Impfpass-Skandal bei Werder Bremen: Der SVW muss weder an Ex-Trainer Markus Anfang noch an dessen Ex-Club  Darmstadt 89 Nachzahlungen leisten.
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Impfpass-Skandal bei Werder Bremen: Der SVW muss weder an Ex-Trainer Markus Anfang noch an dessen Ex-Club Darmstadt 89 Nachzahlungen leisten.

Nach Affäre um Ex-Werder-Trainer Anfang

Impfpass-Skandal: SV Werder Bremen muss nichts mehr für Ex-Coach Markus Anfang zahlen - auch nicht an Darmstadt

Bremen – Es ist ruhig geworden um Markus Anfang, der vor gut zwei Wochen wegen seiner Impfpass-Affäre als Cheftrainer des SV Werder Bremen zurückgetreten war. Laut Staatsanwaltschaft Bremen gibt es im Ermittlungsverfahren keinen neuen Stand, nach der Akteneinsicht von Anfangs Anwalt ist nichts weiter passiert. Dafür sind nun Neuigkeiten über die finanziellen Folgen des Trainerwechsels bekannt geworden. Werder muss nichts mehr zahlen – weder an Anfang noch an dessen vorherigen Club Darmstadt 98. Auch nicht im Fall eines Aufstiegs, dabei geht es angeblich um eine Summe von immerhin 500 000 Euro.

Update vom 5. Januar 2022: Markus Anfang legt Geständnis ab: Impfausweis des ehemaligen Werder Bremen-Trainers war gefälscht!

Mit seinem Rücktritt am 20. November hatte Markus Anfang mit sofortiger Wirkung auf sämtliche Gehaltszahlungen des SV Werder Bremen verzichtet – genauso wie sein Co-Trainer Florian Junge. Beide sollen den Behörden gefälschte Impfpässe vorgelegt haben. Das hatte das Gesundheitsamt Bremen aufgedeckt und Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, die Beweislast ist erdrückend. Den Beschuldigten droht im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe, wahrscheinlicher ist eine sehr hohe Geldstrafe. Ob es tatsächlich zu einem Verfahren kommt oder sich die Staatsanwaltschaft und die Beschuldigten zuvor auf ein Strafmaß einigen, ist offen.

 Update zum Impf-Skandal: So geht es mit Ex-Werder-Trainer Markus Anfang weiter!

Anfang hat sich bislang öffentlich nicht zu den Vorwürfen geäußert, er reagiert auch nicht auf Anfragen der DeichStube. Werder Bremen hatte dagegen Kontakt zu Anfang, wie Clemens Fritz als Leiter Profifußball unlängst berichtete. Über den genauen Inhalt des Gesprächs wollte er nichts verraten. Es ging dabei wohl eher um die persönliche Ebene, denn ansonsten ist alles geklärt. So verzichtet Werder bei Markus Anfang nach eingehender Prüfung auf eine Schadensersatzforderung – wegen fehlender Aussicht auf Erfolg. Denn die Vereinbarung über eine Ablösesumme wurde nicht mit dem Trainer, sondern dessen Club geschlossen.

Wiederaufstieg? Werder Bremen muss nach Impfpass-Skandal keine mögliche Prämie an Markus Anfang nachzahlen

Darmstadt 98 kassierte im vergangenen Sommer dem Vernehmen nach 500 000 Euro dafür, dass der Vertrag mit dem Trainer aufgelöst wurde. Im Fall eines Aufstiegs von Werder Bremen sollten weitere 500 000 Euro fließen. Doch diese Vereinbarung galt nach Informationen der DeichStube nur, so lange der Werder-Coach auch Markus Anfang hieß. Doch das Thema hat sich erledigt und damit auch die mögliche Nachzahlung.

Teile dieses Geldes hat Werder quasi trotzdem ausgegeben – als Ablöse für den neuen Trainer Ole Werner. Der war zwar schon Mitte September bei Holstein Kiel zurückgetreten, stand dort formell aber noch unter Vertrag. Um den Coach sofort zu bekommen, soll Werder Bremen 250 000 Euro an den Zweitliga-Konkurrenten gezahlt haben. (kni)

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