Die Bayern am Schienbein: Werder-Profi Marco Friedl trägt im Spiel gegen Eintracht Frankfurt besondere Schoner.
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Die Bayern am Schienbein: Werder-Profi Marco Friedl trägt im Spiel gegen Eintracht Frankfurt besondere Schoner.

Ein Fremdgeher in Sachen Schienbeinschoner

Friedl und der Schutz der Bayern

Bremen - Wer kurz vor der Einwechslung von Marco Friedl genau hinschaute, der wunderte sich schon ein bisschen: Als der Werder-Profi beim Spiel gegen Frankfurt seine Stutzen hochzog, war auf einmal ein Schienbeinschoner des FC Bayern zu erkennen.

Es ist gewissermaßen eine Reliquie und nicht die einzige Unterstützung, die die Leihgabe des FC Bayern noch aus München erfährt, wie der 20-Jährige am Ostersonntag verriet.

„Ich bekomme regelmäßiges Feedback aus München“, berichtete Friedl. Einmal die Woche gebe es telefonischen Kontakt – meistens zu Co-Trainer Peter Hermann, manchmal auch zu Sportdirektor Hasan Salihamidzic. „Das tut mir gut“, meinte Friedl. 

Auch zu einigen ehemaligen Teamkollegen pflegt er noch ein gutes Verhältnis. „Mats Hummels, Franck Ribery und natürlich David Alaba.“ Das ist sein Landsmann – und sein Vorbild. Der Außenverteidiger hat es bei den Bayern weit gebracht. Davon träumt auch Friedl. 

Selbstbestimmt wie die Bayern

Er geht dabei den Umweg über Bremen. Im Januar ließ er sich für eineinhalb Jahre nach Bremen ausleihen. „So wie hier wird nicht an vielen Orten in der Bundesliga Fußball gespielt“, betonte Friedl. Er meint damit den Ballbesitzfußball, den sich Trainer Florian Kohfeldt trotz des Abstiegskampfes zu spielen traut. So selbstbestimmt wie die Bremer treten sonst fast nur noch die Bayern auf. 

Das kennt Friedl also schon. Auch deshalb fiel die Eingewöhnung sehr leicht. „Ich bin schon in Bremen angekommen“, sagte Friedl nach seinem nun dritten Bundesliga-Einsatz für Werder. Diesmal wurde er ganz kurzfristig auf der linken Abwehrseite gebraucht, weil sich Ludwig Augustinsson nach 25 Minuten verletzt hatte. „Es war nicht ganz einfach, gleich von 0 auf 100 zu sein“, gestand der erst 20-Jährige: „Nach ein, zwei Kleinigkeiten habe ich dann erst mal mit sicheren Bällen meine Ruhe gesucht.“ Und gefunden. 

Friedl machte eine ordentliche Partie, sah allerdings beim Gegentor kurz nach der Pause nicht glücklich aus, als er Torschütze Luka Jovic aus den Augen verloren hatte. „Das stimmt“, gab Friedl zu: „Insgesamt waren wir da etwas schläfrig. Das müssen wir besser verteidigen.“

Friedl will von Vorzeitiger Rettung nichts wissen

Klappte anschließend ja auch besser. Frankfurt traf nicht mehr, Werder schon – 2:1-Heimsieg. Aber auch Friedl wollte von der vorzeitigen Rettung nichts wissen. „Von Europa träume ich auch nicht“, fügte er noch an. Wenngleich er schon einräumte, dieses „Mia-san-mia“ der Bayern und damit das Streben nach maximalem Erfolg in sich zu haben: „Das lernst du da schon in der Jugend.“ 

Friedl war bereits als Zehnjähriger zum großen FC Bayern gekommen. Damit ist auch seine Schienbeinschoner-Geschichte zu erklären. „Ein Ritual von mir“, klärte Friedl auf: „Der eine Schienbeinschoner ist immer von den Bayern, der andere von Österreich.“ Friedl spielt in der U21-Auswahl seines Landes. Aber er versprach sofort: „Wenn die nächsten Schienbeinschoner fällig sind, wird auch einer von Werder dabei sein.“

Marco Friedl: Seine Karriere in Bildern

Vom FC Kufstein wechselte Marco Friedl in die U17 B-Junioren des FC Bayern.
Vom FC Kufstein aus Österreich wechselte Marco Friedl in die U17 B-Junioren des FC Bayern. © imago
In der A-Jugend zeigte er sehr gute Leistungen und konnte sich für die Profi Mannschaften empfehlen.
In der A-Jugend zeigte er sehr gute Leistungen und konnte sich für die Profi Mannschaften empfehlen. © imago
Er schaffte den Sprung in die zweite Mannschaft und gab dort am 22. November 2015 sein Debüt.
Er schaffte den Sprung in die zweite Mannschaft und gab dort am 22. November 2015 sein Debüt. © imago/Ulmer
Seinen ersten Einsatz für die Profis erhielt er in der Champions League gegen den RSC Anderlecht im November 2017. Er stand bei seinem Debüt sogar direkt in der Startelf und spielte über 90 Minuten.
Seinen ersten Einsatz für die Profis erhielt er in der Champions League gegen den RSC Anderlecht im November 2017. Er stand bei seinem Debüt sogar direkt in der Startelf und spielte über 90 Minuten. © imago
Nur drei Tage später durfte er auch erstmals in der Bundesliga ran - gegen Borussia Mönchengladbach. Bayern verlor 1:2.
Nur drei Tage später durfte er auch erstmals in der Bundesliga ran - gegen Borussia Mönchengladbach. Bayern verlor 1:2. © imago
Im Winter 2018 wechselte Friedl per Leihgabe zum SV Werder. Für anderthalb Jahre ist er an die Bremer ausgeliehen.
Im Winter 2018 wechselte Friedl per Leihgabe zum SV Werder. Für anderthalb Jahre ist er an die Bremer ausgeliehen. © gumzmedia
Anfang März durfte der Verteidiger das erste Mal für Werder in der Bundesliga auflaufen. Nach 0:2-Rückstand holte Werder in Mönchengladbach noch ein 2:2.
Anfang März durfte der Verteidiger das erste Mal für Werder in der Bundesliga auflaufen. Nach 0:2-Rückstand holte Werder in Mönchengladbach noch ein 2:2. © imago

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