Milot Rashica schießt einen Ball im Training des SV Werder Bremen hoch über den Trainingsplatz
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Verlässt Milot Rashica Werder Bremen im Winter? Bayer Leverkusen dürfte einen neuen Transfer-Versuch starten.

Rashica-Wechsel im Winter?

Leverkusen-Boss Rudi Völler über Transfer von Werder-Profi Milot Rashica: „Er ist nicht abgeschrieben“

Bremen – Bayer Leverkusen und Milot Rashica – beide Seiten hätten, wenn es nur nach ihnen gegangen wäre, längst zusammengefunden. Ein Transfer des Angreifers von Werder Bremen zum Werksclub scheiterte Anfang Oktober erst im letzten Moment – weswegen das Leverkusener Interesse an Rashica aber keineswegs erloschen ist.

„In zweieinhalb Monaten können die Vereine nachlegen, wenn das nächste Transferfenster öffnet“, sagt Leverkusens Geschäftsführer Sport Rudi Völler im Interview mit dem „Kicker“ – und erklärt mit Blick auf Milot Rashica vom SV Werder Bremen: „Er ist nicht abgeschrieben, aber es gibt keinen Automatismus, dass er im Januar kommt.“ Eine Aussage, die zumindest nahelegt, dass Leverkusen im Winter einen neuen Anlauf beim Stürmer des SV Werder Bremen nehmen wird. 

Transfer von Milot Rashica: Werder Bremen-Stürmer weiter ein Thema in Leverkusen

„Es ist ja bekannt, woran der Wechsel scheiterte. Wir wollten ihn ausleihen, Werder wollte ihn lange Zeit verkaufen. Erst am letzten Tag zeichnete sich eine Option ab. Die Umsetzung wurde schwierig, wir haben letztlich keine Einigung gefunden“, erklärt Völler – und betont: „Ein ganz normaler Vorgang, keine Schuldzuweisungen. Auch wenn es am Ende drei enttäuschte Parteien gab.“ Fest steht: Werder Bremen wird in der nächsten Transferphase wieder gesprächsbereit im Fall Milot Rashica sein. „Wir werden sehen, was im Winter passiert“, sagt Sportchef Frank Baumann. (dco)

Zur letzten Meldung vom 15. Oktober 2020:

Werder Bremen: Wechselt Milot Rashica im Winter zu Bayer Leverkusen? Das sagt Sportchef Baumann zu den Transfergerüchten

Update vom 15. Oktober 2020: Werder-Sportchef Frank Baumann hat nun auch öffentlich eine Einigung über einen Winter-Transfer von Milot Rashica von Werder Bremen zu Bayer 04 Leverkusen dementiert. „Es ist nichts fix. Es gibt keinen Automatismus, dass er im Winter wechselt,“ sagte Baumann bei der Pressekonferenz vor der Bundesliga-Partie gegen den SC Freiburg. Alle Aussagen zu den Transfergerüchten um Rashica gibt‘s im Video.

Bremen – Der Verdacht liegt nach dem knapp verpassten Transfer vor zehn Tagen durchaus nahe und es gibt auch entsprechende Medienberichte: Aber haben sich der SV Werder Bremen, Bayer Leverkusen und Milot Rashica tatsächlich bereits auf einen Wechsel des Stürmers im Januar verständigt?

Auf Nachfrage der DeichStube stellt Frank Baumann, Sportchef des SV Werder Bremen, unmissverständlich klar: „Es ist nichts entschieden. Es gibt keine Vereinbarung oder Absprache mit einem anderen Verein. Es wurde nur über einen Transfer in diesem Herbst gesprochen. Wir werden sehen, was im Winter passiert.“ Alles ist also offen im Fall Milot Rashica. Dabei hatte am 5. Oktober, dem sogenannten Deadline Day, nur etwas Zeit gefehlt, um den Wechsel in das Transfer-Online-Registrierungssystem (TOR) der Deutschen-Fußball-Liga (DFL) einzupflegen.

Grund dafür: Die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen waren erst spät in den Poker um Rashica eingestiegen, wollten ihn aber nur ausleihen, nicht direkt kaufen. Die Einigung auf ein Leihgeschäft bis Ende der Saison mit einer Kaufoption, die sich bei einer bestimmten Anzahl von Einsätzen in eine Kaufverpflichtung mit einer festgeschriebenen Ablösesumme von angeblich 20 Millionen Euro verwandelt hätte, erfolgte dann zu spät. Damit wurde auch der bereits unterschriebene Vertrag zwischen Bayer Leverkusen und Milot Rashica hinfällig.

Werder Bremen: Milot Rashica will zu Bayer Leverkusen wechseln

Laut „Sport-Bild“ soll Rashica inzwischen gegenüber Werder Bremen klargemacht haben, dass er im Winter unbedingt zu Bayer Leverkusen wechseln will. Kein Wunder, dort winkt ihm nicht nur ein lukrativer Vertrag bis 2025, sondern auch eine erneute Zusammenarbeit mit Peter Bosz. Der 56-Jährige war schon bei Vitesse Arnheim sein Trainer, gilt seither als Förderer des Kosovaren. Unter Bosz feierte Rashica in den Niederlanden sein Profi-Debüt. „Milot ist ein sehr guter Junge, der gerne lernt und ganz spezielle Qualitäten hat“, wird Bosz in der „Sport-Bild“ zitiert. Und da sich der Bayer-Coach nach den Abgängen von Kai Havertz (FC Chelsea) und Kevin Volland (AS Monaco) unbedingt noch Verstärkungen in der Offensive wünscht, müsste Rashica eigentlich wieder in den Bayer-Fokus rücken.

Allerdings: Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler spielt das Interesse an Milot Rashica inzwischen ein wenig herunter und betont die Stärke der eigenen Außenstürmer. „Am Tag vor Transferschluss am 5. Oktober war er bei uns noch gar kein Thema, weil Werder ihn bis dahin ausschließlich verkaufen wollte. Das kam für uns nicht infrage. Wir haben bereits drei Top-Außenstürmer: Moussa Diaby, Karim Bellarabi, Leon Bailey. Im Januar wird Paulinho zurückkommen. Klar kannst du dann noch Rashica dazu nehmen, aber natürlich nur als Leihe“, sagte der Ex-Werder-Profi nun dem „Kölner Stadtanzeiger“.

Werder Bremen will Milot Rashica verkaufen

Interessant dabei: Im reinen Zahlen-Vergleich kommt kein Außenstürmer aus besagtem Bayer-Quartett an Rashica heran. Der 24-jährige Bremer erzielte in der vergangenen Spielzeit in 28 Bundesliga-Partien acht Tore und bereitete sieben vor. Bei Diaby (28 Einsätze/5 Tore/5 Assists), Bailey (22/5/3), Bellarabi (26/4/8) und dem aktuell an einem Kreuzbandriss laborierenden Paulinho (13/3/2) sieht die Bilanz etwas anders aus. Ob sich Werder noch mal auf eine Ausleihe einlassen wird, bleibt indes abzuwarten. Der Club bevorzugt in finanziell sehr schwierigen Zeiten einen Verkauf. „Es kann auch sein, dass Milot nach dem 31. Januar noch Spieler des SV Werder Bremen ist. Denn weiterhin gilt: Wir werden ihn nicht unter Wert abgeben“, wiederholt Baumann seine Worte aus dem September – nun allerdings mit aktualisiertem Datum.

Werder Bremen: Im Frühjahr war sich Milot Rashica mit RB Leipzig über Transfer einig

Natürlich schwingt in diesen Worten auch die Hoffnung mit, dass Milot Rashica seinen Wert mit guten Leistungen und vor allem natürlich Toren in den nächsten Wochen selbst noch steigert und sich für weitere Clubs interessant macht. „Es ist kein Geheimnis, dass Milot gerne in der Bundesliga bleiben und international spielen möchte. Aber wir haben noch nicht mit ihm darüber gesprochen, was im Winter passiert“, berichtet Baumann. Das macht auch wenig Sinn, wie das vergangene Frühjahr gelehrt hat. Damals hatte sich Rashica bereits mit RB Leipzig auf einen Wechsel verständigt, wollte unbedingt zu RB-Trainer Julian Nagelsmann. Doch die Sachsen stiegen nie richtig in die Verhandlungen mit Werder Bremen ein, hielten Rashica monatelang hin und verzichteten schließlich auf eine Verpflichtung.

Wer weiß, wie groß das Leverkusener Interesse im Januar noch sein wird? Baumann ist sich jedenfalls sicher: „In den nächsten Tagen und Wochen wird es da nichts Neues geben. Wir wollen uns jetzt erstmal aufs Sportliche konzentrieren.“ Für Milot Rashica heißt das: Der Angreifer soll nach dem ganzen Wechsel-Wirrwarr und seiner Knieverletzung möglichst am Samstag in Freiburg sein Saison-Debüt für den SV Werder Bremen feiern und endlich wieder mit Toren und Vorlagen für Schlagzeilen sorgen. (kni)

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