Markus Anfang ist neuer Trainer von Dynamo Dresden - gegen Corona geimpft ist der ehemalige Coach des SV Werder Bremen allerdings immer noch nicht.
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Markus Anfang ist neuer Trainer von Dynamo Dresden - gegen Corona geimpft ist der ehemalige Coach des SV Werder Bremen allerdings immer noch nicht.

Neuer Chefcoach beim Zweitliga-Absteiger

Zwei Mal Corona, aber keine Impfung - Ex-Werder-Trainer Markus Anfang bei Dynamo Dresden vorgestellt

Bremen/Dresden - Markus Anfang ist neuer Trainer von Dynamo Dresden. Der Zweitliga-Absteiger stellte den ehemaligen Coach von Werder Bremen am Freitagmittag als Nachfolger von Guerino Capretti vor. Doch auf der Pressekonferenz wurde der 47-Jährige vor allem zu seinem Impfpass-Skandal, Corona und dem eigenen Impfstatus befragt. Denn Anfang, der wegen der Nutzung eines gefälschten Impfausweises bis zum 10. Juni vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Trainer gesperrt wurde, erhält nun beim Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden eine zweite Chance. Genau an dem Tag, ab dem seine Sperre zur Bewährung ausgesetzt ist.

Er habe sich inzwischen zweimal mit Corona infiziert, berichtete Anfang und erklärte auf Nachfrage, dass er weiter nicht geimpft sei. „Ich habe es gut überstanden, mir geht es gut“, sagte Markus Anfang zu seinen Infektionen. „Ich finde es absolut in Ordnung, wenn man sich impfen lässt und den Schutz auch hat. Wenn man ein Risiko hat, dann will man das einfach nur geklärt haben. Da kann mir keiner die Angst nehmen und die Sicherheit geben, dass mir nichts passiert“, sagte der Ex-Trainer von Werder Bremen und neue Chefcoach von Dynamo Dresden.

Das Datum seiner Vorstellung ist kein Zufall, am Freitag wurde der Einjahres-Bann durch den Deutschen Fußball-Bund zur Bewährung ausgesetzt. Markus Anfang war im November als Trainer des damaligen Zweitligisten Werder Bremen zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen ihn Ermittlungen wegen der Nutzung eines gefälschten Impfausweises eingeleitet hatte. Das Amtsgericht Bremen verurteilte Anfang anschließend zu einer Geldstrafe von insgesamt 36.000 Euro verurteilt, zudem kam die Sperre durch den DFB.

Ex-Werder-Bremen-Trainer Markus Anfang über Corona-Impfung: „Keiner kann mir die Angst nehmen, dass mir nichts passiert“

„Der Fehler gehört leider zu mir, den kann ich nicht mehr rückgängig machen. Das habe ich mir selbst eingebrockt und ich mache keinen anderen Menschen dafür verantwortlich“, sagte Markus Anfang. „Ich habe mich bei den Menschen entschuldigt, die ich enttäuscht habe. Mehr kann ich nicht tun. Und ich darf nicht die Erwartung haben, dass die Menschen mir verzeihen“, so der Ex-Trainer von Werder Bremen und neue Chefcoach von Dynamo Dresden weiter.

Den Verzicht auf eine Impfung erklärte Markus Anfang erneut mit einer „gewissen Angst“ aufgrund persönlicher Erfahrungen. So sei seine Tante nach einer Impfung an einem Herzinfarkt gestorben. „Das hat mit meiner Haltung gegenüber einer Coronaschutzimpfung überhaupt nichts zu tun, ich finde, es ist absolut in Ordnung, wenn man sich impfen lässt“, so der Ex-Trainer von Werder Bremen. Der neue Chefcoach von Dynamo Dresden habe sich gegen Hepatitis und gegen Tetanus impfen lassen.

Dynamo-Dresden-Sportchef Ralf Becker über Ex-Werder-Bremen-Trainer Markus Anfang: „Bestmögliche Lösung“

Ralf Becker, Sportchef von Dynamo Dresden, hatte bereits bei Holstein Kiel mit Markus Anfang zusammengearbeitet. „Der Fehler war der Umgang mit der Sache. Wir werden das aber gemeinsam durchstehen, ich bin von ihm als Trainer und als Mensch überzeugt“, sagte Becker. Zusammen war den beiden in der Saison 2016/2017 der Drittliga-Aufstieg mit Kiel gelungen. Becker sieht Anfang „als bestmögliche Lösung“ an und gab dem Ex-Trainer von Werder Bremen einen Zweijahresvertrag für alle drei Profiligen.

Nun soll der Sprung zurück in die 2. Liga gelingen. Das Duo will Dynamo Dresden, das zuletzt 19 Spiele in Serie ohne Sieg blieb und bislang 17 Akteure verabschiedete, nach dem Umbruch zu neuem Glanz verhelfen. Markus Anfang erhält seine zweite Chance im Profi-Fußball in dem Bundesland, in dem die Quote der Corona-Erstimpfungen mit derzeit knapp 66 Prozent am geringsten ist. (dpa/nag)

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