Marco Friedl beschenkte die Fans von Werder Bremen gegen Heidenheim mit einem Tor - und seinem Trikot.
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Marco Friedl beschenkte die Fans von Werder Bremen gegen Heidenheim mit einem Tor - und seinem Trikot.

Friedl auf Wiedergutmachungskurs

Tor nach nach Streik: Friedls letzter Akt der Versöhnung mit den Werder-Fans

Bremen – Marco Friedl musste gar nicht abstoppen. Von außerhalb des Strafraums war er gestartet und hatte das perfekte Timing für den Freistoß, der in den Strafraum gesegelt kam. Der Österreicher hielt den linken Fuß hin und konnte ungebremst gleich weiterlaufen: zum Jubeln mit den Fans des SV Werder Bremen an den Zaun der Ostkurve. Um ein Tor zu feiern, das gleich in dreifacher Hinsicht ein besonderes war. 

Dieses 1:0 gegen den 1. FC Heidenheim war das erste Tor von Werder Bremen seit Beginn der Corona-Pandemie, das vor einer vollen Ostkurve fiel. Es war der erste Bremer Treffer nach zwei Niederlagen ohne eigenes Tor, wischte also die Zweifel an der Bremer Abschlusstärke etwas beiseite. Und es war das Tor, das Marco Friedl brauchte, um die Versöhnung mit den Fans zu vollenden und einen Schlussstrich unter seinen vor fünf Wochen gescheiterten Wechselversuch zu ziehen.

Marco Friedl trifft nach Wechsel-Streik und versöhnt sich mit den Fans von Werder Bremen

Marco Friedl sprintete also an den Ostkurvenzaun und machte Gesten, die als Versuch der Entschuldigung bei den Fans des SV Werder Bremen interpretiert werden können. Von der Tribüne schlug ihm auch kein Groll mehr entgegen, Friedl nahm vor allem eines wahr: „Erleichterung bei den Fans.“ Bis zur Führung habe die Mannschaft zwar „gut gespielt, aber der letzte Pass hat gefehlt.“ Dann flankte Ducksch, und Friedl vollendete. „Es war schon verrückt, dieses Tor zu machen, wieder vor dieser Kulisse zu jubeln. Ich bin megahappy“, erklärte der 23-Jährige.

Werder Bremen: Marco Friedl mit Taten und Gesten der Versöhnung

Beim Jubel schlug Marco Friedl mit der Hand auf das Werder-Wappen auf seinem Trikot, um zu dokumentieren: Ich bin noch einer von euch! Auch wenn er vor kurzem noch lieber einer von Union Berlin geworden wäre. Aber Schwamm drüber: Marco Friedl hat sich mehrfach erklärend und bedauernd über sein Verhalten geäußert, hat nun ein wichtiges Tor für Werder Bremen erzielt. „Man kann über ihn sagen, dass es damals unglücklich gelaufen ist für ihn“, sagte Trainer Markus Anfang im Rückblick auf die Wechselaufregung, „aber Marco hat danach im Training hart gearbeitet. Dafür hat er sich mit dem Tor belohnt. Ich freue mich sehr für ihn, dass er das 1:0 gemacht hat.“ Erst einen Spieltag zuvor war Friedl in die Bremer Startelf zurückgekehrt und war Teil der 0:3-Blamage bei Dynamo Dresden. Er hatte schwach gespielt, alle anderen aber auch. Gegen Heidenheim erlebte er die große Wende – individuell und im Kollektiv. (csa)

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