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Martin Harnik nach seinem Tor gegen die Eitracht.

Werder-Stürmer musste noch mal dazulernen

Harniks super Start – jetzt will er mehr

Bremen - Die einen zählen seine vergebenen Chancen, die anderen zählen dies: Ein Treffer, zwei Vorlagen – das Jahr 2019 hat für Martin Harnik bestens begonnen.

Der Werder-Stürmer hatte in den beiden ersten Rückrunden-Partien genau so viele Torbeteilungen wie in der kompletten Hinrunde. Nach den vielen ausgelassenen Möglichkeiten gegen Hannover 96 vor einer Woche sei es schon „eine Erleichterung“ gewesen, beim 2:2 gegen Frankfurt mal wieder zu treffen, gestand der 31-Jährige. Er machte für seine persönliche Erfolgsgeschichte auch die Spielpraxis verantwortlich, was durchaus als Aufforderung an Coach Florian Kohfeldt verstanden werden kann.

Oft ein Wanderer zwischen Startelf und Bank

„Ich hoffe, dass ich jetzt weiterhin meine Chancen bekomme und weiter ausbauen kann, was ich jetzt angefangen habe“, meinte Harnik am Tag nach dem Frankfurt-Spiel. Wie schon in Hannover am Spieltag zuvor hatte er in der Startelf gestanden. In der Hinrunde war er oft ein Wanderer zwischen Startelf und Bank gewesen. 

Sicherheit vor dem Tor komme meistens erst von Spiel zu Spiel, „die kann man sich nicht wirklich im Training holen“, erklärte der erfahrene Stürmer. Aber natürlich gehöre auch das Quäntchen Glück dazu. Gegen Frankfurt war ihm der Ball von einem Gegenspieler eigentlich schon vom Fuß gespitzelt worden, doch Harnik reagierte geschickt, legte den Ball am herausstürmenden Keeper Kevin Trapp rechts vorbei, lief selbst links vorbei, um dann die Kugel ins leere Tor zu schießen. „Das war intuitiv“, erinnerte sich Harnik und fügte noch schmunzelnd an: „Ich bin mit Sicherheit nicht der Filigran-Techniker, aber ich bringe auch andere Stärken mit ins Spiel ein.“

Martin Harnik spielte Eintracht-Keeper Trapp clever aus und netzte zum 2:1.

Dazu zählt ganz viel Laufarbeit – mit einer für ihn neuen taktischen Anforderung. So verriet Kohfeldt: „Martin hat als älterer Spieler gewisse Dinge angenommen, die nicht ganz so angenehm sind. Im 4-4-2-flach vorne anzulaufen, das hat er in der Muttermilch. Aber zwischen drei Leuten zu stehen und situativ zu reagieren, das sind Dinge, für die er sich schon konzentrieren muss.“ Und es folgte umgehend noch ein großes Lob des Trainers: „Martin nimmt Neuerungen an, stellt Egoismen total zurück. Er will das. Er will sich entwickeln!“ Harnik selbst wollte das nicht so sehr an seiner eigenen Person festmachen. Sprach lieber nur allgemein davon, „dass wir schon unglaublich viele Varianten haben, die nicht unbedingt normal sind oder dem Durchschnitt entsprechen“.

Da würde sich Werder unter Trainer Kohfeldt auf einem hohen Niveau befinden, „das fordert natürlich auch unglaublich viel Aufmerksamkeit und Konzentration“, meinte Harnik. Ihm macht es Spaß – und er hätte nichts dagegen, weiterhin aktiv mitwirken zu dürfen. Gegen Frankfurt wäre das vielleicht gar nicht der Fall gewesen. Möglicherweise hätte Milot Rashica den Vorzug bekommen, der fehlte aber wegen Rückenproblemen. Harnik nutzte seine Chance, bereitete das 1:0 von Maximilian Eggestein vor und besorgte das 2:1 selbst. Zum Sieg reichte das nicht. Harnik selbst konnte da auch nicht mehr mithelfen, er hatte sich direkt nach dem 2:2 auswechseln lassen: „Ich bin auf dem Zahnfleisch gegangen. Da habe ich lieber Platz für eine frische Kraft gemacht.“

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