Weiter warten auf die Rückkehr: Der verletzte Max Kruse wird Union Berlin auch im Spiel gegen den SV Werder Bremen am Samstag fehlen.
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Weiter warten auf die Rückkehr: Der verletzte Max Kruse wird Union Berlin auch im Spiel gegen den SV Werder Bremen am Samstag fehlen.

Vor Werder gegen Berlin

Werder Bremen überrascht von Union: „Nach Kruse-Ausfall nicht geschwächt“

Bremen – 21 Punkte aus den ersten 13 Saisonspielen, diese Ausbeute bedeutet für den 1. FC Union Berlin momentan nicht nur Tabellenplatz sechs, sondern sie bringt dem Team von Trainer Urs Fischer auch noch einen inoffiziellen Titel ein – nämlich den der Überraschungsmannschaft der bisherigen Saison. Auch bei Werder Bremen haben sie die Auftritte des kommenden Gegners natürlich aufmerksam registriert – mit einer gewissen Portion Verwunderung.

„Es ist schon überraschend, wie gut Union dasteht“, sagt Werders „Leiter Profifußball“ Clemens Fritz, „denn damit war vor der Saison nicht unbedingt zu rechnen“. Großen Anteil am Höhenflug des 1. FC Union Berlin trägt ein Mann, der bei Werder Bremen bestens bekannt ist, der die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte am Samstag aber verletzungsbedingt verpassen wird: Max Kruse.

„Es ist schade, dass er gegen uns nicht dabei ist“, sagt Ex-Profi Fritz, der während seiner Laufbahn zehn Spiele gemeinsam mit Kruse für Werder Bremen bestritten hatte. Es ist die politisch korrekte Antwort auf die Frage nach dem Ausfall des ehemaligen Bremers. Denn sportlich dürfte Werder das Fehlen Kruses ganz gelegen kommen. Bevor sich der 32-Jährige Anfang Dezember in der Nachspielzeit des Berliner Stadtderbys gegen Hertha BSC einen Muskelbündelriss im hinteren rechten Oberschenkel zuzog, hatte er mit sechs Toren und fünf Vorlagen in der Liga für Furore gesorgt. „Max tut mit seiner Qualität einfach jeder Mannschaft gut“, sagt Fritz, der Kruse deshalb in der laufenden Saison am liebsten auch wieder im Werder-Trikot gesehen hätte.

Der Angreifer entschied sich nach seiner Kündigung bei Fenerbahce Istanbul aber gegen ein erneutes (und damit insgesamt drittes) Engagement bei Werder Bremen, suchte stattdessen eine gänzlich neue Herausforderung – und fand sie an der Alten Försterei. Werders Sportchef Frank Baumann blieb im Sommer also nichts anderes übrig, als festzuhalten: „Max war sehr ehrlich zu uns. Es ist so, dass er letztendlich etwas anderes machen möchte. Wir können gut mit der Entscheidung leben.“ Etwas wehtun dürfte es dennoch, mit anzusehen, wie gut Kruse in Berlin auf Anhieb funktioniert hat.

Werder Bremen: Gegner Union Berlin durch Ausfall von Max Kruse nicht geschwächt

Clemens Fritz möchte die Stärken von Union Berlin, das nach dem Aufstieg im Sommer 2019 aktuell die zweite Bundesligasaison seiner Vereinsgeschichte spielt, aber nicht nur auf Max Kruse reduziert wissen – auch wenn er einräumt, nach der Verletzung des Angreifers mit einer kleinen Leistungsdelle bei den Berlinern gerechnet zu haben. „Ich muss ehrlicherweise zugeben, wie überrascht ich bin, dass Union seinen Ausfall in den letzten Wochen so gut aufgefangen hat.“ Das Team sei nicht geschwächt, spiele mit großer Wucht, „und ihre Standards sind unglaublich gefährlich“. Zuletzt hat Champions-League-Achtelfinalist Borussia Dortmund diese Stärken zu spüren bekommen und mit 1:2 gegen Union verloren.

Aber auch Werder Bremen könne das Duell am Samstag gegen Union Berlin mit viel Selbstvertrauen angehen, betont Fritz. Nach den Siegen gegen Mainz (1:0) sowie im Pokal gegen Hannover (3:0) „kann unsere Brust gerne ein bisschen breiter werden“. Gerade gegen eine Mannschaft wie Union Berlin sei das wichtig, um zum Erfolg zu kommen und nachzulegen. „Bei ihnen ist es ja auch so – sie ziehen ihr Spiel durch, egal, gegen wen.“ (dco)

Zur letzten Meldung vom 07. November 2020:

Max Kruse startet bei Union Berlin durch und bekommt ein großes Lob von Werder Bremen

Bremen/Berlin – Max Kruse bleibt ein Phänomen. Der ehemalige Profi des SV Werder Bremen liefert nach leichten Startschwierigkeiten nun auch beim 1. FC Union Berlin ordentlich ab und ist in aller Munde. Auch aus Bremen gibt es ein besonderes Lob von Coach Florian Kohfeldt für den Angreifer, der sich im Sommer gegen einen Wechsel zu Werder entschieden und lieber bei Union angeheuert hatte.

„Max ist besonders: auf und neben dem Platz. Und einer der geradesten Charaktere, die ich im Fußball kennengelernt habe“, sagt Florian Kohfeldt, der mit Köln-Trainer Markus Gisdol Streit hatte, in der „SportBild“ über seinen ehemaligen Spieler Max Kruse. Der 32-Jährige habe auch in der Spielvorbereitung zu seiner Zeit beim SV Werder Bremen von 2016 bis 2019 eine ganz eigene Art gehabt. Während sich die meisten Profis kurz vor dem Anpfiff fokussiert zurückgezogen hätten, habe Kruse noch eine Runde Tischtennis gespielt.

Max Kruse dreht bei Union Berlin auf - von Werder Bremen gibt es Lob

Was Max Kruse vor den Spielen mit Union Berlin macht, wurde noch nicht bekannt. Auf dem Platz ist er jedenfalls wieder der Alte – körperlich nicht komplett fit wie so oft in seiner Karriere, aber dennoch so spielstark wie nur wenige in der Liga. Mit einem Elfmeter-Tor und zwei Vorlagen war er am Montagabend der Matchwinner beim Berliner 3:1-Sieg gegen Hoffenheim. So sehr sich der ehemalige Kapitän des SV Werder Bremen mit seinen Auftritten in den sozialen Medien als eigene Marke präsentiert, so mannschaftsdienlich agiert er auf dem Rasen. „Wenn ich schieße, ist er zu 99 Prozent drin. Wenn ich rüber lege, ist er zu 100 Prozent drin – da habe ich mich für die 100 Prozent entschieden“, sagte Kruse zum dritten Tor, als er den Ball auf Cedric Teuchert abgelegt hatte. Der Lebemann Kruse und der Arbeiterverein aus Köpenick – mit dem Bundesliga-Rückkehrer und dem 1. FC Union Berlin haben sich offensichtlich zwei gefunden. Der ablösefreie Wechsel von Fenerbahce Istanbul nach Vertragsauflösung von Kruse zahlt sich für alle Beteiligten aus. Als Tabellensiebter steht Union so gut da wie noch nie und plötzlich dort, wo der strauchelnde Lokalrivale Hertha BSC so gerne hin will. Auf einem Rang, der nach Europa führen könnte. „Der Max ist auf dem richtigen Weg. Ich glaube, er ist noch nicht da, wo er hin will, aber er arbeitet daran“, sagte Coach Urs Fischer nach dem fünften ungeschlagenen Spiel in Serie.

Werder Bremen: Ex-Kapitän Max Kruse bei Union Berlin auf Rekordkurs

„Ich bin sehr glücklich. Aber es kann noch besser werden“, meinte derweil Max Kruse. Mit seinem nächsten verwandelten Elfer kann er nun sogar in die Bundesliga-Historie eingehen: Alle 15 waren bisher drin, sieben davon im Trikot des SV Werder Bremen. 16 ohne einen Fehlschuss schaffte bisher nur Jochen Abel für den VfL Bochum und FC Schalke 04 Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger. Darauf angesprochen, musste Kruse lächeln: „Jetzt weiß ich noch mehr, dass ich den nächsten Elfer auch machen muss, um den Rekord einzustellen. Aber klar, ich will die Elfmeter schießen, ich will sie reinmachen – und solange das gut klappt, bin ich wahrscheinlich auch der, der als nächstes schießt.“
Es würde irgendwie passen, wenn Kruse dieser Rekordschuss ausgerechnet gegen Werder glücken würde. Allerdings müsste er dann auf seinen nächsten Elfer noch lange warten, das Bundesliga-Duell mit dem Ex-Club steigt erst im neuen Jahr, am 2. oder 3. Januar. (kni/sid)

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