Vor Werder-Spiel gegen Darmstadt

Plötzlich Abwehrchef: Milos Veljkovic muss dafür sorgen, dass Werder Bremens neue Defensive stabil steht

Bremen – Einige knifflige Situationen hat Milos Veljkovic beim SV Werder Bremen bereits erlebt, schließlich spielt er seit 2016 am Osterdeich. In dieser Zeit hielt die sportliche Achterbahnfahrt bekanntlich einige irre Wendungen bereit. Aber womöglich steht ihm erst jetzt seine größte persönliche Herausforderung bei Werder bevor. Weil wieder einmal viel auf dem Spiel steht, es um nicht weniger als die ersehnte Rückkehr in die 1. Bundesliga geht. Und weil es der 26-Jährige ist, der nach den Ausfällen von Kapitän Ömer Toprak und Marco Friedl („Natürlich war das ein Schock“, O-Ton Veljkovic) mitten im engen Aufstiegsrennen eine völlig neuformierte Bremer Abwehr organisieren muss.

„Letztlich haben wir genug Spieler, die das auffangen können“, gab sich Milos Veljkovic am Mittwoch während einer digitalen Medienrunde betont gelassen. „Natürlich sind sehr wichtige Spieler weg, die du eins zu eins nicht oder nur schwer ersetzen kannst, aber als Mannschaft können wir das schaffen.“ Das Problem: Eben diese Mannschaft hat – wie auch immer die Startelf des SV Werder Bremen letztlich ausschauen wird – in dieser Form noch nicht wirklich zusammengespielt. Und auch nicht allzu viel Zeit, um sich auf ihre erste Prüfung vorzubereiten. Ausgerechnet gegen den punktgleichen Tabellenführer SV Darmstadt 98 (Samstag, 20.30 Uhr, DeichStube-Liveticker). „Natürlich ist es nicht ideal. Es wäre besser, sich zwei, drei Wochen einzuspielen“, räumte auch Milos Veljkovic ein, „aber wir nehmen diese Herausforderung an. Wir haben genügend Spieler, die schon vorher hereingekommen sind und es dabei super gemacht haben. Deswegen gibt es auch keine Entschuldigungen.“

So sehr der serbische Nationalspieler den Teamgedanken betont, als letzter Mohikaner der ursprünglichen Dreierkette werden die Augen automatisch auf ihn und seine Führungsqualitäten gerichtet sein. „Andere müssen entscheiden, ob ich als Abwehrchef angesehen werde oder nicht“, befand Milos Veljkovic. „Mir ist es egal. Ich will einfach die Mannschaft durch meine Leistung besser machen. Der Rest kommt dann von allein.“

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Werder Bremen gegen Darmstadt 98: Milos Veljkovic plötzlich Abwehrchef

Folglich will er das Heimspiel gegen den Spitzenreiter auch nicht anders angehen als die vorherigen Partien in dieser Saison. Und verstellen will er sich schon gar nicht. „Ich habe auch schon Verantwortung übernommen, als wir noch alle drei gespielt haben“, betonte der Innenverteidiger des SV Werder Bremen. „Ich rede ohnehin viel auf dem Platz – alles, was ich jetzt noch mehr reden würde, wäre unnötig. Wenn jemand aber Hilfe braucht oder positive Stimmung nötig ist, dann bin ich natürlich da.“

Ob Milos Veljkovic auch weiterhin nur zwei Nebenleute haben wird oder er künftig Teil einer Viererkette ist, bleibt ungewiss. Zumindest öffentlich. Intern scheint es eindeutige Hinweise zu geben. „Ich will nicht zu viel verraten, aber wir sind in der Lage mit Dreier-, Vierer- oder Fünferkette zu spielen“, meinte der 26-Jährige grinsend. „Am Ende entscheidet der Trainer, aber jeder hat schon alles gespielt und ist auch für alles bereit.“ Dennoch lohne es sich aus seiner Sicht, über kleinere Änderungen nachzudenken. „Wenn es ein Eins-gegen-eins-Duell braucht, müssen wir da sein und vielleicht noch intensiver spielen als in den letzten Spielen“, erklärte er, betonte aber zugleich: „Vielleicht sollten wir auch nicht nur ins Eins-gegen-eins gehen, sondern auch eine Absicherung haben. Wir müssen als Mannschaft verteidigen und dann vorne unsere Qualität ausspielen.“

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Verlängert Milos Veljkovic seinen Vertrag beim SV Werder Bremen? - „Wir sind in einer sehr wichtigen Phase“

Es ist ein Plan, der ziemlich einfach klingt – und doch so schwer umzusetzen ist. Zumal Milos Veljkovic noch immer nicht weiß, mit wem er eigentlich gegen Darmstadt die Defensive bilden wird. Aber auch das stört ihn nicht wirklich. „Als Rappo (Nicolai Rapp, Anm. d. Red.) letzte Woche reingekommen ist, hat er einen super Job gemacht. Felix Agu ebenso“, meinte er. „Deswegen mache ich mir da keine Sorgen.“ Und selbst wenn wie zuletzt ein Spieler wie Lars Lukas Mai nicht zu überzeugen weiß, bedeutet das nicht automatisch, dass er auch teamintern im Abseits steht. „Wir versuchen, jedem Spieler zu helfen – Lasse natürlich auch“, bekräftigte Veljkovic. „Wir reden viel im Training darüber, was man besser machen kann. Wir versuchen, die jungen Spieler zu pushen, weil wir sie brauchen.“

Aber gebraucht wird eben auch er. Sechs lange Jahre inzwischen schon. Und womöglich werden es noch mehr, wenngleich sich Veljkovic, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, bei der Frage nach seiner Zukunft nur ein wenig in die Karten schauen lässt. „Wir sind in einer sehr wichtigen Phase, da möchte ich mich allein auf das Spiel konzentrieren“, sagte er. „In der Länderspielpause können wir vielleicht weiterreden oder ich kann die Frage beantworten.“ Klingt ganz so, als sei eine Entscheidung durchaus in greifbarer Nähe – unabhängig davon, in welcher Liga Werder Bremen in der neuen Saison spielen wird. „Deswegen habe ich einen Berater, der denkt an diese Sachen und überlegt sich, was für mich und den Verein das Beste ist“, sagte der 26-Jährige. „Ich konzentriere mich auf Fußball.“ So hat er es schließlich stets getan. Und Milos Veljkovic hat eben schon so einiges bei Werder erlebt. (mbü)

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