse. War Bremen nie ein Ziel für Sie?

Es stimmt schon. Werder war immer eine gute Adresse im deutschen Fußball. Wie viele junge Spieler sich dort entwickeln konnten und Stars wurden: Diego, Naldo, de Bruyne, mit denen ich in Wolfsburg gespielt habe, kamen alle aus Bremen. Aber zurück zur Frage: Das hat sich für mich nie ergeben.

Werder ließ lange Zeit in der Champions League aufhorchen, bevor es nun abwärts ging. Genießt der Verein noch eine gewisse Reputation in Ihrer Heimat?

Man beachtet Bremen natürlich, weil Osako dort spielt. Außerdem gibt es, denke ich, eine Werder-Fußballschule in Japan. Der Verein ist also schon ein Begriff in Japan.

Werder Bremen: Japan-Ex-Star Yasuhiko Okudera ein Vorbild für Makoto Hasebe von Eintracht Frankfurt

In Bremen spielte einst mit Yasuhiko Okudera ein Idol des japanischen Fußballs. Haben Sie ihn mal näher kennengelernt?

Ja, wir haben schon einmal zusammen gegessen und viel gesprochen. Er ist natürlich auch eine Art Vorbild für mich.

Mittelfeld, Innenverteidiger, Libero und selbst Torwart für zehn Minuten 2011 in Wolfsburg, als Marvin Hitz die Rote Karte gesehen hatte und schon dreimal gewechselt worden war. Frage an den Allrounder: Welche Position gefällt Ihnen besonders?

Ich habe auch schon rechter Verteidiger gespielt…(lacht). Am liebsten spiele ich in der Zentrale. Im defensiven Mittelfeld oder wie jetzt in der Dreierkette.

Was bezeichnen Sie als Ihren größten Erfolg? Die Meisterschaft mit Wolfsburg 2009, den Pokalsieg mit Frankfurt 2018 oder die Tatsache, dass Sie mit 114 Länderspielen dem exklusiven „Hunderter-Club“ angehören?

Der Pokalsieg mit Eintracht Frankfurt. Ich will immer gewinnen, und diese K.o-Spiele haben einen besonderen Reiz – dazu kommt dann auch noch die Bedeutung dieses Pokalsieges für den Verein, die Stadt, die Fans. Deshalb: Pokalsieg 2018.

Stimmt es, dass Sie nach dem Ende Ihrer Laufbahn nicht nach Japan zurückkehren, sondern Ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben möchten?

Meine Familie und ich haben das final noch nicht entschieden, Aber wir können uns gut vorstellen, in Deutschland zu bleiben. (hgk)

Verfolgt das Bundesliga-Spiel von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt im Live-Ticker der DeichStube. Hier erfahrt Ihr außerdem, wie Ihr Werder gegen Frankfurt live im TV und Live-Stream schauen könnt.

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