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Werder-Stürmer Martin Harnik verletzte sich gegen den BVB schwer.

„Hoher Preis“ für Viertelfinal-Einzug

Harnik fällt zwei Monate aus: So will Werder den Stürmer ersetzen

Dortmund - Einmal stieg Martin Harnik noch in die Höhe, einmal kämpfte er noch gegen den Schmerz an, dann war es vollbracht. Mit seinem Kopfballtor in der 119. Spielminute rettete der 31-Jährige Werder ins Elfmeterschießen gegen Borussia Dortmund. Harnik drehte zum Jubeln ab, sprintete Richtung Seitenaus und hob mit Mühe zu seinem typischen Torjubel mit dem „Thor-Hammer“ ab.

Was da noch kein Zuschauer ahnte: Harnik war zu diesem Zeitpunkt bereits verletzt. Schwer verletzt. Eine Muskelverletzung im Hüftbereich wird den Stürmer lange außer Gefecht setzen. „Sehr optimistisch gedacht müssen wir mit sechs bis acht Wochen Pause rechnen“, sagt Werder-Trainer Florian Kohfeldt. Heißt: vielleicht noch länger.

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Genauer Zeitpunkt der Verletzung unklar

Wann genau sich Harnik die Verletzung zugezogen hat, ist unklar, angeblich spätestens zu Beginn der Verlängerung. Kohfeldt rechnet es seinem Stürmer hoch an, dass der auf die Zähne biss. „Hut ab, dass er bis zum Schluss durchgehalten hat. Einmal hat er sich ja noch hochgewuchtet. Das war ganz wichtig.“

Ohne Harniks 3:3 eine Minute vor Ende der Verlängerung gegen Dortmund wäre Werder höchstwahrscheinlich nicht ins DFB-Pokal-Viertelfinale eingezogen. Die Verletzung sei allerdings „ein hoher Preis, den wir zahlen“, sagt Kohfeldt. Denn mal abgesehen vom Nürnberg-Spiel hatte sich Harnik zuletzt in guter Form präsentiert. „Er hat uns mit Tempo und Toren geholfen“, lobt der Coach. „Wir hoffen, dass er schnell wieder fit wird und uns in der entscheidenden Phase der Saison wieder dabei sein kann.“ Bis dahin muss Kohfeldt ihn ersetzen.

Da schien die Welt noch in Ordnung: Martin Harnik bejubelt seinen 3:3-Ausgleichstreffer.

Gut, dass Werder einige Auswahl im Angriff hat. Claudio Pizarro zum Beispiel, aber der 40-Jährige sei nur „in speziellen Situationen“ ein Kandidat für die Startelf. Oder Yuya Osako. Der Japaner wird nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt wichtig. „Da kommt hohe Qualität zurück“, sagt Kohfeldt. „Da zahlt es sich aus, dass er nicht jetzt eine freie Zeit nach dem Asien-Cup bekommt, sondern zu einem späteren Zeitpunkt.“ Vor allem das Kombinationsspiel des 28-Jährigen verleihe Werders Offensive weitere Facetten.

Kohfeldt betont außerdem sein „volles Vertrauen“ in Johannes Eggestein und Milot Rashica. „Sie können Spiele entscheiden.“ Und Josh Sargent? Das US-Talent steht in Kohfeldts Überlegungen eher in der zweiten Reihe. „Die Harnik-Rolle auf seine Schultern zu legen, würde ich nicht machen.“ Kohfeldt will den 18-Jährigen weiter schützen, vor allem vor dem „mentalen Stress“, wie der Coach schon nach dem Dortmund-Spiel erklärte: „Ich will ihn unbedingt frisch halten und nicht, plakativ gesagt, verbrennen.“

Martin Harnik: Seine Karriere in Bildern

Martin Harnik wechselte im Januar 2006 von seinem Jugendverein SC Vier- und Marschlande in die U23 des SV Werder Bremen.
Martin Harnik wechselte im Januar 2006 von seinem Jugendverein SC Vier- und Marschlande in die U23 des SV Werder Bremen. © imago
Harnik ist gut mit Max Kruse befreundet. Die beiden Angreifer kamen gemeinsam an die Weser und kickten von 2006 bis 2009 zusammen für Werder.
Harnik ist gut mit Max Kruse befreundet. Die beiden Angreifer kamen gemeinsam an die Weser und kickten von 2006 bis 2009 zusammen für Werder. © imago
Der Österreicher Harnik debütierte im August 2007 in der Bundesliga und erzielte das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg. Es war ein Einstand nach Maß!
Der Österreicher Harnik debütierte im August 2007 in der Bundesliga und erzielte das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg. Es war ein Einstand nach Maß! © imago
2009 feierte Harnik seinen ersten und bisher einzigen Titel. Er gewann mit Werder den DFB-Pokal. Der Durchbruch bei den Profis gelang ihm aber nicht.
2009 feierte Harnik seinen ersten und bisher einzigen Titel. Er gewann mit Werder den DFB-Pokal. Der Durchbruch bei den Profis gelang ihm aber nicht. © imago
Werder lieh Harnik für ein Jahr zu Fortuna Düsseldorf aus. Dort lief‘s gut: In 30 Zweitliga-Spielen traf er 13 Mal.
Werder lieh Harnik für ein Jahr zu Fortuna Düsseldorf aus. Dort lief‘s gut: In 30 Zweitliga-Spielen traf er 13 Mal. © imago
In der Zweiten Liga traf er auch seinen Kumpel Max Kruse wieder, der Werder Richtung FC St. Pauli verlassen hatte.
In der Zweiten Liga traf er auch seinen Kumpel Max Kruse wieder, der Werder Richtung FC St. Pauli verlassen hatte. © Witters
Zur Saison 2010/11 verkaufte Werder Harnik an Bundesliga-Konkurrent VfB Stuttgart. In sechs Jahren dort (173 Bundesliga-Spiele, 53 Tore) wurde der Stürmer ein gestandener Bundesliga-Profi.
Zur Saison 2010/11 verkaufte Werder Harnik an Bundesliga-Konkurrent VfB Stuttgart. In sechs Jahren dort (173 Bundesliga-Spiele, 53 Tore) wurde der Stürmer ein gestandener Bundesliga-Profi. © imago
Harniks Zeit in Stuttgart endete 2016 mit dem Abstieg des VfB in die Zweite Liga.
Harniks Zeit in Stuttgart endete 2016 mit dem Abstieg des VfB in die Zweite Liga. © imago
Harnik wechselte zum anderen Bundesliga-Absteiger Hannover 96. Mit dem Club schaffte er den direkten Wiederaufstieg.
Harnik wechselte zum anderen Bundesliga-Absteiger Hannover 96. Mit dem Club schaffte er den direkten Wiederaufstieg. © imago
Nach einer Bundesliga-Saison in Hannover zieht es Harnik wieder zurück zu Werder. Der robuste und flexible Angreifer gilt als Wunschspieler von Trainer Florian Kohfeldt.
Nach einer Bundesliga-Saison in Hannover zieht es Harnik wieder zurück zu Werder. Der robuste und flexible Angreifer gilt als Wunschspieler von Trainer Florian Kohfeldt. © gumzmedia
Zehn Jahre Nationalmannschaft: Harnik spielte zwischen 2007 und 2017 68 Mal für Österreich, schoss 15 Tore und nahm 2008 sowie 2016 an der EM teil.
Zehn Jahre Nationalmannschaft: Harnik spielte zwischen 2007 und 2017 68 Mal für Österreich, schoss 15 Tore und nahm 2008 sowie 2016 an der EM teil. © imago

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