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Marco Friedl soll bei Werder Bremen in Zukunft vornehmlich im Abwehrzentrum spielen.

Kohfeldt sieht 21-Jährigen als Innenverteidiger

Marco Friedls feste Rolle bei Werder Bremen

Zell – 16 Mal stand Marco Friedl bisher für Werder Bremen in der Bundesliga auf dem Platz, und dass er vielseitig einsetzbar ist, hat er dabei mehr als bewiesen. Mal hinten links, mal hinten rechts und mal in der Innenverteidigung – der junge Österreicher war in Werders Abwehr der Mann, der die Lücken stopft, der verletzte oder gesperrte Kollegen überall ersetzen kann.

Doch damit könnte in der neuen Saison Schluss sein: Trainer Florian Kohfeldt hat für Marco Friedl eine feste Rolle im Kopf. 

Werder Bremen: Florian Kohfeldt sieht Marco Friedl als Partner von Niklas Moisander

„Ich sehe ihn im Zentrum“, sagte der Trainer über den Profi, „und dort momentan ganz klar an der Seite von Niklas Moisander“. Weil Milos Veljkovic wegen eines Zehenbruchs die komplette Vorbereitung verpassen wird und auch Sebastian Langkamp nach einem Muskelfaserriss mit Rückstand startet, ist Friedl aktuell erster Anwärter auf den Posten neben dem Abwehrchef. 

Zwar könne Marco Friedl auch auf der Linksverteidigerposition „mehr als solide“ spielen, Kohfeldt schwebt aber trotzdem eine Spezialisierung des Profis vor: „Grundsätzlich ist es mein Ziel, einem Spieler Sicherheit für eine Position zu geben. Ich bin eigentlich überhaupt kein Freund davon, da hinten so viel herumzuschieben.“

Marco Friedl will sich bei Werder Bremen einen Stammplatz erkämpfen

Marco Friedl dürfte das gerne hören. Schließlich sieht sich der 21- Jährige selbst auch in erster Linie als Innenverteidiger. Sein Ziel: Er möchte in der neuen Saison den nächsten Schritt machen, weg von der Bank, rauf auf den Platz. Oder wie er es selbst während des Trainingslagers im Zillertal sagte: „Ich will nicht mehr der Backup sein, ich will viel spielen.“

Da schadet es sicher nicht, dass sich der Österreicher, der wegen seiner Teilnahme an der U21-EM etwas länger Urlaub machen durfte und später ins Trainingslager nachgereist war, bisher in guter Form präsentiert. „Er ist mit einer sehr guten Physis wiedergekommen“, lobte Kohfeldt nach dem Testspiel gegen Darmstadt – und betonte: „Grundsätzlich macht Marco einen sehr guten Eindruck auf mich.“

Unterdessen hat Kohfeldt im Trainingslager über die Kaderplanung gesprochen und angedeutet, dass ein Wechsel von Martin Harnik durchaus möglich ist. Nuri Sahin dagegen habe eine „immense Bedeutung“ für Werder Bremen und Florian Kohfeldt - er zählt zu den Gewinnern des Trainingslagers. Unterdessen bastelt Sportchef Frank Baumann am Kader für die neue Saison: Werder Bremen hofft auf einen Transfer von Benjamin Henrichs.

Zur letzten Meldung vom 09. Juli 2019:

Friedls Zukunft bei Werder: „Moisanders Erbe ist vielleicht die Perspektive“

Zell – Früher war es so: Marco Friedl sauste im Zillertal die Berge runter, fuhr auf den 3.000ern der Umgebung Jugendrennen im Riesentorlauf. Aktuell ist es so: Marco Friedl schaut im Zillertal nur noch die Berge rauf. Und das Rennen, das er jetzt fährt, findet auf dem Fußballplatz statt. Es ist das Rennen um einen Stammplatz bei Werder Bremen. Friedl startet es in diesen Tagen im Trainingslager in Zell am Ziller.

Mit etwas Verspätung, aber nur zwei Wochen nach dem Vorrunden-Aus bei der U21-EM hat der Österreicher am Montag die Saisonvorbereitung aufgenommen. Er hat nicht länger warten wollen, sagt er, nach 14 Tagen Erholung fühle er sich frisch genug, um die neue Saison in Angriff zu nehmen. „Für einen jungen Spieler wie mich ist das kein Problem“, meint der 21-Jährige, der natürlich nur zu gut weiß, welche große Chance bei Werder Bremen gerade vor ihm liegt. Wegen der Verletzungen der beiden Innenverteidiger Sebastian Langkamp (Muskelfaserriss in der Wade) und Milos Veljkovic (Zehenbruch) hat er für die Vorbereitungsspiele quasi eine Einsatzgarantie. Und damit die Möglichkeit, sich als Stammkraft in der Innenverteidigung zu empfehlen. Genau das ist sein Ziel.

„Ich will nicht mehr der Backup sein, ich will viel spielen“, erklärt Marco Friedl – es ist ein Satz, der als Kampfansage locker durchgeht. Wobei das Besondere daran ist, dass er sich im Grunde an alle vier Spieler auf allen vier Positionen der Abwehrkette richtet. Friedl, der vor der EM nach 18 Monaten als Leihspieler einen Dreijahresvertrag bei Werder Bremen unterschrieben hat, hat schon überall gespielt. Als Linksverteidiger der Zukunft ist er vor eineinhalb Jahren vom FC Bayern nach Bremen gekommen, Rechtsverteidiger hat er zuletzt gespielt, doch als Innenverteidiger möchte er nun am liebsten gesehen werden. „Ich fühle mich sehr wohl auf dieser Position“, meint Friedl. Was insgesamt günstig ist für alle Beteiligten, denn Werder braucht ihn als Innenverteidiger, dort ist er eingeplant. Aktuell und künftig.

Werder Bremen: Marco Friedl soll Niklas Moisander ersetzen - wenn es soweit ist

Abwehrchef Niklas Moisander hat Marco Friedl unlängst über den grünen Klee gelobt. Dessen Übersicht bei der Spieleröffnung, seine Risikobereitschaft bei den Pässen nach vorn – „ein Typ wie ich“, sei der junge Kollege, hatte er gesagt. Damit ist auch klar, wie das Anforderungsprofil für Friedl lautet: Ersetze Moisander, wenn es soweit ist!

Friedl, wie Moisander ein Linksfuß, hebt den Finger und meldet seine Bereitschaft an, das Erbe des Finnen anzutreten. „Das ist vielleicht die Perspektive“, sagt er und ergänzt: „Ich trainiere die Position, weil es für mich die Position ist, die ich spielen werde.“ Weil er das mit großer Überzeugung kundtut, ist davon auszugehen, dass ihm Trainer Florian Kohfeldt vor der Vertragsunterschrift genau diese Chance aufgezeigt hat. „Gute Gespräche“ habe er mit dem Coach geführt, sagt Friedl, hinterher war er überzeugt, dass „es der richtige Schritt für mich ist, hier zu bleiben.“

Marco Friedl von Werder Bremen: Im Winter muss er in die Berge

Hier, das ist Werder, das ist Bremen, die neue Heimat. Das Zillertal ist als aktueller Aufenthaltsort nahe der alten Heimat, nur 30 Autominuten von Kirchbichl entfernt. Dort ist Friedl geboren, aufgewachsen, dort hat er das Fußballspielen gelernt. „Vermutlich“, lächelt er, „habe ich damals auch schon in Zell gespielt. Aber ich weiß es nicht mehr.“ Dass er aber auf den Bergen drumherum Skirennen gefahren ist, weiß er dagegen noch sehr genau. „Ich war sogar ganz gut“, meint Friedl. Immerhin schaffte er es in den Förderkader des Tiroler Skiverbandes. Aber im Fußball war er noch besser, wechselte schon als Zehnjähriger zum großen FC Bayern München.

Dass er es dort nicht geschafft hat, sich durchzusetzen, hat Marco Friedl abgehakt. „Es macht mich nicht traurig. Ich bin jetzt fixer Teil von Werder Bremen.“ Fern der Berge allerdings. „Im Winter muss ich da auch wieder rauf“, lacht er. Dass Skifahren bei den Bundesliga-Clubs nicht zu den gern gesehenen Freizeitaktivitäten gehört – egal: „Ich fahre ja nur rauf. Und ob ich wieder runterfahre, muss ja niemand sehen.“

Friedl sprach außerdem über einen möglichen Wechsel von Landsmann Michael Gregoritsch zu Werder Bremen. Unterdessen war der Berater von Martin Harnik zu Besuch im Trainingslager von Werder Bremen, aber offenbar nicht wegen eines möglichen Wechsels. Alles, was sonst im Trainingslager von Werder Bremen im Zillertal wichtig ist, erfahrt ihr in unserem Ticker!

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