Werder Bremens Aufsichtsratschef Marco Fuchs spricht über die Zukunft des Weserstadions und mögliche Pläne von Partner Wohninvest.
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Werder Bremens Aufsichtsratschef Marco Fuchs spricht über die Zukunft des Weserstadions und mögliche Pläne von Partner Wohninvest.

Werder-Aufsichtsrats-Boss im Interview

Marco Fuchs über Weserstadion-Pläne: „Werder, die Stadt Bremen und die BWS sollten sich damit beschäftigen“

Bremen - Es geht um die Zukunft des Wohninvest Weserstadions, das zur besseren Finanzierung künftig neben den Fußballspielen noch mehr anderweitig genutzt werden soll. Namenssponsor Wohninvest will sich noch mehr engagieren, dafür aber auch Anteile an der Bremer Weserstadion GmbH (BWS) erwerben. Werder Bremens Aufsichtsratschef Marco Fuchs erklärt auf Nachfrage der DeichStube, wie er die Chancen dieses Vorhaben einschätzt.

Herr Fuchs, Wohninvest möchte sein Geschäftsmodell Brainhouse247 im Weserstadion etablieren und dafür möglicherweise auch Anteile an der BWS übernehmen. Wie ist der Stand der Dinge, wann kann es zu einem Abschluss kommen?

Es ist richtig, dass es aktuell gemeinsam mit unserem Partner Wohninvest Überlegungen und Ideen gibt, wie man das Stadion außerhalb der Heimspiele effizienter nutzen kann. Wir befinden uns dabei aber erst in der Anfangsphase der Überlegungen. Ideen wurden vorgestellt, doch es sind auch noch weitreichende Fragen offen. Beispielsweise wie die Nutzung genau aussehen kann, welche Rechte Werder und die BWS damit abtreten, welche Einschränkungen auf den Verein dadurch zukommen würden. Auch der finanzielle Aspekt ist noch nicht ausreichend beleuchtet worden.

Wie stehen Sie und wie der Aufsichtsrat zu dem Interesse von Wohninvest und der Geschäftsidee Coworking Spaces?

Grundsätzlich ist es ein interessanter Ansatz, mit dem sich Werder, die Stadt Bremen und die BWS beschäftigen sollte, wenn es darum geht, neue Geschäftsfelder zu erkunden. Mit Hans-Jörg Otto wurde jüngst ein neuer Geschäftsführer bei der BWS installiert, der genau diese Themen vorantreiben soll. Die Idee des Coworking Space ist dabei eine Möglichkeit, aber es werden auch andere Überlegungen diskutiert, wie das Wohninvest Weserstadion als Event-Location attraktiver gestaltet werden kann.

Marco Fuchs über Weserstadion-Pläne mit Wohninvest: Wie Werder Bremen für die Zukunft „am sichersten“ aufstellen?

Unter welchen Umständen ist Werder Bremen bereit, sich von Anteilen an der BWS zu trennen?

Die zentrale Frage muss bei allen Überlegungen lauten, mit welcher Lösung Werder Bremen und die BWS für die Zukunft am sichersten aufgestellt sind. Wir reden dabei ja nicht nur von einer kurzfristigen Perspektive, sondern müssen uns auch damit beschäftigen, wie wir den Verein nach den aktuell finanziell schwierigen Zeiten in zehn, 15 Jahren aufstellen wollen. Daher werden aktuell verschiedene Modelle diskutiert. Vorstellbar wäre auch eine Vermietung von Flächen, so dass sich an den Anteilseignern vorerst nichts ändern würde.

Wie gefährlich wäre es, das Stadion aus städtischer und grün-weißer Hand einem privaten Unternehmen zu übergeben?

Es liegt sicherlich auch in unserer Verantwortung, zwischen Risiko und Chancen abzuwägen. Gleiches gilt für die Stadt als gleichwertigen Gesellschafter. Es ist unser gemeinsames Interesse Werder und die BWS für die anspruchsvollen, zukünftigen Jahre zu stärken. (kni)

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