Marvin Ducksch wartet weiter auf sein erstes Bundesliga-Tor für Werder Bremen, wünscht sich aber mehr Wertschätzung in der Betrachtung seiner Leistung.
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Marvin Ducksch wartet weiter auf sein erstes Bundesliga-Tor für Werder Bremen, wünscht sich aber mehr Wertschätzung in der Betrachtung seiner Leistung.

Torloser Stürmer wehrt sich gegen Kritik

Wunsch nach Wertschätzung: Werder-Stürmer Marvin Ducksch kämpft gegen seine Torflaute, wirbt aber für eine objektivere Betrachtung

Bremen – Es wirkte so, als hätte Marvin Ducksch nur auf diese Frage gewartet. Und der Stürmer des SV Werder Bremen lächelte sie deshalb kurz nach dem 1:1 bei Bayer Leverkusen auch ziemlich gelassen weg. So beantwortete er das Nachhaken der Journalisten, ob ihn das öffentliche Gerede um seine Tor-Durststrecke seit dem Bundesliga-Aufstieg eigentlich nerven würde, mit einem eindeutigen: „Gar nicht, überhaupt nicht.“ Das war nicht nur so dahergesagt, wie es Profis gerne mal tun. Es wirkte absolut glaubwürdig. Und Ducksch nutzte die Gelegenheit, um im Gegenzug selbst in den Angriffsmodus zu schalten – indem er für mehr Wertschätzung seiner Arbeit warb.

Der 28-Jährige kennt nämlich das Geschäft, gefallen müssen ihm alle Aspekte daran deshalb aber nicht. Etwa die Tatsache, dass seine vielen Vorlagen nicht richtig gewürdigt werden – wo doch auch sie alles andere als unwichtig für das Spiel des SV Werder Bremen sind. „Ich glaube, dass das von außen einfach gar nicht gesehen wird“, meinte Marvin Ducksch und fällte damit ein ziemlich vernichtendes Urteil. „Stürmer werden an Toren gemessen, aber da ich noch kein Tor geschossen habe…“, ließ er den Satz unvollendet, aber unmissverständlich ausklingen. „Ich habe eine Statistik gelesen, dass ich vor dem Leverkusen-Spiel 19 Mal aufs Tor geschossen habe und davon kein Tor erzielt habe. Ich glaube nicht, dass es alles klare Torchancen waren, sondern teilweise waren das auch Schüsse von außerhalb des Strafraums oder Direktabnahmen“, erklärte er. „Ich bin auf einem guten Weg. Klar, ich habe noch kein Tor gemacht, aber das kommt.“

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Werder Bremen: Marvin Ducksch wird intern nicht nur an Toren gemessen - „Für die Bewertung viel mehr wichtig“

Von dieser Einschätzung ist auch sein Trainer überzeugt. Deshalb reiht sich Ole Werner auch keineswegs in die Reihe der Kritiker ein. „Ich sehe es auch so, dass man Stürmer von außen immer an dem misst, was jeder sehen kann. Das sind die Tore. Da erkennt jeder im Stadion, ob der Ball nun drin ist oder nicht“, erzählte er. „Das ist immer sehr leicht. Aber für die Bewertung einer Leistung ist ja viel mehr wichtig.“ Und deshalb schauen Werner und sein Trainerstab beim SV Werder Bremen genauer hin, wenn es um die Analyse der Leistung von Marvin Ducksch geht, der in Leverkusen abermals fünf Torschüsse seiner Nebenleute vorbereitet hatte. „Ich will nicht sagen, dass er der Dreh- und Angelpunkt in unserem Offensivspiel ist, aber er ist sicherlich einer derjenigen, die wahnsinnig viel einleiten“, unterstrich Werders Chefcoach deshalb. „Am Ende ist für mich als Trainer wichtig, dass die Mannschaft funktioniert. Natürlich ist es für einen Stürmer schöner, wenn er dann auch noch treffen würde, aber so lange er seine Aufgaben erfüllt, ist es trotzdem eine gute Leistung. Das ist eine Unterscheidung, die wir intern machen müssen im Vergleich zu dem, was vielleicht von außen thematisiert wird.“

Den Rückhalt seines Vorgesetzten hat Marvin Ducksch also. Was sich dadurch aber nicht ausblenden lässt, ist die emotionale Seite der Angelegenheit. Denn nur, weil Ducksch die öffentliche Kritik nicht interessiert, bedeutet das ja nicht automatisch, dass der Stürmer des SV Werder Bremen derzeit ein niedriges Frustrationslevel hat. „Es ist nicht so, dass ich gar nicht drüber nachdenke, das geht auch an mir nicht vorbei“, gab er unumwunden zu. „Ich arbeite tagtäglich hart im Training, ich versuche, es auf dem Platz umzusetzen. In der einen oder anderen Situation war auch ein bisschen Pech dabei, aber ich lasse den Kopf nicht hängen.“

Werder Bremen: Marvin Ducksch arbeitet mehr nach hinten, aber will auch wieder treffen: „Der Knoten wird platzen“

Während der wöchentlichen Einheiten ist in der Tat keine Verkrampfung oder übermäßige Enttäuschung zu erkennen. Marvin Ducksch scherzt wie gewohnt mit seinen Mitspielern, zeigt vollen Einsatz in den Übungen des SV Werder Bremen und trifft dort auch reihenweise ins Tor. Nur wenn es um Punkte geht, da klappt es bislang nicht. Und so steht er nach insgesamt 38 Bundesliga-Partien weiterhin bei lediglich zwei Karrieretreffern in Deutschlands-Eliteliga, die er während seiner Stationen in Paderborn (2014/2015) und Düsseldorf (2018/2019) erzielt hat. Auch weil er kürzlich gegen Augsburg in der Nachspielzeit diesen vermaledeiten Elfmeter nicht an Keeper Rafal Gikiewicz vorbeibrachte.

Eine Etage tiefer sind die Zahlen wesentlich beeindruckender, dort ist er ein Torjäger allererster Güte. In 138 Spielen hat er im Unterhaus satte 71 Mal getroffen – und 34 weitere Tore vorbereitet. In der Aufstiegssaison des SV Werder Bremen war er mit seiner Raffinesse und Technik ein ganz elementarer Faktor. Diese Qualitäten kommen auch deshalb in der 1. Liga bislang nicht so zum Tragen, weil Marvin Ducksch sein Spiel anpassen musste. „Ich verteidige teilweise ein bisschen defensiver“, schilderte er. „Ich habe diese Aufgabe, glaube ich, sehr gut angenommen. In der Vorbereitung habe ich auch daran gearbeitet, dass ich in einen guten Fitnesszustand bekomme – den habe ich.“ All das soll sich irgendwann auszahlen. Möglichst schnell. „Ich versuche, der Mannschaft mit meiner Arbeit nach hinten zu helfen, ihr mit Vorlagen und dem Einleiten von Angriffen zu helfen. Wenn wir dann die Spiele gewinnen und ich nicht treffe, dann nehme ich das“, betonte Marvin Ducksch. „Aber irgendwann wird der Knoten platzen.“ (mbü) Schon gelesen? So seht Ihr das Testspiel Werder Bremen gegen Hannover 96 live im Internet-TV und Live-Stream!

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