Mit geschlossenen Augen und einem L für Lukas gedenkt Marco Friedl (re.) bei seinem Tor für Werder Bremen einem verstorbenen Freund.
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Mit geschlossenen Augen und einem L für Lukas gedenkt Marco Friedl (re.) bei seinem Tor für Werder Bremen einem verstorbenen Freund.

Wofür Friedls „L“ beim Werder-Torjubel stand

„L“-Jubel: Marco Friedl trifft für Werder Bremen und denkt an einen verstorbenen Freund in der Heimat

Bremen – Mit der einen Geste ließ sich leicht etwas anfangen. Marco Friedl klopfte nach seinem Führungstreffer gegen den 1. FC Heidenheim auf das Werder-W auf dem Trikot. Ein Zeichen der Verbundenheit mit dem Arbeitgeber nach für ihn aufregenden Wochen. Dachte man. Friedl formte beim Jubel mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand aber auch ein „L“. Was es damit auf sich hatte? Es ist eine traurige Geschichte, die mit dem SV Werder Bremen, seinen Fans und dem Fußball nichts zu tun hat.
 

„Das ist für einen guten Freund in Österreich, der leider vor etwa zehn Tagen von uns gegangen ist. Er hieß Lukas, deshalb war das L für ihn“, erklärte Marco Friedl in der ARD. Das „L“ und alles, was sich an Schicksalhaftem dahinter verbirgt, dürfte sehr viel größer sein als das Tor an sich. Aber am Freitagabend steckte Friedl nun mal in seinem Trikot und sprach über einen wichtigen Sieg und das für ihn persönlich sowie für die Mannschaft so bedeutsame Tor. „Es ist schön, dass ich nach den turbulenten Wochen mit dem 1:0 ein bisschen das Eis brechen konnte“, sagte der Verteidiger des SV Werder Bremen.

Werder Bremen: Marco Friedl trauert um verstorbenen Freund - was das „L“ beim Tor-Jubel bedeutet hat

Wobei: „Ein bisschen“ ist ein bisschen untertrieben. Denn nach dem 1:0 folgte schnell das 2:0, am Ende hieß es 3:0 für Werder Bremen, und von einem gebrochenen Eis konnte nicht mehr die Rede sein. Das Wohninvest Weserstadion brodelte und kochte. Marco Friedl genoss es einerseits, war andererseits mit den Gedanken aber auch bei seinem verstorbenen Freund in der österreichischen Heimat. Dass er selbst mit dem Treffer das wegen seines Wechselstreiks angespannte Verhältnis zu den Fans gekittet hatte, beschäftigte ihn dagegen gar nicht so sehr. „Die Geschichte war für mich schon unter der Woche durch“, erklärte er. In einer Runde mit Bremer Journalisten hatte er „offen darüber gesprochen, mich auf Instagram entschuldigt. Und die Fans haben mir eine gute Rückmeldung gegeben. Da war das Ding für mich gegessen.“ (csa)

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