Paderborn-Sportchef Martin Przondziono nennt den SV Werder Bremen auch heute noch seinen „Herzensverein“.
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Paderborn-Sportchef Martin Przondziono nennt den SV Werder Bremen auch heute noch seinen „Herzensverein“.

Manager mit grün-weißer Vergangenheit

Warum Paderborn-Boss Martin Przondziono ein Herz für Werder Bremen hat

Bremen/Paderborn – Marco Bode und Martin Przondziono spielten bereits im Alter von 13 Jahren zusammen Fußball auf Sichtungslehrgängen in Niedersachsen. Am Sonntag (18 Uhr) kommt es im Weserstadion zum Wiedersehen zwischen dem Aufsichtsratschef von Werder Bremen und dem Geschäftsführer Sport des SC Paderborn.

Marco Bode, der heutige Aufsichtsratschef des SV Werder Bremen, weiß noch, wie es war, dieses seltsame Gefühl damals bei den Lehrgängen der besten Fußball-Talente aus Niedersachsen. Er selbst „ein Junge aus dem kleinen Club in Osterode“, 13 oder 14 Jahre alt, „und noch ziemlich schüchtern“. Dann die anderen Burschen. Spieler aus den großen Vereinen in Salzgitter oder Braunschweig. „Schon ein bisschen selbstbewusster als ich.“ Zu ihnen gehörte auch Martin Przondziono, offensiver Mittelfeldspieler, der Chef auf dem Platz.

Werder Bremen: Martin Przondziono früher Werder-Amateure, heute Paderborn-Sportchef

„Ich meine mich zu erinnern, dass Martin ein bisschen der Star im Team war“, lacht Bode beim Blick in die Vergangenheit. Dass sich dieses Verhältnis in den folgenden Jahren deutlich verkehrte und sich das Star-Potenzial klar auf die Seite des Bremer Aufsichtsratsvorsitzenden verschob, ist bekannt. Meister mit Werder Bremen, Nationalspieler, Europameister, Vize-Weltmeister – Bode machte die große Karriere.

Aber auch Martin Przondziono (50) ist seinen Weg im Fußball gegangen. Allerdings auf einer anderen Ebene. Erst bei den Werder-Amateuren, später in der Zweiten Liga beim 1. FC Nürnberg und VfB Lübeck. Weitere Stationen Quelle Fürth, VfL Osnabrück und Preußen Münster. Und jetzt: SC Paderborn, Geschäftsführer Sport. Seit einem halben Jahr hat er den Posten inne, weshalb das Wiedersehen mit Marco Bode am Sonntag einen ganz offiziellen Anstrich hat. Aufsteiger SC Paderborn kommt zum Bundesliga-Duell ins Weserstadion.

Werder Bremen: Marco Bode und Martin Przondziono mögen und schätzen sich

Marco Bode freut sich drauf, auch wenn es natürlich nicht der erste Berührungspunkt seit den Jahrzehnte zurückliegenden Lehrgängen in Barsinghausen ist. Obwohl zwischen ihm und Przondziono damals „keine echte Jugendfreundschaft“ entstand, hat der Kontakt doch gehalten. Mal eine gemeinsame Runde Golf, mal zufällige Treffen in den Stadien des Landes. „Wir mögen uns. Martin ist ein guter Typ. Ich halte auch fachlich viel von ihm“, sagt Bode im Gespräch mit der DeichStube.

Przondziono ist jetzt nicht mehr der Chef einer Nachwuchs-Auswahl, sondern der Boss beim SC Paderborn. Dabei hatte er nach der aktiven Karriere erstmal dem Fußball abgeschworen, erzählt er im Interview mit der DeichStube: „Ich wollte raus aus dem Fußballgeschäft, wollte etwas anderes machen.“ Marketing, Vertriebswesen, Herausgeber eines Golf-Magazins, dann aber doch wieder Fußball. Erst Berater, später Scout, schließlich Manager. So ist der Mann mit dem Zungenbrecher-Namen doch noch in der Bundesliga angekommen.

Werder Bremen: Trainer Otto Rehhagel war „kein Freund“ von Martin Przondzions Spiel

Als Spieler hat das nie geklappt. Dafür verantwortlich war auch Otto Rehhagel. „Er war wohl kein Freund meines Spiels“, sagt Przondziono. 1990 wechselte er von den Sportfreunden Salzgitter zu den Werder-Amateuren, gehörte offiziell sogar zu jenem Kader, der 1993 die Meisterschaft gewann. Ein Bundesliga-Spiel durfte er aber nie bestreiten: „Für einen jungen Spieler war es damals sehr schwer, sich in die Truppe zu spielen. Werder war eine europäische Spitzenmannschaft.“ 1994 ging er deshalb zum damaligen Zweitligisten 1. FC Nürnberg, wo er übrigens mit seinem Bremer Amtskollegen Frank Baumann zusammenspielte. 15 gemeinsame Partien stehen in der Vita.

Zu ihm hat Przondziono schon ob der Funktionen in den jeweiligen Clubs einen engeren Draht als zu Marco Bode. „Ich schaue mir auch häufiger Spiele der Jugend oder der U23 an, treffe dann Thomas Schaaf, Thomas Wolter, Mirko Votava, Frank Ordenewitz“ - allesamt Bremer Weggefährten. Oder eben Baumann. „Werder“, sagt der Paderborner Przondziono sogar, „bleibt mein Herzensverein.“ Bis vor einem Jahr kickte er sogar noch für die Bremer Traditionsmannschaft. Aber damit ist Schluss: „Meine Knie machen nicht mehr mit.“ (csa)

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