+
Maximilian Eggestein fühlt sich extrem wohl in Bremen. „Ich weiß, was ich an Werder habe“, sagt der Mittelfeldspieler.

21-Jähriger wird für Werder immer wichtiger

Eggestein über seine Zukunft: „Da muss sich keiner Sorgen machen“

Bremen - Maximilian Eggestein ist ein kommunikativer Typ. Fragen zu beantworten, bereitet dem 21-Jährigen keine Probleme. Das ist auch gut so, denn Fragen muss Maximilian Eggestein in diesen Tagen oft beantworten. Das geht schon mit den Nachbarn los.

„Wie lief es am Wochenende? Hättet ihr das Spiel nicht gewinnen können? Und kommt ihr aus dem Tabellenkeller raus?“ Solche Dinge wollen die Nachbarn inzwischen von ihm wissen. „Früher haben sie seltener gefragt. Da war ich zwar auch schon in der Mannschaft, habe aber nicht so oft gespielt“, berichtete Eggestein am Mittwoch. „Jetzt ist das anders. Jetzt bin ich mittendrin.“

Lediglich ein Bundesligaspiel hat der 21-Jährige in der laufenden Saison verpasst. Sonst stand er in allen 24 Partien auf dem Platz, schoss ein Tor und bereitete zwei vor. Kurz: Eggestein zeigt in Werders zentralem Mittelfeld konstant gute bis sehr gute Leistungen. Zuletzt hat ihm das ein Sonderlob von Trainer Florian Kohfeldt eingebracht, der im Anschluss an das 2:2 in Mönchengladbach ungefragt Eggesteins Qualitäten lobte. In den höchsten Tönen. „Das hat mich gefreut“, sagte Eggestein. Überrascht ist er von seinem steilen Aufstieg an der Weser aber nicht. „Das wäre ja auch schlecht, denn es würde bedeuten, dass ich nicht an meine eigene Stärke glauben würde.“

Das tut der gebürtige Hannoveraner, und andere tun es auch. Sowohl Kapitän Zlatko Junuzovic als auch Leistungsträger Thomas Delaney mussten in dieser Saison aus taktischen Gründen schon auf der Bank Platz nehmen. Eggestein nicht. „Ich sehe das als Bestätigung dafür, dass ich gebraucht werde“, erklärte er. Dann verwies er – ganz Teamplayer – darauf, dass Werder im Mittelfeld fünf, sechs Spieler habe, die dort alle gute Leistungen zeigen könnten: „Das ist ein Luxusproblem.“ Eines, von dem Eggestein selbst aber unberührt bleibt, weil er jetzt mittendrin ist, wie er selber weiß.

Nun ist es kein Wunder, dass die Leistungen des Nachwuchstalents auch bei anderen Vereinen registriert werden. Im Sommer dürfte es Angebote geben. Eggesteins Vertrag bei Werder läuft noch bis 2020. Er hat ihn im vergangenen Jahr gerade erst verlängert. Auf die Frage, ob er in der neuen Saison womöglich für einen anderen Club spielen werde, sagte er: „Im Fußball sollte man nie etwas ausschließen, aber ich fühle mich extrem wohl in Bremen und weiß, was ich an Werder habe.“ Es war ein Satz, der nicht unbedingt zur Beruhigung der Fans taugte. Der folgende dann aber schon: „Dementsprechend muss man sich keine Sorgen machen.“

Pizarro ein gern gesehener Gast

Die möchte sich Eggestein mit Werder auch nach dem kommenden Montag nicht mehr machen – nämlich um den Verbleib in der Bundesliga. Er weiß, dass seine Mannschaft mit einem Sieg gegen Schlusslicht Köln einen ganz großen Schritt in Richtung Rettung machen kann. „Das ist unser Ziel“, sagte er. Die zehn Tage Pause zwischen der Partie in Mönchengladbach und dem kommenden Spiel am Montagabend sieht er nicht als Problem. „Nein, das wollen wir für uns nutzen.“

Wenn die Kölner am Montag ins Weserstadion kommen, dann ist auch Werder-Legende Claudio Pizarro mit dabei. „Er ist hier immer ein gern gesehener Gast“, betonte Eggestein, der von 2015 bis 2017 gemeinsam mit dem Peruaner für Werder gespielt hat. Kontakt haben die beiden Männer heute aber keinen mehr. „Nein“, sagte Eggestein, „das ist aber auch normal. Wir sind schließlich nicht gerade in einem Alter.“ Stimmt. Der eine 21, der andere 39. Wenn man so möchte, trifft Werders Vergangenheit auf die Zukunft. „Claudio hat gezeigt, dass er es auch mit 39 noch kann“, lobte Eggestein. Am Montagabend möchte er für Werder aber lieber selbst im Mittelpunkt stehen. Wieder einmal.

Schon gelesen?

Ousman Manneh fehlt Werders U23 mehrere Wochen

Niklas Moisander - der sachdienliche Ruhepol

Maxi Eggestein: Sein Werder-Weg in Bildern

Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein hat das geschafft, wovon viele nur träumen können: Er ist Profi-Fußballer geworden. Darauf hat der Defensivspieler lange hingearbeitet. © nordphoto
Maximilian Eggestein
2011 wechselte Eggestein vom TSV Havelse zum SV Werder und stach hervor. So schoss er in der Saison 2012/13 14 Tore für die U17 des Bremer Leistungszentrums. © imago
Maximilian Eggestein
Zur Spielzeit 2014/15 rückte er in Werders U23 in der Regionalliga Nord auf, wo er sich auf Anhieb als Stammspieler im offensiven Mittelfeld durchsetzen konnte. © nordphoto
Maximilian Eggestein
Das blieb nicht unbemerkt. Unter dem damaligen Cheftrainer Viktor Skripnik feierte Eggestein beim 4:0-Sieg gegen den SC Paderborn im November 2014 sein Debüt bei den Profis. © nordphoto
Maximilian Eggestein
Im Alter von 17 Jahren und 356 Tagen wohlgemerkt. Das macht ihn hinter Thomas Schaaf (17 Jahre und 353 Tage) zum zweitjüngsten Bundesliga-Spieler der Vereinsgeschichte. © nordphoto
Maximilian Eggestein
Im Januar 2015 durfte Eggestein dann erstmals mit ins Trainingslager nach Belek, um sich weiter anzubieten und an den Profibereich gewöhnen zu können. © nordphoto
Maximilian Eggestein
Sein Startelfdebüt feierte der gebürtige Hannoveraner über ein halbes Jahr später - im August 2015. Werder gastierte bei Hertha BSC. Das Spiel endete 1:1. © nordphoto
Maximilian Eggestein
Vollends etablieren konnte sich der Mittelfeldspieler vorerst nicht bei den Profis. Eggestein war zunächst weiter in der U23 gefragt, mit der er im Mai 2015 den Aufstieg in die 3. Liga schaffte. © nordphoto
Maximilian Eggestein
Mittlerweile ist der Jungprofi gereift, spielt im defensiven Mittelfeld eine immer größer werdende Rolle beim SV Werder. © nordphoto
Maximilian Eggestein
Beim 3:0-Sieg gegen Schalke 04 im April 2017 schoss Eggestein sein erstes Tor für die Profis vor der eigenen Fankurve. Davon hatte Eggestein immer geträumt, wie er verriet. © nordphoto
Maximilian Eggestein
Anfang Juli verlängerte der Mittelfeldspieler vorzeitig seinen Vertrag an der Weser. © nordphoto
Maximilian Eggestein
Zu Beginn der Saison 2017/18 war er häufig in der Startelf zu finden und stand in fast allen Partien auf dem Platz.  © Gumz
Maximilian Eggestein
Im Herbst 2017 wurde er außerdem erstmals in die deutsche U21-Nationalmannschaft berufen und bestritt die EM-Qualifikation mit dem Team. © imago
Maximilian Eggestein konnte sich während der Saison 2017/18 zu einem unangefochtenen Stammspieler entwickeln.
Maximilian Eggestein konnte sich während der Saison 2017/18 zu einem unangefochtenen Stammspieler entwickeln. © gumzmedia
Am 26. Spieltag konnte er einen wichtigen Treffer gegen den 1. FC Köln erzielen.
Am 26. Spieltag konnte er einen wichtigen Treffer gegen den 1. FC Köln erzielen. © gumzmedia

Auch interessant

Neu und nur in der DeichStube!

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Was denkst Du über den Artikel?

Nichts mehr verpassen

Kommentare