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Per Mertesacker  spielte fünf Jahre beim SV Werder.

Hochprozentiger Start bei Werder

Mertesackers Memoiren: „Das hieß also: Es endet böse“

Bremen/London - Neulich hat er in London groß das Ende seiner aktiven Karriere gefeiert. Weltmeister Per Mertesacker hatte viele Freunde und Wegbegleiter – auch aus seiner Zeit bei Werder Bremen – eingeladen, um es gemeinsam krachen zu lassen.

Wie hoch es dabei herging, ist nicht bekannt, Fußballer geben sich in solchen Dingen ja gerne geheimnisvoll. Es sei denn, das Event liegt lange genug zurück. Dann wird gerne mal erzählt, wer was wie gemacht hat. 

Per Mertesacker hat die besten Geschichten seiner Karriere jetzt in einem Buch zusammengefasst. „Weltmeister ohne Talent“ heißt es und erscheint im Verlag Ullstein extra. Dass es lesenswert ist, lässt eine Kostprobe vermuten. Mertesacker erzählt beispielsweise von seinem Einstand bei Werder. Und von dem des späteren Arsenal-Kollegen Mesut Özil. Wer also schon immer mal wissen wollte, was Profi-Fußballer anstellen, wenn der Ball fehlt, sollte jetzt weiterlesen.

Aufnahmeritual bei Werder „endet böse“

Die Geschichte führt zurück ins Jahr 2006. Per Mertesacker war gerade von Hannover 96 zu Werder Bremen gewechselt, und die Mannschaft verlangte die Erfüllung eines Aufnahmerituals. Um was es dabei ging? Um Alkohol! Mertesackers Erinnerung: „Alle trafen sich in einer Bar in der Stadt, die für die Mannschaft reserviert war. Und jeder Neue musste mit jedem Spieler, der schon länger als ein Jahr bei Werder war, einen Drink nehmen. Das machte unter dem Strich 25 Drinks, von Cocktails über Bier bis Wodka. Alles durcheinander. Das hieß also: Es endet böse.“

Von 2006–2011 spielte Mertesacker im Trikot der Grün-Weißen.

Dass Mertesacker nicht nur auf dem Platz, sondern auch an der Theke zu den cleveren Köpfen gehört, zeigt sein Trink-Kniff. „Ich hatte Angst, dass mein Körper komplett aufschwemmt. Ich hatte zwei riesige Flaschen stilles Wasser neben mir stehen und kippte parallel zu jedem Drink einen halben Liter nach, um mich vor den Folgen des Hochprozentigen zu schützen. Das klappte super.“

Einer der schlimmsten Abende für Özil

Gewusst wie. Andere seien dagegen „nicht so heil“ davongekommen, schreibt Mertesacker und nennt das Beispiel Mesut Özil. Er kam zwei Jahre später zu Werder, an dem Aufnahmeritual des Teams hatte sich aber noch nichts geändert. Für Özil sei es „einer der schlimmsten Abende seines Lebens“ geworden, verrät Mertesacker: „Er hat ihn nie vergessen. Wir sprachen bei Arsenal oft darüber und mussten lachen. Er wusste nicht mehr, wo er war, und kann sich auch nicht mehr an Einzelheiten erinnern.“

Mertesacker offenbar schon, sonst hätte er nicht in Kooperation mit dem Journalisten und Premier-League-Experten Raphael Honigstein sein Buch schreiben können. „Weltmeister ohne Talent“ – aber mit Gedächtnis.

Per Mertesacker: Seine Karriere in Bildern

Per Mertesacker
Bei Hannover 96 begann die Wahnsinns-Karriere von Per Mertesacker. Erst kickte er dort in der Jugend, dann drei Jahre bei den Profis. © imago
Per Mertesacker
So traf der Innenverteidiger in seinem ersten Bundesliga-Jahr auf Ailton (im Bild) und den SV Werder. © nordphoto
Per Mertesacker
Zwei Jahre später leistete er sich ein Duell gegen Miroslav Klose. Mertesacker musste mit Hannover jedoch eine 0:5-Pleite hinnehmen. © nordphoto
Per Mertesacker und Mesut Özil.
2006 entschied sich der gebürtige Hannoveraner für einen Wechsel zum SV Werder. Damals wie heute spielte er da an der Seite von Mesut Özil... © nordphoto
Per Mertesacker
...und an der Seite seines guten Kumpels Clemens Fritz. Hier liegen sich beide nach dem Schlusspfiff im Champions-League-Gruppenspiel gegen den FC Chelsea jubelnd in den Armen. Werder gewann 1:0. © nordphoto
Per Mertesacker
Mit den Bremern feierte Mertesacker 2009 den Triumph des DFB-Pokals auf dem Rathausvorplatz und auf dem Rathausbalkon. Wieder nah an seiner Seite: Clemens Fritz. © nordphoto
Per Mertesacker
Der größte Erfolg seiner Karriere: Der Weltmeister-Titel 2014 in Rio de Janeiro. © imago
Per Mertesacker
Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab er im Oktober 2004 gegen Iran (2:0). Einen Monat später stand er gegen Kamerun (3:0) sogar schon in der Startelf. © imago
Per Mertesacker
Zur Saison 2011/12 wechselte Mertesacker von Werder zu Arsenal, wo er noch bis 2018 unter Vetrag steht. © nordphoto
Per Mertesacker
Mit den Gunners wurde er bisher dreimal Englischer Pokalsieger (2014, 2015, 2017) und einmal Superpokalsieger (2016). © imago
Per Mertesacker
Im Juli 2017 wurde bekannt, dass Mertesacker seine aktive Karriere im Sommer 2018 beenden wird. Danach soll er Leiter der Nachwuchs-Akademie des FC Arsenal werden. © dpa

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