Markus Anfang, früherer Coach des SV Werder Bremen, sorgte bei Dynamo Dresden für Aufsehen, als er seinen verletzten Spieler Kyu-hyun Park dazu aufforderte, aufzustehen und weiterzuspielen.
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Markus Anfang, früherer Coach des SV Werder Bremen, hat bei Dynamo Dresden für Aufsehen gesorgt, als er seinen verletzten Spieler Kyu-hyun Park dazu aufforderte, aufzustehen und weiterzuspielen.

Kritik an Dresden-Trainer Anfang

Nach Park-Attacke in Dresden: Ex-Werder-Coach Markus Anfang entschuldigt sich

Dresden/Bremen – Fast genau ein Jahr nach seinem Impfpassskandal beim SV Werder Bremen sorgt Markus Anfang erneut für Aufsehen – und wieder spielen die Grün-Weißen eine Rolle. Dabei arbeitet der Coach längst für den Drittligisten Dynamo Dresden. Doch zu seinem Kader zählt auch Werders Leihgabe Kyu-hyun Park. Der Südkoreaner musste am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen Zwickau (0:0) eine etwas ungewöhnliche Attacke über sich ergehen lassen. Die TV-Bilder dieser Aktion von Anfang sind ein etwas unrühmlicher Hit in den sozialen Medien. Der Trainer entschuldigte sich nun sogar öffentlich für sein sehr spezielles, in Bremen aber nicht ganz unbekanntes Verhalten.

Was war passiert? Kyu-hyun Park wurde schon früh in der Partie direkt an der Außenlinie vor der Trainerbank von einem Gegenspieler rüde von den Beinen geholt und krümmte sich vor Schmerzen. Doch Markus Anfang hatte so gar kein Mitleid mit seinem Spieler, sondern forderte ihn vielmehr gestenreich auf, sofort wieder aufzustehen und weiterzuspielen. Park gehorchte, rappelte sich auf und humpelte weiter. Allerdings nicht lange. Ein paar Minuten später musste der 21-Jährige ausgewechselt werden. „Es ist wohl eine langwierige Geschichte. Kann sein, dass sich Park am Bandapparat im Knie eine Verletzung zugezogen hat“, teilte Anfang nun gegenüber „Tag24“ mit.

Natürlich hat Markus Anfang mitbekommen, welch‘ kritische Reaktionen im Netz sein Verhalten an der Seitenlinie ausgelöst hat. „Wenn das so rübergekommen ist, dann tut es mir leid. Das hat nix damit zu tun, dass ich den Jungen nicht mag, im Gegenteil“, entschuldigte sich der 48-jährige Ex-Trainer des SV Werder Bremen und erklärte: „Park und ich, wir kennen uns schon aus Bremer Zeit. Er war vor mir. Ich habe mitbekommen, dass bei ihm die Wut da war, dass er gefoult worden ist. Deshalb habe ich gesagt: ‚Komm, steh‘ auf, mach‘ weiter.‘ Es hatte nichts damit zu tun, dass ich nicht geglaubt habe, dass er verletzt ist. Er ist grundsätzlich ein Spieler, der hart zu sich selbst ist. Aber wir haben uns wieder in den Arm genommen, alles okay.“

Kritik an Dynamo-Coach Markus Anfang: Entschuldigung bei verletzter Werder-Bremen-Leihgabe Kyu-hyun Park

Schon bei seinem Einstieg als Werder-Trainer war Anfang im Sommer 2021 im Trainingslager in Zell am Ziller mit einem Jammerverbot aufgefallen. „Ich habe ja selber ein paar Jahre Fußball gespielt – und Fußball ist nun mal ein Kontaktsport“, betonte Anfang damals, nachdem er auf eine besondere Szene im Testspiel des SV Werder Bremen gegen ZSKA Sofia angesprochen worden war. Niclas Füllkrug hatte einen Schlag ins Gesicht bekommen, war schreiend zu Boden gegangen und dort liegen geblieben. Der Schiedsrichter forderte per Handzeichen die medizinische Abteilung der Bremer an. Arzt und Physio wollten auch schon lossprinten, als sie plötzlich die Hand von Anfang daran hinderte. So etwas wie ein „Los, weiter geht‘s“ des Trainers war zu vernehmen. Füllkrug stand auf, schüttelte sich und spielte ohne Behandlung weiter. „Ich glaube nicht, dass man für jeden Schlag auf den Platz laufen muss. Die Jungs sind hart im Nehmen, und das können sie auch mal zeigen“, erklärte Markus Anfang sein Verhalten, das im Team längst nicht bei jedem gut ankam. Füllkrug wurde mit dem Coach nie warm.

Markus Anfang musste dann ein paar Monate später wegen seines Impfpassbetrugs gehen. Nach Ablauf seiner Sperre durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) heuerte der Coach im Juni bei Dynamo Dresden an. Nach 17 Spielen belegt der ambitionierte Absteiger mit 23 Punkten nur einen enttäuschenden neunten Platz – mit acht Punkten Rückstand auf die Aufstiegsränge. Anfang steht dabei schon in der Kritik, die durch seine Park-Attacke nicht geringer geworden ist. Den Linksverteidiger hatte der Coach Anfang Juli nach Sachsen geholt. Werder Bremen hoffte durch das Leihgeschäft (bis Ende der Saison) auf viel Spielpraxis für den 21-Jährigen, doch der durfte bislang nur fünf Mal ran und muss sich jetzt erst mal von seiner Knieverletzung erholen. (kni)

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