+
Marco Friedl überzeugte zuletzt nicht immer für Werder Bremen in der Bundesliga. Trainer Florian Kohfeldt stärkt ihm den Rücken.

Verteidiger in der Kritik

Florian Kohfeldt über Friedl: „Ich werde Marco nicht fallen lassen“

Bremen – Erst formvollendet per Volleyschuss, dann nach einem Eckball per Kopf – Marco Friedl hat sich am Freitagabend ordentlich Frust von der Seele geschossen, hat nach schweren Wochen in Bremen endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis verbucht.

Mit einem Doppelpack führte der Werder-Verteidiger die österreichische U21-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation zu einem 4:0-Erfolg über den Kosovo und erfüllte damit, ganz nebenbei, die Hoffnung, mit der ihn Florian Kohfeldt in die Heimat geschickt hatte.

„Er fährt jetzt zur Nationalmannschaft, und das tut ihm bestimmt gut“, hatte der Werder-Trainer gesagt. Natürlich war auch ihm nicht entgangen, dass es für den 21-Jährigen in der Bundesliga zuletzt alles andere als gut gelaufen war.

Marco Friedl: Mehrere schwache Bundesliga-Spiele für Werder Bremen

Nachdem Werder den Linksverteidiger im Sommer fest von Bayern München verpflichtet hatte, war seine Rolle innerhalb des Kaders eigentlich klar: Friedl sollte als Back-up des gesetzten Ludwig Augustinsson fungieren, vielleicht auch hin und wieder in der Abwehrmitte aushelfen. Es kam allerdings anders.

Augustinsson verletzte sich am Knie, hat bis heute kein Saisonspiel absolvieren können, weshalb Friedl in bisher allen Partien in der Startelf stand – und dabei so manches Mal ziemlich unglücklich aussah. Zuletzt beim 1:3 in Gladbach, davor schon beim 2:2 gegen Freiburg und wiederum davor beim 2:2 in Leverkusen. Dass die Besetzung neben ihm in der Innenverteidigung aus Verletzungsgründen ebenfalls oft wechselte, machte die Sache für den Österreicher nicht leichter.

Werder Bremen: Marco Friedl sollte sich eigentlich neben Niklas Moisander entwickeln

„Natürlich war es der Plan, dass Marco mehr Spiele bekommt, aber ich hätte ihn gerne neben einem Niklas Moisander oder Ömer Toprak wachsen sehen“, sagt Kohfeldt. Ging bisher aber nicht, beide erfahrenen Innenverteidiger fielen und fallen aus. Friedl war also sofort gefordert – und damit bisweilen überfordert. Was für Fehler sorgte, die wiederum schlechte Gedanken hervorbrachten. „Natürlich beschäftigt ihn das. Seine eigene Erwartung an sich ist ja nicht das, was er in den letzten Wochen gespielt hat“, sagt Kohfeldt, der aber weit davon entfernt ist, Friedl aufs Abstellgleis zu stellen.

„Wir sind uns völlig im Klaren, dass er ein junger Spieler ist, der das erste Mal Woche für Woche spielen muss. Das kannte er vorher noch nicht“, erklärt der Trainer, der dem Profi mit viel Verständnis begegnet: „Ganz sicher werde ich Marco nicht fallen lassen.“ Ein klares Bekenntnis zum Spieler, was Kritik aber nicht ausschließt: „Es ist natürlich kein unkritischer Umgang.“

Werder Bremen: Verdrängt Ludwig Augustinsson Marco Friedl schon gegen Schalke 04?

Heißt: Friedl bekommt intern selbstverständlich zu hören, dass er Patrick Herrmann im Spiel gegen Gladbach früher hätte angreifen müssen, oder dass er gegen Karim Bellarabi im Spiel gegen Leverkusen immer einen Schritt zu spät dran war. Bei Werder trauen sie ihm aber nach wie vor zu, dass er es besser machen kann. Kohfeldt: „Er hat eine Chance, gegen Schalke zu spielen.“

Diese dürfte allerdings stark von Augustinssons Genesungsverlauf abhängen. Der Schwede trainiert bereits wieder mit der Mannschaft und könnte Friedl schon am nächsten Spieltag aus der Startelf verdrängen. Daran dürfte dann auch der Doppelpack gegen den Kosovo nichts ändern können. (dco/kni)

Mehr News zu Werder Bremen

So liefen die letzten Länderspiele mit Werder-Beteiligung: Marco Friedl erzielt Doppelpack für Österreichs U21 in der EM-Qualifikation. Vorerst ohne Ömer Toprak und Niklas Moisander: So plant Florian Kohfeldt die künftige Werder-Abwehr.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare