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Martin Harnik wechselte vergangenen Sommer von Werder Bremen zum Hamburger SV.

Stürmer nach Hamburg verliehen

Werder, Martin Harnik und der HSV: Es geht um zwei Millionen Euro

Bremen – Eigentlich sind sich Werder Bremen und der Hamburger SV als Nordrivalen spinnefeind. Doch der Fall Martin Harnik sorgt nun zumindest zeitweise für ein Umdenken, lässt die Bremer aus finanzieller Sicht sogar auf einen Aufstieg des ewigen Rivalen hoffen.

Denn dann hätte der SV Weder Bremen ein richtig gutes Geschäft mit dem Stürmer gemacht. Es geht schließlich um zwei Millionen Euro, wie die DeichStube nun erfuhr.

Das Transferfenster im vergangenen Sommer war schon fast geschlossen, da wechselte Anfang September ein gewisser Martin Harnik noch von der Weser an die Elbe. Der Transfer hatte sich schon wochenlang angedeutet, doch der HSV konnte die von Werder Bremen aufgerufene Ablösesumme nicht stemmen. HSV-Coach Dieter Hecking wollte den erfahrenen Stürmer aber unbedingt für den Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga in seinem Kader haben. Letztlich handelten die beiden Clubs ein interessantes Geschäft aus. Harnik durfte ablösefrei wechseln, Werder übernahm laut „Bild“ sogar die Hälfte seines Gehalts – angeblich eine Million Euro. Dabei sah Werder wie ein Verlierer aus. Doch Werder-Sportchef Frank Baumann könnte am Saisonende zum großen Gewinner werden. Sollte der HSV den angepeilten Aufstieg schaffen, wird eine Ablösesumme von zwei Millionen Euro fällig. Nicht schlecht für einen dann schon 33-jährigen Angreifer.

Werder Bremen-Leihgabe Martin Harnik kostet den HSV bei Aufstieg 2 Millionen Euro

Nach 25 Spieltagen belegt der HSV in der Zweiten Liga Rang drei, der würde zur Aufstiegsrelegation mit dem Drittletzten der Bundesliga berechtigen. Wenn der Gegner dann Werder Bremen hieße, wäre das die Pointe einer ganz speziellen Fußball-Geschichte. Als Tabellenvorletzter wären die Bremer bei vier Punkten Rückstand auf Rang 16 aktuell ganz froh, die Relegation zu erreichen. Nicht auszudenken, würde Martin Harnik dann auch noch zum Protagonisten dieser beiden Auf- und Abstiegsduelle.

Seine Saison-Bilanz ist allerdings durchwachsen. Von 20 möglichen Einsätzen in der Liga absolvierte der gebürtige Hamburger 14. Elf Mal stand er dabei in der Startelf. Auf seinem Konto stehen zwei Treffer und zwei Assists. Allerdings liegt sein letztes Tor schon lange zurück, gehörte zur 6:2-Gala im Spitzenspiel gegen den VfB Stuttgart Ende September.

Seit gut sechs Wochen ruht wegen der Coronavirus-Krise der Spielbetrieb. Mitte Mai soll es weitergehen. Aber auch ein Abbruch der Saison ist nicht ausgeschlossen. Dann stellt sich natürlich die Frage, wie die Saison gewertet wird. Als das favorisierte Modell wird oft die Variante ohne Absteiger und mit zwei Aufsteigern genannt. Dann wäre der HSV als Tabellendritter eine dritte Spielzeit in der Zweitklassigkeit gefangen, müsste aber immerhin keine Ablösesumme für Martin Harnik bezahlen. Der wiederum würde nach Bremen zurückkehren. Dort läuft sein Vertrag noch ein Jahr. Der Angreifer war 2018 aus Hannover an die Weser zurückgekehrt. Bei Werder Bremen hatte er es einst vom Jugendspieler bis in die Bundesliga-Mannschaft geschafft. Für den verlorenen Sohn überwiesen die Grün-Weißen eine Ablösesumme von rund 2,5 Millionen Euro.

Martin Harnik-Transfer: Werder Bremen könnte die zwei Millionen Euro gut gebrauchen

Einen Großteil davon könnten die Bremer nun quasi zurückbekommen. Aber dafür müsste der HSV aufsteigen, entweder sportlich oder am Grünen Tisch. Diese Art von Wetten gehört bei den Grün-Weißen fast schon zum Alltagsgeschäft. Wenngleich das bei den von Werder Bremen ausgeliehenen Ömer Toprak (Borussia Dortmund), Leonardo Bittencourt (1899 Hoffenheim) und Davie Selke (Hertha BSC) schon etwas anders läuft. Dort werden die ausgehandelten Kaufverpflichtungen ungültig, wenn das Team von Trainer Florian Kohfeldt absteigt. Dann würde Werder Ablösesummen von über 20 Millionen Euro sparen, aber dafür auch nur noch zweitklassig sein. Und so ein Abstieg würde mindestens 45 Millionen Euro kosten, weil die Einnahmen (TV-Geld, Sponsoren, Ticketing) enorm sinken.

Der beste Fall für Werder Bremen wäre also der eigene sportliche Klassenerhalt und der Aufstieg des HSV. Dann müssten die Hamburger zahlen, und Martin Harnik würde auch nicht zurückkehren. Zwar gab es keinen Streit rund um den Wechsel im Sommer und anschließend auch kein Nachkarten des Spielers, doch die Trennung nur ein Jahr nach der gefeierten Rückkehr an die Weser wird dennoch Spuren bei Harnik hinterlassen haben. Eine dritte Ära des Angreifers im Weserstadion scheint eigentlich ausgeschlossen. Für den Fall der Fälle müsste wohl nach einer anderen Lösung gesucht werden. (kni)

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