Vor dem Tor ist bei Marvin Ducksch aktuell (noch) der Wurm drin: Der Stürmer des SV Werder Bremen ist auch nach fünf Partien in der Bundesliga noch ohne eigenen Treffer.
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Vor dem Tor ist bei Marvin Ducksch aktuell (noch) der Wurm drin: Der Stürmer des SV Werder Bremen ist auch nach fünf Partien in der Bundesliga noch ohne eigenen Treffer.

Werder-Star Ducksch noch torlos

Auch ohne Tore unverzichtbar: Werder Bremens Coach Ole Werner stärkt Marvin Ducksch den Rücken

Bochum/Bremen – Er hätte kurz und knapp auf die Frage antworten können, um damit zu signalisieren, dass er dem Thema keine große Bedeutung beimisst. Als es nach Werder Bremens 2:0-Erfolg beim VfL Bochum aber um Stürmer Marvin Ducksch und dessen anhaltende Torflaute in der laufenden Bundesligasaison ging, entschied sich Cheftrainer Ole Werner für einen anderen Weg – und schaltete nach der Kritik an seinem Angreifer selbst in den Offensiv-Modus. „Marvin ist ein elementar wichtiger Spieler für uns, selbst wenn er nicht trifft“, begann der 34-Jährige seine ausführliche Lobeshymne auf Ducksch, an deren Ende auch dem letzten Zuhörer deutlich geworden war, dass bei Werder grundsätzlich zwar über vieles nachgedacht wird, Duckschs Stammplatz aber ganz und gar nicht zur Debatte steht.

Wie bereits an den ersten vier Spieltagen hatte der Stürmer des SV Werder Bremen auch in Bochum seine Szenen gehabt, hatte Räume mit klugen Pässen geöffnet, sich immer anspielbereit gezeigt – im Abschluss allerdings einmal mehr glücklos agiert. Acht Torschüsse wies die Statistik nach der Partie für ihn aus, und zumindest einer davon hätte angesichts von gleich drei guten Chancen kurz nach Beginn der zweiten Hälfte drin sein dürfen. Bälle, die der 28-Jährige während der Bremer Aufstiegssaison fast traumwandlerisch sicher in den gegnerischen Kasten geschlenzt, gehoben, gestreichelt hatte, werden im Oberhaus plötzlich geblockt, gehalten, geklärt. Deshalb steht auf dem persönlichem Torkonto von Marvin Ducksch nach wie vor die Zahl Null, was von Fans und Beobachtern natürlich aufmerksam registriert, von Mitspielern und Trainerteam aber maximal entspannt betrachtet wird.

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Werder Bremen-Stürmer Marvin Ducksch noch torlos - Ole Werner: „Ich bin total zufrieden mit ihm“

„Marvin hat einen sehr hohen Wert für die Mannschaft“, betonte Ole Werner, „weil er viele Situationen nach vorne einleitet“. Was zweifellos richtig ist. Kaum ein Angriff des SV Werder Bremen, bei dem Ducksch nicht am Ball ist, bei dem er nicht versucht, eigene Ideen ins Spiel einzubringen. Mit bisher drei Torvorlagen ist der Angreifer Werders bester Zuarbeiter, ligaweit bringen es nur fünf Spieler auf mehr. „Ich bin total zufrieden mit ihm“, sagte Werner. Wenn Marvin Ducksch nur so weitermache, „dann wird er auch bald treffen“, ist sich der Werder-Trainer sicher, der darüber hinaus noch aus einem anderen Grund nicht mit dem Gedanken spielt, das Sturmduo Ducksch/Füllkrug zu sprengen und womöglich Joker Oliver Burke für dessen starke Leistungen mit einem Startelfeinsatz zu belohnen.

„Natürlich schaue ich mir alle Spieler an und die Aufgaben, vor die der nächste Gegner uns stellt“, sagte Werner, ehe er erklärte: „Wir müssten aber völlig anders spielen, wenn wir ohne Marvin Ducksch spielen würden.“ Heißt: Viele Laufwege, Passwege und Automatismen würden mit dem 28-Jährigen aus dem Bremer Spiel verschwinden, was wiederum die gesamte Statik der Offensive verändern würde. Realistischer ist es da schon, dass Werder irgendwann mal mit Füllkrug, Ducksch und Burke antritt. Werner: „Vielleicht stehen ja mal alle drei zusammen auf dem Platz.“

Werder Bremen-Kollegen loben Marvin Ducksch: „Er braucht sich überhaupt nicht verrückt zu machen“

Werder Bremens derzeitiger Top-Angreifer Füllkrug, der an den ersten fünf Spieltagen bereits fünf Treffer erzielt hat, weiß nur zu gut, wie es sich anfühlt, wenn man als Stürmer auf das persönliche Erfolgserlebnis warten muss. Zur Erinnerung: Während der Zweitligasaison war Füllkrug bei seinen ersten zehn Einsätzen ohne Tor geblieben, um bis zum Saisonende dann noch 19 Treffer zu erzielen. „Wir sollten bei Duckschi mal etwas die Luft rausnehmen und ihn nicht in irgendeine Krise reinreden“, sagte der 29-Jährige in Bochum über die öffentlich diskutierte Torlosigkeit des Sturmpartners und verwies darauf, dass Marvin Ducksch bisher noch keine 100-prozentige Gelegenheit ausgelassen habe. „Wenn er das irgendwann macht, können wir gerne meckern, aber das macht er nicht“, sagte Füllkrug – und bestätigte die Einschätzung von Trainer Ole Werner: „Er spielt super mit. Seine öffnenden Pässe sind sehr wichtig für uns. Deswegen bin ich sehr einverstanden mit ihm. Er braucht sich überhaupt nicht verrückt zu machen.“

Es sind Sätze, die Marvin Ducksch gerne hören dürfte. Wobei der gebürtige Dortmunder grundsätzlich ohnehin nicht in Verdacht steht, sich zu viele Gedanken über vergebene Chancen zu machen. „Ach, ich habe mir abgewöhnt, darauf zu hören, was die Leute von außen sagen. Ich weiß, was ich kann, wo meine Stärken, aber auch meine Schwächen liegen“, hatte er in der vergangenen Saison im Interview mit der DeichStube versichert – und betont: „Ich freue mich einfach, dass ich regelmäßig in gute Abschlusspositionen komme.“ Sollte das auch in Zukunft so bleiben, stehen die Chancen bei Werder Bremen nicht schlecht, dass Ole Werner demnächst keine Fragen mehr nach Marvin Duckschs Torlosigkeit beantworten muss. (dco)

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