Ex-Werder-Bremen-Profi Max Kruse (links) und VfL-Wolfsburg-Trainer Niko Kovac (rechts) haben ein besseres Verhältnis, als zunächst befürchtet wurde.
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Ex-Werder-Bremen-Profi Max Kruse (links) und VfL-Wolfsburg-Trainer Niko Kovac (rechts) haben ein besseres Verhältnis, als zunächst befürchtet wurde.

Ehemaliger Werder-Profi kämpft um Stammplatz

Kovac und Kruse in Wolfsburg: Es passt doch zwischen dem neuen Trainer und dem Ex-Werder-Kapitän

Wolfsburg - Wenn der SV Werder Bremen am Samstag beim VfL Wolfsburg antritt, kommt es für die Grün-Weißen zum Wiedersehen mit Max Kruse. Der 34-jährige Angreifer spielte insgesamt sechs Jahre an der Weser, führte die Bremer vor drei Jahren beinahe in die Europa League. Gegen seinen Ex-Club wird Kruse allerdings erst einmal nur auf der Bank sitzen. Der Grund dafür ist jedoch die eigene Krankenakte - und nicht das Verhältnis zu Niko Kovac. Denn Kruse und der neue Wolfsburger Trainer verstehen sich viel besser als befürchtet.

Der eine sagt: „Meine Mannschaften waren immer fit. Ohne das kann man nicht erfolgreich sein.“ Der andere hat zumindest mal bei DAZN gesagt: „Es gibt Spieler, die den Fokus die ganze Woche auf das Training legen müssen, um am Wochenende performen zu können. Zu denen gehöre ich einfach nicht.“ Wer diese Aussagen von Niko Kovac und Max Kruse nebeneinander legt, braucht sich nicht darüber zu wundern, dass rund um den VfL Wolfsburg in diesem Sommer viele gefragt haben: Der neue Trainer und sein eigenwilliger Star - kann das jemals gut gehen?

Die vorläufige Antwort darauf ist ein deutliches „Ja“ mit einem kleinen „Aber“. Denn ausgerechnet am ersten Bundesliga-Spieltag gegen seinen Ex-Club Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) wird Max Kruse zunächst nur auf der Bank sitzen. „Max hatte erst eine Wadenverletzung und war dann krank. Er hat sicherlich noch etwas Nachholbedarf. Von daher wird das kein Start von Beginn“, bestätigte Niko Kovac vor dem Spiel. Ansonsten gibt es beim VfL Wolfsburg eine stattliche Liste von mindestens zehn Spielern, die einen viel zu großen Kader nach Kovac´ Arbeitsbeginn im Juni bereits verlassen haben oder noch verlassen sollen. Kruse aber steht nicht darauf.

VfL-Wolfsburg-Trainer Niko Kovac lobt Ex-Werder-Bremen-Profi Max Kruse: „Ein toller Junge, habe nur Positives zu berichten“

Schon früh trafen sich der Trainer vom VfL Wolfsburg und der ehemalige Profi von Werder Bremen nach einem Bericht der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ außerhalb des Clubgeländes zu einem Austausch. „Max ist ein toller Junge, ich habe nur Positives zu berichten“, sagte Niko Kovac dann später während des Trainingslagers in Tirol über Max Kruse. Er sei ein Spieler, der „trotz seiner 34 Jahre pro Saison immer 15 Tore schießen und noch mal fünf bis zehn auflegen kann. Immer! Die Qualität hat er, die haben nicht viele in der Bundesliga. Wenn er fit ist und körperlich alles herausholen kann, hat er Fähigkeiten wie ein Thomas Müller.“

Mit Jens Stage in der Startelf? Die Aufstellung von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg!

Kruses eigentliche Herausforderung beim VfL Wolfsburg ist also nicht Niko Kovac, sondern eine, die er aus Bremen so nicht kennt: Denn er hat bei den „Wölfen“ eine starke Konkurrenz - qualitativ wie quantitativ. Lukas Nmecha, Jonas Wind, Bartosz Bialek, Omar Marmoush, Luca Waldschmidt, Maximilian Philipp, Jakub Kaminski und Patrick Wimmer: Neben Max Kruse bieten sich noch mindestens acht weitere Profis für vier Plätze in der Offensive an. Fünf von ihnen sind A-Nationalspieler, sechs von ihnen mindestens zehn Jahre jünger als der frühere Kapitän von Werder Bremen.

Werder Bremen: Ex-Kapitän Max Kruse muss beim VfL Wolfsburg um seinen Stammplatz kämpfen

.Zum Vergleich: An der Weser und auch bei Union Berlin war Max Kruse lange Zeit ein sogenannter Unterschiedsspieler, dessen Verlust Werder Bremen 2019 nie ersetzen konnte und dessen Verpflichtung den 1. FC Union 2020 auf ein anderes sportliches Niveau hob. Selbst beim VfL Wolfsburg war er im Januar noch ein Schlüsseltransfer, der die Stimmung in der Kabine drehen und ein angeschlagenes Team vor dem Abstieg aus der Bundesliga retten sollte.

Diese Situation hat sich verändert. Sein enger Vertrauter Florian Kohfeldt ist nicht mehr da. Und rein sportlich gesehen ist Max Kruse kein Heilsbringer mehr, sondern aktuell nur ein Herausforderer. Weil es nach Recherchen der „Bild“-Zeitung eine Klausel in seinem Vertrag gab, die es Kruse wegen der überraschenden Trennung von Kohfeldt bis Ende Juni ermöglicht hätte, den VfL Wolfsburg für wenig Geld zu verlassen, dachte sogar Werder Bremen im Sommer kurzzeitig über eine erneute Rückholaktion nach. „Natürlich wussten wir auch um diese Klausel, die Max hat“, sagte der Leiter Profifußball und Scouting, Clemens Fritz. „Wir haben uns intern dazu ausgetauscht, das wurde durchdiskutiert“ - und am Ende ohne konkrete Verhandlungen verworfen. (dpa/nag) Schon gelesen? So seht Ihr das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg live im TV und im Live-Stream!

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