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Maximilian Eggestein kennt den Abstiegskampf bei Werder Bremen - und die ganz wichtigen Spiele gegen Eintracht Frankfurt.

Vor wichtigem Spiel gegen Frankfurt

Werder ist zum Punkten verdammt! Maxi Eggestein: „Das darf uns nicht erdrücken“

Bremen – Rückblende: Es war der 14. Mai 2016, als es für Werder Bremen um alles ging. 34. Spieltag, Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt und die Palette der möglichen Szenarien nach Abpfiff reichte vom direkten Abstieg über die Relegation bis hin zur Rettung.

Es wurde die Rettung, weil Werder Bremen 1:0 gewann. Es war der ultimative Stress, der maximale Kitzel – und Maximilian Eggestein hat ihn als Spieler auf dem Platz miterlebt. 17 Jahre war er damals alt, noch nie zuvor hatte er in einem Bundesliga-Spiel in der Startelf gestanden. Aber dann ausgerechnet in dem Finale um Abstieg oder Klassenerhalt. „Für mich war das auch überraschend“, sagt er fast vier Jahre später, „zumal ich Linksaußen spielen musste, nicht mal meine Position.“ Aber er schaffte es, hielt dem Druck stand.

Werder Bremen: Maximilian Eggestein gilt als stressresistent

Für Werder-Trainer Florian Kohfeldt ist Maxi Eggestein deshalb ein Spieler, den es unbedingt zu nennen gilt, wenn die Frage nach stressresistenten Spielern im Team gestellt wird. Natürlich sei Eggestein einer. Das Frankfurt-Spiel, so könnte man meinen, war für ihn das, was für Nibelungen-Held Siegfried das Bad im Drachenblut oder für Obelix der Sturz in den Topf mit Zaubertrank war. Es hat Eggestein mental stark und beinahe unverwundbar gemacht – glaubt Kohfeldt jedenfalls: „Bei Maxi weiß ich, dass er diese Stressresistenz hat.“ Bei vielen anderen kann er das nur hoffen.

Bald wird der Coach wissen, ob er tatsächlich noch mehr Obelixe und Siegfrieds im Team hat, denn, so Kohfeldt: „Wir steuern wieder auf Situationen wie damals gegen Frankfurt zu.“ Allerdings deutlich früher in der Saison. Am Sonntag gastiert die Eintracht erneut im Weserstadion, es ist der 24. Spieltag und für Werder Bremen, den Tabellen-17., geht es wieder um enorm viel. Kohfeldt hat die Partie gegen die Hessen und das folgende Match gegen Hertha BSC zum Endspiel-Doppelpack gemacht – sollte das Team in diesen Spielen wieder nicht punkten, gäbe es keine realistische Chance mehr auf den Klassenerhalt, hat er gesagt.

Werder Bremen: Konkurrenz im Abstiegskampf punktet sicher

Maximilian Eggestein nickt diese Einschätzung ab. Mit Blick auf das kommende Wochenende sagt er: „Auf jeden Fall ist es ein sehr entscheidendes Spiel. Zumal die anderen Teams um uns herum gegeneinander spielen.“ Der Liga-16. Fortuna Düsseldorf empfängt die auf Platz 14 abgerutschte Hertha, Schlusslicht Paderborn gastiert beim Tabellen-15. Mainz 05. Irgendwer punktet also ganz sicher im Keller. Und weil das Wochenende darauf eine ähnliche Konstellation bietet, muss Werder Bremen mitziehen. „Da muss man gar nicht drumherum reden“, räumt Eggestein ein: „Wir wissen, dass wir punkten müssen. Jedem von uns ist die Situation bewusst.“

Dass Verantwortung und Angst dabei lähmen können, weiß Eggestein nur zu gut. Nicht allein wegen 2016, sondern auch wegen anderer Gefahren, die er mit Werder abwehren musste. Immer ging es um den Klassenerhalt, aber nie stand es so Spitz auf Knopf wie damals gegen Eintracht Frankfurt. Und wie am Sonntag gegen Frankfurt. Trotz der Bedeutungsschwere wird Eggestein versuchen, den Kopf frei zu behalten. „Die Situation darf einen nicht erdrücken. Wenn es einen erdrückt, kann man nicht frei aufspielen. Dann wird es noch schwieriger.“ (csa/kni)

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