Im Verlag „Die Werkstatt“ ist das neue Buch „Max Kruse. Zocker“ über den Ex-Kapitän des SV Werder Bremen erschienen.
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Im Verlag „Die Werkstatt“ ist das neue Buch „Max Kruse. Zocker“ über den Ex-Kapitän des SV Werder Bremen erschienen.

Buch-Kritik

Auf den Spuren des Zockers Max Kruse: Buch-Autor sprach nicht nur mit dem Vater, sondern auch mit vielen Werderanern

Bremen – Nein, ein weiteres Kapitel „Max Kruse“ bei Werder Bremen wird es nicht geben, das hat Clemens Fritz als Leiter Profifußball des Bundesligisten gerade erst erklärt. Also bleibt den grün-weißen Fans ob dieses besonderen Kickers nur in Erinnerungen zu schwelgen. Dabei ist die Lektüre des Buchs „Max Kruse. Zocker“ von David Joram sehr empfehlenswert. Denn es zeichnet auf 216 Seiten den Weg des Ausnahmekickers sehr gut nach. Mit Kruse selbst hat der Autor zwar nicht gesprochen, dafür mit vielen Wegbegleitern – darunter auch Papa Frank Kruse.

„Er hat immer gesagt, für andere verbiege ich mich nicht. Mach ich nicht“, erzählt Frank Kruse und antwortet am Ende des Buchs auf die Frage, ob sein inzwischen immerhin schon 34-jähriger Sohn den Schritt ins Erwachsenenleben gemeistert hat: „Dieser Schritt fehlt definitiv noch. Da bin ich ehrlich: Ich hoffe, dass bei Max noch ein Schritt kommt. Noch sehe ich ihn nicht. Er hat keine Vorstellung, was er nach der Karriere machen will. Definitiv nicht.“ Es sind nicht nur die offenen Worte des Vaters, die das schnörkellos geschriebene Buch so lesenswert machen. Auch ein gewisser Martin Harnik gibt interessante Einblicke, ohne größere Geheimnisse zu verraten. Dabei dürfte er genügend kennen, denn Harnik ist fußballerisch mit Max Kruse groß geworden.

Neues Buch „Max Kruse. Zocker“ über den Werdegang des Ex-Stars von Werder Bremen

Beim SC Vier- und Marschlande haben sie sich in der Jugend quasi gesucht und gefunden. Es folgte 2006 der gemeinsame Wechsel zum SV Werder Bremen, wo sie beide Profis wurden und sich nach einigen Umwegen 2018 wiedertrafen. „Der große Traum war es, mit Max noch mal gemeinsam Bundesliga zu spielen – das hatten wir bis dahin nie geschafft, nur gegeneinander“, erinnert sich Harnik und denkt dabei vor allem an den legendären Sieg im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Borussia Dortmund im Februar 2019. Max Kruse feierte auf dem Zaun mit den Fans, Harnik jubelte darunter: „Allein dafür hat es sich gelohnt zu Werder zurückzukehren, weil das die gesamte gemeinsame Geschichte abgerundet hat.“

Biografie „Max Kruse. Zocker“ über den Ex-Werder-Bremen-Kapitän: Viele Werderaner kommen zu Wort

Aber Kruse sorgte nicht immer nur für Jubel. Schon in der Jugend lief längst nicht alles glatt – als Profi dann sowieso nicht. Sein Talent brachte ihn bis in die Nationalmannschaft, sein mitunter sehr eigener Wille in die Schlagzeilen und dadurch auch immer mal wieder ins sportliche Abseits. Aus der Welt von Werder Bremen berichten darüber in dem Buch nicht nur Harnik und Papa Kruse, sondern auch Clemens Fritz, Frank Baumann, Michael Zetterer, Arnd Zeigler und Alexander Nouri. Letzterer verrät, dass er 2016 kurz nach seiner Beförderung zum Chefcoach Max Kruse bei einem gemeinsamen Essen eine besondere Führungsrolle angeboten habe, doch der bügelte ihn einfach nur ab: „Das war so ein Moment, wo ich dachte: Boah, krass.“

Pokerspieler Max Kruse hatte eben immer seinen eigenen Kopf. Das wird in dem Buch mit der Nacherzählung der einzelnen Stationen noch einmal sehr deutlich. Und als Leser ertappt man sich dabei, auf ein weiteres Kruse-Kapitel im Profi-Fußball zu hoffen, auch wenn das nicht bei Werder Bremen sein wird. (kni) Das Buch „Max Kruse. Zocker“ von David Joram ist im Verlag „Die Werkstatt“ erschienen und kostet 19,90 Euro.

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