Niklas Schmidt war im Spiel des SV Werder Bremen gegen den SC Paderborn der einzige Lichtblick der Gastgeber.
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Niklas Schmidt war im Spiel des SV Werder Bremen gegen den SC Paderborn der einzige Lichtblick der Gastgeber.

Appell an die Mannschaft – Lob für Niklas Schmidt

Werder-Trainer Markus Anfang fordert „Kerle, die sich auflehnen“

Bremen – Natürlich waren sie auch Werder-Trainer Markus Anfang am Sonntag nicht entgangen, die akustischen Unmutsbekundungen von den Rängen – hatten sie während des Heimspiels von Werder Bremen gegen den SC Paderborn (1:4) doch phasenweise so etwas wie den Soundtrack des Nachmittags gebildet. Pfiffe und auch „Baumann-raus“-Rufe schallten schon früh im Spiel von der Tribüne – und Anfang? Der kann den Unmut der Fans nachvollziehen.

„Die Leute gehen ins Stadion und wollen Werder Bremen gewinnen sehen“, sagte der Coach. Geschieht das nicht, „müssen wir es auch aushalten, wenn die Fans entsprechend reagieren“. Der Impuls, der zum dringend benötigten Stimmungsumschwung führen kann, muss in Anfangs Augen von der Mannschaft kommen. Und deshalb nahm er sie nach der Paderborn-Pleite auch mit markigen Worten in die Pflicht. „Am Ende müssen wir es beeinflussen, mit unserer Art, Fußball zu spielen“, sagte Anfang – und betonte: „Da brauchen wir jetzt Kerle, die sich dagegen auflehnen und die Stirn zeigen.“

Werder Bremen präsentierte sich gegen den SC Paderborn hilflos

Gegen den SC Paderborn war davon auf dem Platz – vor allem während der ersten Hälfte – allerdings wenig bis gar nichts zu sehen gewesen. Werder Bremen präsentierte sich hilflos, ließ sich zum Teil mit einfachsten Mitteln überrumpeln, weil es selbst an den Grundlagen fehlte. „Die Fehler haben wir gemacht, da müssen wir nicht auf andere zeigen“, sagte Anfang und zählte wie zum Beleg dieser Aussage unter anderem den oft schwachen ersten Kontakt sowie technische Unzulänglichkeiten seiner Spieler auf. „Basics“ nannte er das zusammenfassend. Einerseits bat der 47-Jährige zwar auch um Verständnis für die aktuelle Lage des Teams („Dass du nach der vergangenen Saison nicht vor Selbstvertrauen strotzt, ist doch klar. Jetzt merken wir, wie schwer es ist, in der 2. Liga zu spielen und immer das Spiel machen zu müssen“). Andererseits sollte das den Appell an die Profis aber nicht abschwächen: „Wir brauchen Spieler, die jetzt die Verantwortung suchen. So etwas wie gegen Paderborn kann durchaus mal passieren, aber wir müssen daraus lernen.“

Bei Werder Bremen war Niklas Schmidt gegen Paderborn der beste Feldspieler

Wer es am Ende ist, der vorangeht und die Kollegen mitreißt, ist Anfang dabei ziemlich egal. Er trennt bei diesem Thema auch nicht zwischen jung und alt oder erfahren und unerfahren. „Wir haben jetzt das nächste Spiel vor der Brust. Da kann jeder zeigen, dass er ein Kerl ist“, sagte der Trainer – und verwies auf ein Positivbeispiel aus der noch jungen Saison. „Ich finde, dass Niklas Schmidt heute einen Schritt nach vorne gemacht hat. Man sieht bei ihm, dass er Verantwortung übernimmt“, lobte Anfang – und sagte: „Ich wünsche mir, dass es viele Spieler machen und sich dieser Verantwortung bewusst sind.“

In der Tat war Schmidt gegen den SC Paderborn der beste Bremer Feldspieler gewesen, und zwar nicht nur wegen seines 1:3-Anschlusstreffers. Schon seit Saisonbeginn macht der 23-Jährige mit vielversprechenden Leistungen auf sich aufmerksam, was irgendwie gut in diesen merkwürdigen Werder-Sommer passt. Schließlich hatte Sportchef Frank Baumann den Mittelfeldspieler nach dessen Rückkehr aus Osnabrück schon öffentlich aussortiert.

Werder Bremen traute Niklas Schmidt keine tragende Rolle zu

Weil Schmidt dort in der Abstiegssaison kein Stammspieler gewesen war, traute Werder Bremen ihm keine tragende Rolle zu. Wenige Wochen später ist er nun ein Vorbild für den Rest des Teams. Am Sonntag sagte Baumann über Schmidt: „Er hat seine Chance genutzt.“ Andere sollen das möglichst auch bald tun. Anfang: „Wir lassen keinen der Jungs alleine, auch wenn sie jetzt in der ersten Halbzeit ein schlechtes Spiel gemacht haben. Wir arbeiten miteinander.“ Auch daran könne man wachsen. Und es kann bestenfalls dazu führen, dass es nicht schon im nächsten Heimspiel das nächste Pfeifkonzert gibt. (dco) Auch interessant: Das Werder-Konto füllt sich, der Kader leert sich: Maximilian Eggestein auf dem Weg nach Freiburg! Lest auch: Unmoralischer Abwerbeversuch bei Philipp Hofmann? Werder-Sportchef Baumann lässt KSC-Kritik an sich abprallen!

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