Bremer Stürmer Rashica trifft nicht mehr

Trotz Tor-Krise: Milot Rashica bleibt Elfer-Schütze bei Werder 

Bremen – Verschossen, aber nicht verschi**en: Milot Rashica darf nach seinem Fehlschuss gegen den SC Paderborn auch weiterhin die Elfmeter des SV Werder Bremen ausführen. Das hat Florian Kohfeldt vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern München verkündet.

„Ich werde mit ihm darüber reden. Ich gehe davon aus, dass Milot Rashica auch weiterhin unser Elfmeterschütze bleibt“, sagte Florian Kohfeldt vor dem Spiel des SV Werder Bremen gegen den FC Bayern München machte dabei allerdings eines zur Bedingung: „Wenn er sich sicher fühlt.“

Milot Rashica hatte sich nach dem Elfmeterpfiff in Paderborn sofort den Ball geschnappt, war dann aber mit seinem halbhohen Schuss an Keeper Leopold Zingerle gescheitert. „Kein leichtfertig verschossener Elfmeter“, urteilte der Coach des SV Werder Bremen

Werder Bremen: Milot Rashica in der Tor-Krise: Florian Kohfeldt lässt ihn trotzdem ran

Milot Rashica hatte seine bisherigen drei Strafstöße in der Bundesliga verwandelt. Deshalb sieht Florian Kohfeldt keinen Grund für einen Wechsel, hat aber dennoch vorgesorgt, falls Rashica nicht in der Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den FC Bayern stehen sollte. Der Schütze weiß auch schon Bescheid, wird aber nicht verraten. Wie Werder-Keeper Jiri Pavlenka würden sich sicher auch andere Torhüter „auf die Schussmuster vorbereiten“, meinte Kohfeldt. (kni)

Letzte Meldung vom 15. Juni 2020:

Milot Rashica stellt Negativ-Rekord auf: Was ist los mit der Werder Bremen-Rakete?

Es war die 19. Minute im Spiel des SV Werder Bremen beim SC Paderborn, als die Schaffenskrise des Milot Rashica buchstäblich auf den Punkt gebracht wurde. Auf den Elfmeterpunkt.

Dort lag der Ball, und Milot Rashica hätte ihn einfach nur an Torwart Leopold Zingerle vorbei ins Tor schießen müssen. Er schaffte es nicht und wartet deshalb weiter auf den Treffer, der ihn von seiner schon längst dramatisch gewordenen Torflaute und den gewiss vorhandenen Selbstzweifeln erlösen würde. Seit 1263 Spielminuten ist der Stürmer des SV Werder Bremen nun schon ohne Erfolgserlebnis – oder anders dargestellt: Seit einer kompletten Halbserie hat er nicht mehr getroffen in der Bundesliga. Zuletzt war er beim 1:6 gegen den FC Bayern München erfolgreich gewesen – und am Dienstag kommt der FC Bayern zum Rückspiel ins Bremer Weserstadion.

Was aber ist nur passiert mit dem Mann, der sich mit sieben Toren in seinen ersten elf Saisoneinsätzen auf die Liste der begehrtesten Bundesliga-Profis ganz weit nach oben geschossen hatte? Der bei Werder Bremen ehrfurchtsvoll „Rakete“ oder wahlweise „Rocket“ genannt worden war? Vor wenigen Wochen noch hatte Trainer Florian Kohfeldt vermutet, dass Milot Rashica sich zu sehr von der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes habe beeinflussen lassen.

Werder Bremen: Kein Vorwurf an Milot Rashica nach Elfmeter-Fehlschuss

Doch das Kind ist auf der Welt, bei Milot Rashica hat sich auf dem Platz dennoch nichts geändert. Nun muss Kohfeldt auch noch den Fehlschuss von Paderborn moderieren. „Das wird ihn nicht umwerfen“, behauptete der Coach zwar, aber man sollte sich nicht so sicher sein, dass es tatsächlich so sein wird. Denn Rashica wirkt labil, die Torflaute zeigt Wirkung, das alte Selbstbewusstsein ist weg. Zudem schmilzt sein ehemals auf fast 40 Millionen Euro taxierter Marktwert derzeit wie Butter in der Sonne. Und dass er in Paderborn nach 59 Minuten vom Platz musste, war auch ein Zeichen des Trainers.

Die Worte, die Florian Kohfeldt anschließend zu der Vorstellung des Angreifers des SV Werder Bremen fand, passten nicht zu seinem Handeln: „Rashi hat auch für die Mannschaft gearbeitet. Klar, er hat den Elfmeter verschossen, aber das passiert. Es gibt da überhaupt keinen Vorwurf. Wenn er den Elfmeter beim Stand von 0:0 gechippt hätte, hätten wir sprechen müssen. Ich fand, Milot war engagiert.“

Werder Bremen nach Fehlschuss von Milot Rashica: Die meisten verschossenen Elfmeter in Bundesliga-Geschichte

Aber wieder nicht erfolgreich. Bis auf die Freistoßflanke, die Ausgangspunkt des Bremer 3:0 war, blieb Milot Rashicas Beitrag zum Offensivspiel des SV Werder Bremen sehr überschaubar. Kohfeldt will nun – auch ohne gechippten Strafstoß – das Gespräch suchen mit dem 23 Jahre alten Angreifer. „Ich werde mit ihm reden. Wir brauchen ihn definitiv in guter Verfassung und werden daran arbeiten, dass es wieder besser wird. Von Milots Qualität können wir alle nur profitieren.“

Wenn Milot Rashica sie abruft, dann ja. Wenn er Elfmeter so halbhoch und unplatziert schießt wie in Paderborn, dann nicht. Durch den vergebenen Strafstoß ist der Kosovare zu allem Überfluss auch noch zu einer Hauptfigur eines Negativ-Rekordes geworden. In der Bundesliga-Bilanz des SV Werder Bremen war es der 74. vergebene Strafstoß – damit stehen die Bremer gemeinsam mit dem 1. FC Kaiserslautern an der Spitze dieses Rankings. Für Rashica war es freilich das erste Mal, dass er vom Punkt versagte, seine drei Elfmeter zuvor hatte er alle sicher verwandelt. (csa)

Rubriklistenbild: © gumzmedia/nordphoto/Pool

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