+
Zum Abschied flossen auch Tränen bei Markus Rosenberg. Dass die Bremer Stadtmuskianten, ein Geschenk des SV Werder Bremen, damit zu tun hatten, ist aber nur ein böses Gerücht.

Karrierende des ehemaligen Werder-Stürmers

„Es war schon fast zu kitschig“: Ex-Werder-Star Markus Rosenberg im DeichStube-Interview

Malmö/Bremen – Von Hans-Günter Klemm. Markus Rosenberg spricht im Interview mit der DeichStube über seinen unglaublichen Abschied bei Malmö FF in Schweden, die schöne  Zeit bei Werder Bremen und Schwedens Stürmer-Legende Zlatan Ibrahimovic.

Es war die ganz große Abschiedsshow, Fußball-Gefühlskino vom Feinsten. Die Fans von Malmö FF hatten eine beeindruckend schöne Choreografie entworfen, aus ganz Europa waren ehemalige Mitspieler gekommen – alles für Markus Rosenberg, den sympathischen Stürmer, der mit 37 Jahren seine Karriere beendet. Von 2007 bis 2010 sowie nach einem Leih-Abstecher zu Racing Santander nochmal von 2011 bis 2012 spielte der sympathische Schwede auch für Werder Bremen.

„Meine beste Station im Ausland“, nennt er die Zeit an der Weser im Gespräch mit der DeichStube. Rosenberg blickt auch auf den Vergleich zwischen ihm und Superstar Zlatan Ibrahimovic sowie auf den perfekten Abend am Donnerstag zurück, als er seinen Abschied mit dem Last-Minute-Siegtreffer zum 4:3 über Dynamo Kiew krönte. „Es war“, sagt er mit einem Lachen, „fast schon zu kitschig.“

Werder Bremen: Markus Rosenberg im Interview

Weihnachten naht. Haben Sie einen speziellen Wunsch, Markus Rosenberg?

Ich wünsche mir, dass es meiner Familie weiterhin gut geht. Ich wünsche mir Gesundheit für alle, das ist das Wichtigste.

Das Fest werden Sie seit über zwei Jahrzehnten erstmals ohne den Stress und Druck des Profigeschäfts erleben. Nachdem Sie Ihre aktive Laufbahn beendet haben, was planen Sie in nächster Zukunft?

Ich weiß es noch nicht so genauso. Irgendwas mit Fußball werde ich wohl machen wollen. Eine Karriere als Trainer kann ich mir aktuell dabei nicht vorstellen. Ansonsten kümmere ich mich um meine zwei Center für Padeltennis, eine Trendsportart, die immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Ich habe in diese Sportstätten in Malmö und einer Stadt drei Autostunden entfernt mit insgesamt zehn Plätzen investiert.

Das letzte Heimspiel für Malmö FF ist erst einige Tage vorbei. Beschreiben Sie mal bitte Ihre Gefühle an diesem Abend?

Es war unglaublich, ein fantastisches Erlebnis bei meinem Heimatclub. Ich war regelrecht überwältigt, welchen Abschied mir der Club und die Fans beschert haben.

Werder Bremen für Markus Rosenberg „die beste Station im Ausland“

Waren Sie überrascht über die Kulisse und die Zeremonie nach dem Abpfiff?

In einige Dinge war ich eingeweiht. Dass meine Frau Maria sowie die Kinder Isabella und Oliver auf dem Feld sein würden, hatten sie mir gesagt. Doch dass so viele Freunde aus Bremen, aus Spanien und den Niederlanden auch da sein würden, hatten sie mir verschwiegen. Es war eine große Überraschung für mich. Wie auch die Idee, meine Rückennummer 9 überdimensional in hellblauer Farbe auf dem Rasen zu präsentieren.

Werder war durch Manager Frank Baumann vertreten. Wie finden Sie das Geschenk des Clubs?

Zunächst einmal: Ich fand es überragend, dass mein ehemaliger Mitspieler Frank Baumann nach Schweden zu meinem letzten Spiel im eigenen Stadion gekommen ist. Wir hatten uns zuletzt im Sommer gesehen, als ich zur Feier des Pokalsieges gemeinsam mit Daniel Jensen in Bremen eingeladen gewesen war. Das Geschenk, eine Skulptur der Bremer Stadtmusikanten, passt perfekt und ist eine schöne Erinnerung für mich an die Zeit an der Weser. Es wird einen Ehrenplatz erhalten.

Wie sehen Sie heute die vier Jahre in der Bundesliga?

Eine gute Zeit in meiner Karriere, eine erfolgreiche Zeit. Ich konnte Champions League spielen, stand zweimal im Pokalfinale sowie im Endspiel des Uefa-Cups. Malmö FF, der Club in meiner Heimatstadt, wird immer die klare Nummer eins für mich bleiben. Doch direkt dahinter folgt Werder, die beste Station für mich im Ausland.

In Bremen denken die meisten Fans noch heute gern an das Tor zurück, das Sie als Einwechselspieler 2010 in Genua geschossen haben und das Werder die Möglichkeit eröffnete, sich für die Champions League zu qualifizieren. Ihr wichtigster Treffer?

Ja, mein wichtigster Treffer für Werder. Doch ich habe auch für Malmö Tore erzielt, die von besonderer Bedeutung waren. Tore gegen Salzburg und gegen Celtic Glasgow, die meinen Heimatverein ebenfalls in die Königsklasse brachten.

Eine riesige Choreo war das Geschenk der Malmö-Fans an Markus Rosenberg beim Abschied des Ex-Werder-Bremen-Stars. Beeindruckend!

Ex-Werder-Bremen-Star Markus Rosenberg: Zlatan Ibrahimovic „bleibt unerreicht“

Sie scheinen ein Spezialist für Treffer nach diesem Muster zu sein. Auch gegen Dynamo Kiew, in Ihrem Abschiedsspiel vor heimischer Kulisse unter Wettkampfbedingungen, glückte Ihnen ein spektakulärer Doppelschlag beim 4:3 gegen die Ukrainer. Erzählen Sie mal!

Es war unglaublich. Kiew war zunächst bärenstark, dann kamen wir nach der Pause. Ein total anderes Spiel und das gute Ende für uns. Mit der letzten Ballberührung traf ich in der Nachspielzeit zum zweiten Mal an jenem Tag. Ein Tor, das uns vor dem letzten Spieltag in der Europa League alle Möglichkeiten lässt. Es war schon fast zu kitschig. Der Fußball schreibt mitunter bessere Storys, als sich Hollywood ausdenken kann.

Was haben Sie sich für Ihr absolut letztes Spiel im Malmö-Dress vorgenommen?

Wir spielen am 12. Dezember beim FC Kopenhagen um das Weiterkommen. Das Hinspiel ging 1:1 aus. Alles ist offen, wir haben gute Chancen. Sollte Kiew gegen Lugano gewinnen, so müssen wir in Dänemark auch siegen. Ich wünsche mir, dass es klappt. Ob ich ein Tor mache, ist nicht entscheidend.

Schon jetzt haben Sie Ihren Ruhm in Malmö gefestigt. Sie hätten, so heißt es in Schweden, längst Zlatan Ibrahimovic in der Beliebtheitsskala überholt.

Halt stopp! Zlatan ist immer noch größer. Sechs Jahre in Malmö haben mich zwar ein bisschen größer werden lassen, doch Zlatan bleibt unerreicht.

Sie kennen den weltbekannten Kollegen sehr gut. Was ist er für ein Typ, was für ein Mensch?

Ich habe mit Zlatan in der Jugend und im Nationalteam zusammengespielt. Er ist ein guter Typ, einer, der immer alles für die Mannschaft gibt. Im Grunde ist er auch ein guter Mensch. Auf dem Platz passiert schon mal etwas mit ihm und durch ihn, doch mit dem Schlusspfiff ist dies vergessen.

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Kommentare