Marie-Louise Eta spielte von 2014 bis 2018 für die erste Frauenmannschaft des SV Werder Bremen - zurzeit hospitiert sie im Trainerteam von Ole Werner und macht ihre Pro-Lizenz.
+
Marie-Louise Eta spielte von 2014 bis 2018 für die erste Frauenmannschaft des SV Werder Bremen - zurzeit hospitiert sie im Trainerteam von Ole Werner und macht ihre Pro-Lizenz.

Ex-Werder-Spielerin macht Uefa-Pro-Lizenz

Zu Gast beim Ex-Club: Frühere Werder-Kapitänin Eta hospitiert im Trainerteam von Ole Werner

Bremen – Die Spieler machen den Anfang, mit einem wärmenden Getränk in der Hand führt ihr Weg vom frostigen Trainingsplatz zurück in die Kabine. Dicht dahinter schlendert am Freitagmorgen auch Chefcoach Ole Werner in Richtung Weserstadion. Und ganz am Ende, da biegt schließlich Marie-Louise Eta vom Rasen ab. Seit dieser Woche darf sie mit auf dem Platz stehen, bei einem kleinen Plausch mit Co-Trainer Patrick Kohlmann lässt sie die just beendete Einheit noch einmal Revue passieren und tauscht sich über erste Details aus. Eta kennt sich beim SV Werder Bremen bestens aus, schließlich war sie jahrelang Kapitänin des Frauenteams und später im Nachwuchsbereich als Übungsleiterin tätig. Seither hat sich viel getan – und genau deshalb ist die gebürtige Dresdnerin nun zurück. Zumindest für kurze Zeit. Marie-Louise Eta hospitiert nämlich beim Team von Ole Werner.

„Jetzt auf allerhöchstem Niveau zuschauen und hineinschnuppern zu können, ist eine ganz tolle Erfahrung“, erzählt die 31-Jährige im Gespräch mit der DeichStube und strahlt. Ungewöhnlich früh hat Eta ihre Karriere 2018 beendet. Mit Werder Bremen hatte die Mittelfeldspielerin gerade den Bundesliga-Klassenerhalt geschafft, als sie einen Schlussstrich zog – im zarten Alter von 26 Jahren. Mit Turbine Potsdam wurde sie einst Meisterin, triumphierte obendrein in der Champions League, doch nun wollte sie einfach nur noch Trainerin sein. „Ich habe alles richtig gemacht und bin rundum zufrieden“, betont sie noch heute mit Blick auf ihre damalige Entscheidung.

Ex-Werder-Bremen-Kapitänin Marie-Louise Eta gehört inzwischen dem Trainerstab der deutschen U17-Juniorinnen an

Bei Werder Bremen gelang der Übergang fließend, hauptamtlich war sie erst für die U13, später für die U14 im Nachwuchsleistungszentrum zuständig. Irgendwann kam eine Anfrage vom Deutschen Fußball-Bund, parallel war Eta fortan als Co-Trainerin der U19-Frauen tätig. Ein weiteres Jahr später ging es weiter zur U15, wo sie hauptberuflich als Assistentin der früheren Weltmeisterin Bettina Wiegmann fungierte. Seit dieser Saison gehört sie zum Trainerstab der deutschen U17-Juniorinnen. Doch damit nicht genug: Seit vergangenem Februar bastelt die einstige Bremerin auch noch an ihrer Pro-Lizenz. Mehr als 100 Bewerbungen für einen Platz in dem 13-monatigen Kurs waren eingegangen, 16 Zusagen gab es am Ende – als einzige Frau erhielt Marie-Louise Eta eine davon.

Ex-Werder-Bremen-Kapitänin Marie-Louise Eta: „Ich will so viel wie möglich auf dem Platz stehen“

Seither wird viel gelernt, mal theoretisch, mal praktisch. So wie jetzt beim Gastspiel bei Werder Bremen. „Ich war vorher auch schon bei Holstein Kiel und zuletzt im November für fünf Tage bei RB Leipzig“, berichtet Marie-Louise Eta. Dort hat sie Marco Rose bei der Arbeit zugeschaut, nun eben Ole Werner. „Da bei Werder jetzt am Wochenende frei ist, werde ich wahrscheinlich nochmal in Kiel vorbeischauen. Dort hat man mir damals gesagt, dass ich immer wieder gern vorbeikommen kann“, erklärt die 31-Jährige. „In der nächsten Woche bin ich dann auf jeden Fall wieder in Bremen. Wie lange ich genau bleibe, steht aber noch nicht endgültig fest.“

Läuft alles optimal, dann hat Eta die Lizenz im März in der Tasche. Wie es dann weitergeht? Abwarten. „Im Sommer haben wir mit der U17 die Europameisterschaft, bei der wir hoffentlich gut abschneiden werden“, hebt sie hervor. „Aber beim DFB gibt es natürlich zwischen den Länderspielphasen und Turnieren auch immer viel Freiraum. Gut möglich, dass ich irgendwann auch wieder nebenbei noch bei einem Verein arbeite.“ Denn eines ist für Marie-Louise Eta klar: „Ich will so viel wie möglich auf dem Platz stehen.“ Die Stippvisite bei Werder Bremen kommt da genau richtig. (mbü)

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare