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Michael Zetterer hat wieder gut lachen. Der Torwart, der zuletzt von Werder Bremen an Austria Klagenfurt ausgeliehen war, ist wieder im Aufwind.

Werder-Keeper erlebt perfekte Ausleihe nach Österreich

Zetterer: „Ein brutal erfüllendes Gefühl“

Bremen/München – Urlaub, endlich Urlaub. Auch für Michael Zetterer ist nun Erholung angesagt. Und der Profi von Werder Bremen, der vergangene Saison an Austria Klagenfurt ausgeliehen war, könnte glücklicher kaum sein.

Das liegt aber weniger an der freien Zeit, die nun nach dem späten Saisonende in Österreich vor ihm liegt, sondern an der so erfolgreichen Zeit, die er hinter sich hat. „Es ist ein brutal erfüllendes Gefühl“, sagt der 23-Jährige schon etwas pathetisch im Gespräch mit der DeichStube. Aber die Worte sind nach seinem großen Verletzungspech der vergangenen Jahre mehr als verständlich: Zetterer ist wieder da, seine Hand macht keine Probleme mehr, die ganz große Torwart-Karriere ist doch noch möglich.

Das Talent dazu hat er, daran gab es noch nie Zweifel. Zetterer galt seit seinem Wechsel im Januar 2015 von der SpVgg Unterhaching zum SV Werder als die große Torwart-Hoffnung. 38 Mal saß er als junger Keeper in der Bundesliga auf Werders Ersatzbank. Doch diverse Verletzungen an der Hand verhinderten den großen Durchbruch, zwischenzeitlich musste sogar das vorzeitige Karriereende befürchtet werden. Doch der fast immer gut gelaunte gebürtige Münchner kämpfte sich stets zurück – und ist dank eines ungewöhnliches Umwegs über die zweite Liga in Österreich nun wieder voll im Rennen. „Dieser Wechsel ist total aufgegangen“, schwärmt Zetterer.

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Michael Zetterer überzeugt bei Austria Klagenfurt

Er wollte unbedingt Spielpraxis bekommen, aber auch einen Club, „der zu meinem Spielstil passt“, sagt der Keeper: „Ich bin ein mitspielender Torwart.“ In Bremen hieß es sogar, Zetterer könne locker auch im Feld auflaufen. Klagenfurt vertraute den besonderen Fähigkeiten Zetterers – und das im Abstiegskampf. Als der Bremer im Januar an den Wörthersee kam, sah es dort noch ganz übel aus. Doch nach 15 Spielen mit nur einer Niederlage beendete die Austria die Saison auf Platz acht. „Wir haben eine wahnsinnige Serie gespielt“, freut sich Zetterer. In seinen 14 Partien kassierte er nur 14 Gegentore, vier Mal hielt er seinen Kasten sauber.

„Es ist schön, wenn man sich beweisen darf – und es dann auch tatsächlich schafft“, sagt Zetterer und gesteht: „Nach meiner langen Verletzungspause war das nicht selbstverständlich.“ Fast zwei Jahre hatte er vor seinem Wechsel nach Österreich nicht gespielt, um seine Handverletzung voll und ganz auszukurieren. Lange hatte er einen Gips getragen. Jetzt ist alles gut. „Ich musste mich im Training nie zurücknehmen, konnte alles machen. Die Hand ist absolut gesund.“ Zetterer fühlt sich bereit für den nächsten Schritt. Bei allem Spaß in Klagenfurt („Es ist einfach super dort“) soll es sportlich wieder nach oben gehen.

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Michael Zetterer hat Angebote aus Deutschland und Österreich

„Es gibt einige Erstligisten in Österreich, die interessiert sind“, sagt der Keeper. Auch aus Deutschland sind Anfragen eingegangen. Sein Vertrag mit Werder läuft noch ein Jahr – und die Bremer bleiben sein allererster Ansprechpartner. „Ich habe mich bei Werder immer total wohlgefühlt.“ Außerdem hätten sich die Verantwortlichen stets um ihn gekümmert, wie jetzt auch in Klagenfurt. Mit Torwarttrainer Christian Vander ist er im ständigen Kontakt, aber auch mit Sportchef Frank Baumann und Trainer Florian Kohfeldt wird regelmäßig gesprochen.

„Ich glaube, es wäre eine super Sache, noch länger bei Werder zu bleiben“, sagt Zetterer. Er denkt dabei auch an eine weitere Ausleihe, denn der 23-Jährige will unbedingt weiter spielen, um voranzukommen. Die U23 in der Regionalliga sei da für ihn nicht wirklich optimal. Aber es ist nicht zu überhören: Die Hoffnung, irgendwann als Werders Nummer eins im Weserstadion zu stehen, ist immer noch da. Wenngleich Zetterer betont: „So lange Jiri Pavlenka da ist, wird das wohl nichts. Wahnsinn, was der in den letzten zwei Jahren gehalten hat.“

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Verlängert Michael Zetterer bei Werder Bremen?

Seine ersten Urlaubstage genießt Zetterer nun bei seinen Eltern südlich von München. In den nächsten Tagen will er dann mal in seiner Wohnung in Bremen vorbeischauen und vielleicht mit Baumann über die Zukunft sprechen. Der Sportchef hatte bereits erklärt, dass er sich eine Vertragsverlängerung und eine erneute Ausleihe des Torwarts gut vorstellen könne.

„Ich bin da ganz entspannt“, sagt Zetterer: „Nach der ganzen Geschichte nehme ich den Druck anders wahr. Vor einem Jahr habe ich den Sommer quasi in Gips verbracht. Jetzt geht es mir prima. Das ist das Wichtigste. Der Rest wird auch noch kommen.“

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