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Maximilian Eggestein will bei Werder Bremen mehr Verantwortung übernehmen und hofft auf sein Debüt unter Joachim Löw.

Werder-Spieler hofft auf Debüt bei Löw

Maxi Eggestein im Interview: Traum-Club? „Das fliegt mir um die Ohren“

Bremen - Er dürfte der nächste Nationalspieler in Diensten von Werder Bremen sein: Maximilian Eggestein. Vergangenes Jahr war er schon einmal von Bundestrainer Joachim Löw eingeladen worden. Jetzt will Eggestein mehr - und hofft auf sein Debüt.

Darüber sowie über Luxus, seine Rolle als Führungsspieler bei Werder Bremen, Trainer Florian Kohfeldt und seinen Traum-Club, bei dem er schwach werden würde, spricht Maximilian Eggestein im Interview mit dem „Sport-Informations-Dienst“ (SID). Die Fragen stellte Kristof Stühm.

Herr Eggestein, diese Bling-Bling-Attitüde einiger Kollegen geht Ihnen völlig ab. Was ist Ihre größte Extravaganz?

Maximilian Eggestein: Hmm, gute Frage. Ich gehe ab und zu gerne lecker Essen. Zu Hause öfter mal griechisch, hier in Bremen mediterran - ohne genaue Richtung.

Markenbildung wird gerade unter jüngeren Spielern ein immer größeres Thema, viele nutzen dazu die sozialen Netzwerke. Warum verzichten Sie auf Instagram und Co.?

Eggestein: Ich habe für mich noch nicht den Moment gehabt, in dem ich sage: 'Das brauche ich unbedingt'. Es kann noch kommen, dass ich irgendwann auch einen Account haben will, aber bisher war das noch nicht der Fall. Natürlich gibt es da auch mal häufiger einen Spruch von Kollegen, aber bis jetzt konnte ich da ganz gut drauf verzichten.

Werder Bremen: Kann Maxi Eggestein auch ein Drecksack sein?

Sie werden stets als bodenständig und freundlich beschrieben. Können Sie auch ein Drecksack sein?

Eggestein: Man muss immer unterscheiden, was auf und neben dem Platz im Fußball geschieht. Neben dem Platz ist es mir wichtig, mit meinen Mitmenschen vernünftig umzugehen. Auf dem Platz herrscht Wettkampf und dann kann man auch mal etwas dreckiger werden - und das kann ich auch. Aber neben dem Platz sehe ich keinen Grund dazu.

Werder hat mit Max Kruse ein Gesicht der Mannschaft verloren. Wie interpretieren Sie vor diesem Hintergrund Ihre Rolle in der kommenden Saison?

Eggestein: Auf jeden Fall will ich noch mehr Verantwortung übernehmen. Darüber kann man immer viel reden, aber in erster Linie geht das über die Leistung auf dem Platz. Zudem ist sicher ein Aspekt, in dem ich besser werden kann, noch mehr zu kommunizieren und lauter zu werden. Es ist aber auch wichtig, dass man die Verantwortung untereinander teilt. Es hat immer so gewirkt, als hätte Max alles gemacht, aber auch mit ihm hatten wir verschiedene Verantwortungsträger. Das werden wir so auch weiterführen.

Fordert Ihr Trainer Florian Kohfeldt das auch von Ihnen, lauter zu werden?

Eggestein: Er versucht nicht, mich in eine Rolle reinzuzwingen. Ich finde, das macht auch keinen Sinn, das muss ganz intuitiv kommen. Aber er hat schon hin und wieder versucht, diesen Prozess auch anzuregen.

Sie kennen Kohfeldt schon sehr lange, unter ihm ist der Marktwert des Teams enorm gestiegen. Wie schafft er es, einen Spieler besser zu machen?

Eggestein: Ich glaube, gerade mit jungen Spielern braucht man auch viel Geduld. Wenn ich zum Beispiel meinen Bruder Johannes oder Milot Rashica anschaue, dann haben sie am Anfang nicht so die große Rolle gespielt, sind aber immer im Gespräch mit Flo geblieben. Und haben immer geduldig gearbeitet und sich entwickelt. Und als sie dann ihre Einsätze bekamen, haben sie einen echten Schuss gemacht. Wenn man Milot sieht, der ist in der Rückrunde ja explodiert. Da braucht man einen Trainer, der Vertrauen und Geduld hat - ich glaube, das zeichnet Flo aus. Er fordert natürlich auch viel von den Spielern ein, lässt sie aber nicht direkt fallen. Und deshalb haben sich viele Spieler so gut entwickelt.

Werder Bremen: Ist Maxi Eggestein auch mal von Florian Kohfeldt genervt?

Kohfeldt will auch sehr viel aus dem Privatleben seiner Spieler wissen. Wo sie essen gehen, was sie bei Netflix schauen, ob sie sich für Kultur interessieren. Nervt das nicht auch manchmal?

Eggestein: Es ist ja nicht so, dass er in die Kabine kommt und uns beim Begrüßen fragt, was wir am Abend zuvor bei Netflix geschaut haben. Das entsteht ja im Gespräch. Er hockt halt nicht die ganze Zeit nur in seiner Trainerkabine, um 15 Uhr zum Trainingsbeginn steht er dann auf dem Platz und um 16.30 Uhr, wenn das Training zu Ende ist, verschwindet er wieder in seiner Trainerkabine. Er will diesen Prozess, der in der Kabine entsteht, mit begleiten und erleben. Und da geht er natürlich mit vielen Spielern ins Gespräch und es entwickeln sich Themen über den Fußball hinaus.

Wie wichtig war er bei Ihrer Vertragsverlängerung?

Eggestein: Er war schon ein großer Faktor bei meiner Entscheidung. Ich spüre bei ihm einfach das Vertrauen und habe gemerkt, dass der Weg, den wir mit Werder unter ihm gehen, einfach gut ist. Was er auch immer vorlebt, ist, dass wir nie zufrieden sein wollen. In meiner Anfangszeit in Bremen hatte man immer das Gefühl, Platz acht sei eigentlich ganz gut für unsere Verhältnisse. Wir haben nicht die Möglichkeiten wie andere Klubs, also ist das in Ordnung. Dieses Gefühl vermittelt er halt gar nicht. Er will immer mehr. Deshalb haben wir auch wieder das Saisonziel Europa ausgegeben. Das finde ich gut und will das weiter vorantreiben. Wir wollen nicht damit zufrieden sein, in der Grauzone der Tabelle zu landen. Wir möchten um etwas mitspielen.

Sie haben in Bremen langfristig verlängert. Aber gibt es diesen einen Traum-Club, bei dem Sie schwach werden könnten und um eine vorzeitige Freigabe bitten würden?

Eggestein: Den gibt es, aber den werde ich nicht kundtun, weil mir das irgendwann um die Ohren fliegt.

Werder Bremen: Maximilian Eggestein will wieder zu Joachim Löw

Ist es wahrscheinlicher, dass Sie es mit Werder nach Europa schaffen oder Ihr Debüt in der Nationalmannschaft feiern?

Eggestein: Das kann ich nicht einschätzen. Natürlich würde ich gerne wieder eine Einladung erhalten und dann hoffentlich irgendwann mein Debüt geben - aber dafür muss ich erst einmal meine Leistung bringen.

Was will Joachim Löw von Ihnen sehen, damit Sie regelmäßig berufen werden?

Eggestein: Er hat mir ähnliche Dinge gesagt, die ich mir auch selber schon als Ziel gesetzt habe. Dass ich im Verein mehr Verantwortung übernehmen kann und konstant weiterspielen muss. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist sehr groß - deswegen muss ich schauen, wie es weitergeht.

Haben Sie sich eigentlich schon bei Ihren Eltern beschwert?

Eggestein: Wieso?

Um bei den Olympischen Spielen in Tokio spielen zu dürfen, sind Sie eigentlich ein paar Tage zu alt.

Eggestein: Ich glaube, meine Eltern haben bei der Familienplanung nicht so weit gedacht, dass sie ihre Kinder am Anfang des Jahres kriegen müssen, damit sie bessere Chancen in den Fußballmannschaften haben.

Haben Sie Tokio schon abgeschrieben? Oder ist es Ihnen egal, weil Sie ohnehin lieber bei der EM dabei sein wollen?

Eggestein: Abgeschrieben habe ich Tokio nicht, aber ich weiß, dass nur drei Spieler, die vor dem 1. Januar 1997 geboren wurden, mitfahren dürfen. Wenn ich mir etwas aussuchen könnte, wäre ich natürlich lieber bei der EM dabei als bei Olympia. Aber wenn es dann doch nach Tokio geht, wäre das auch ein tolles und vor allem einmaliges Erlebnis.

(SID)

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In der Halbzeit-Pause des DFB-Pokal-Spiels gegen Atlas Delmenhorst gab es einen „kleinen Disput“ bei Werder Bremen zwischen Marco Friedl und Florian Kohfeldt. Nach einer weiteren guten Leistung darf Christian Groß weiter bei den Profis von Werder Bremen bleiben. Unterdessen arbeitet Frank Baumann weiter am Kader für die neue Saison. Wen holt Werder Bremen? Janik Haberer und Bernardo sind jedenfalls kein Thema. Vor dem Bundesliga-Start blicken wir außerdem auf die Gewinner und Verlierer des Sommers bei Werder Bremen.

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