Rote Karte für Marco Friedl: Der Kapitän des SV Werder Bremen ebnete mit seinem frühen Platzverweis den Weg für die Niederlage beim SC Freiburg.
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Rote Karte für Marco Friedl: Der Kapitän des SV Werder Bremen ebnete mit seinem frühen Platzverweis den Weg für die Niederlage beim SC Freiburg.

Werders 0:2-Pleite in Freiburg

Werder-Trainer Ole Werner nimmt Marco Friedl nach frühem Platzverweis gegen Freiburg in Schutz

Freiburg - Natürlich war er geknickt, sehr sogar. Alles andere wäre nach Werder Bremens Auswärtsspiel beim SC Freiburg auch ziemlich verwunderlich gewesen. Denn schließlich hatte Marco Friedl während der Partie eine unerfreuliche Hauptrolle gespielt und letztlich maßgeblich zur 0:2-Niederlage seines Teams beigetragen. „Heute haben wir uns durch meine frühe Rote Karte selbst geschlagen“, sagte der Kapitän hinterher im Vereins-TV - und fügte an: „Dass ich der Mannschaft damit so geschadet habe, tut mir extrem leid.“ Es waren bemerkenswert selbstkritische Worte des Österreichers, der von Werders Verantwortlichen aber demonstrativ in Schutz genommen wurde.

Sowohl Cheftrainer Ole Werner als auch der Leiter Profifußball Clemens Fritz verzichteten im Nachgang der Partie darauf, Friedl für dessen Verhalten aus der 14. Spielminute explizit zu kritisieren. Nachdem sich der 24-Jährige von Landsmann Michael Gregoritsch hatte übertölpeln lassen, riss er den Freiburger Stürmer auf dessen Weg zum Tor zu Boden, was Schiedsrichter Bastian Dankert als Notbremse wertete und Marco Friedl die Rote Karte zeigte. Für Werner und Fritz traf den Innenverteidiger des SV Werder Bremen aber vor allem aus zwei Gründen keine Hauptschuld.

Grund Nummer eins: Friedls Entscheidung sei nicht bewusst gewesen. „Er hat ja keine Zeit, lange nachzudenken. Das passiert reflexhaft“, sagte Fritz über das Halten. Werner klang da ganz ähnlich. „Es geht in dem Moment so schnell, dass du einfach nur reagierst“, meinte der Trainer - und fügte im Gespräch mit den Journalisten süffisant an: „Marco hat ja nicht die gemütliche Position wie wir da draußen, sondern führt diesen Zweikampf auf dem Platz.“ Von der Seitenlinie aus hätte Marco Friedl „wahrscheinlich auch gesagt, dass er lieber wegbleiben sollte“, vermutete Werner, „aber in der Situation versucht er halt, zu verteidigen und geht vielleicht auch nicht davon aus, dass er der vermeintlich letzte Mann ist“. Was uns direkt zum zweiten Argument pro Friedl führt - nämlich, dass Werder Bremen die Rote Karte per se in Frage stellte.

Werder Bremen-Trainer Ole Werner schützt Kapitän Marco Friedl nach dessen früher Roter Karte

„Für mich ist es eher eine Gelbe Karte“, betonte Werner und verwies darauf, dass Amos Pieper „schon noch die Möglichkeit gehabt hätte, einzugreifen“. Eine Lesart, der Freiburgs Trainer Christian Streich nicht allzu viel abgewinnen konnte. „Aus meiner Sicht ist es eine Rote Karte. Der Schiedsrichter muss so entscheiden. Ob ein anderer Spieler, noch hätte eingreifen können, ist Spekulation“, sagte der 57-Jährige und sprach seinem Stürmer Gregoritsch für dessen Vorbeikommen an Friedl ein dickes Lob aus: „Er macht es klasse, dass er sich den Ball gleich mit der ersten Berührung vorbeilegt.“ Für Clemens Fritz war es hingegen mehr Zufallsprodukt denn Geniestreich: „Ich glaube nicht, dass das gewollt war.“ Der Widerspruch ließ wiederum nicht lange auf sich warten. „Vielleicht traut er mir das technisch nicht zu, aber natürlich war es Absicht“, sagte Gregoritsch über seine Aktion, zu der es laut Werner nicht gekommen wäre, wenn sich Werder Bremens gesamte Defensive besser verhalten hätte.

„Es gibt eine klare Zuteilung. Dann kommt eine Gegenbewegung, durch die wir Gregoritsch aus den Augen verlieren, wodurch er den kurzen Moment hat, sich den Ball in den Raum reinzulegen. Das kann man sicherlich besser machen“, äußerte der Coach Kritik, mit der unter anderem auch Marco Friedl gemeint war. (dco/kni)

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