Weiser spricht über Entscheidungen

„Ich lasse mich nicht kleinkriegen“ - Werder-Profi Weiser über Impfungen, Corona-Isolationen und Aufstiegsträume

Bremen – Mit Spannung war Mitchell Weisers Auftritt erwartet worden. Viel wurde zuletzt über ihn geschrieben, geredet hat er öffentlich höchstselten. Ein paar Kurzinterviews nach den jüngsten Partien des SV Werder Bremen – das war es auch schon.

Dabei gibt es durchaus Redebedarf. Über einen möglichen Verbleib beim SV Werder Bremen zum Beispiel. Oder über seine aktuelle Form. Und über sein Leben als ungeimpfter Profi. Insofern gab es viel abzuarbeiten, als der Profi am Dienstag zu einer digitalen Medienrunde im Weserstadion erschien. Mitchell Weiser über...

... einen festen Wechsel:

„Natürlich könnte ich mir das vorstellen“, sagt Mitchell Weiser. „Aber Stand jetzt – und ich habe in meiner Karriere ja auch schon einiges erlebt – weiß ich eigentlich noch gar nicht, was nächstes Jahr ist. Es gibt Optionen, aber entschieden ist da noch gar nichts. Vorstellen kann ich mir alles, aber mit dem Aufstieg hängt das natürlich auch zusammen.“ Aktuell ist der 28-Jährige von Bayer 04 Leverkusen an Werder Bremen ausgeliehen. Und da beim Bundesligisten wohl wenig Interesse an einer Weiterbeschäftigung besteht, steht nun ein fester Wechsel am Osterdeich im Raum. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

... einen Gehaltsverzicht:

„Natürlich würde ich auch auf Geld verzichten – aber was heißt überhaupt verzichten?“, betont der Rechtsaußen. „Geld spielt eigentlich nicht so eine große Rolle.“ Nach den zuletzt guten Leistungen wäre es allerdings auch nicht ungewöhnlich, wenn andere Vereine Werder Bremen Konkurrenz machen würden. „Ich weiß nicht, wer Interesse hat. Ich weiß nicht einmal, ob Werder will oder nicht“, erklärte der einstige Herthaner. „Ich habe keine Ahnung, aber das ist auch kein Problem. Das letzte Mal habe ich mich auch innerhalb von 15 Minuten entschieden, hierher zu kommen.“

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Werder Bremen: Mitchell Weiser spricht über seine bisherige Saison und Quarantäne-Phasen

... seine bisherige Saison:

Reichlich Geduld benötigte der Flügelflitzer auch, um sich bei Werder Bremen zurechtzufinden. „Ich glaube immer an mich selbst, und das war in jeder Phase so. Da kann passieren, was will.“, erklärt Weiser. „Ich weiß, dass es immer weitergeht, wenn man an sich glaubt und arbeitet. Das habe ich hier jeden Tag gemacht. Mental ist das sicherlich nicht immer ganz einfach. Es hat keinen Spaß gemacht, allein zu Hause in Quarantäne rumzuhängen, aber das sind teilweise auch Dinge gewesen, die ich nicht beeinflussen konnte.“

... die Quarantäne-Phasen:

Die häusliche Isolation durchlebte Weiser gleich mehrmals. Als ungeimpfter Profi des SV Werder Bremen musste er vorsorglich in Quarantäne, wenn sich ein Teamkollege infizierte. „Ich bin stolz, dass ich diesen Weg, der auch wieder nicht einfach war, gegangen bin“, erzählt Mitchell Weiser. „Das bin halt auch ich: Ich stehe immer zu dem, was ich glaube und lasse mich nicht kleinkriegen – egal von wem. Es gab bestimmte Regeln und deshalb war ich in der Quarantäne.“

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Werder Bremen: Mitchell Weiser äußert sich nur verklausuliert über seine Nicht-Impfung

... die Gründe für seine Nicht-Impfung:

Seither ist einiges passiert, die Corona-Bestimmungen wurden verändert. Aktuell sind in der Bremer Landesverordnung keine Quarantänen mehr für Kontaktpersonen vorgesehen. Das bedeutet nun noch mehr Freiheiten für Mitchell Weiser. Ab Ende Dezember und endgültig ab Januar hatte er noch davon „profitiert“, dass er nach zwei eigenen Infektionen als genesen galt. Dieser Status besteht bundeseinheitlich laut Infektionsschutzgesetz für 90 Tage – und zwar ab dem 28. Tag nach der Infektion. Um das Ende der Frist muss er sich nun jedoch keine Gedanken mehr machen.

Zu den Hintergründen seiner Nicht-Impfung äußerte er sich nun erstmals – allerdings reichlich verklausuliert: „Ich würde gerne darüber sprechen, aber hier haben wir nicht so viel Zeit und ich habe auch nicht so viel Lust, dass auf diese Art und Weise zu tun.“ Details nannte er also nicht. „Jeder, der mich persönlich kennt, weiß, warum und wieso. Mehr brauche ich dazu nicht zu sagen.“

... Euphorie und Gelassenheit:

Auskunftsfreudiger war er bei Werder Bremens Ist-Zustand. Nach dem Sieg auf Schalke herrscht große Euphorie, der Traum vom Wiederaufstieg lebt in Bremen. Nur Spieler und Verantwortliche bleiben bewusst ruhig. „Es ist bei uns schon die gesamte Rückrunde über das gleiche Mindset: Wir haben nur von Spiel zu Spiel geschaut. Das ist jetzt zur Gewohnheit geworden, deshalb konzentrieren wir uns auch jetzt nur auf Kiel“, schildert Weiser. „Wir wussten auch schon direkt nach dem Schalke-Spiel, dass der Sieg zwar sehr wichtig war, dadurch aber noch gar nichts entschieden ist.“

Werder Bremen ist für Mitchell Weiser ein besonderer Verein - Begeisterung in der Stadt macht „richtig Spaß“

... den Unterschied zwischen 1. und 2. Liga:

Sollte Werder Bremen gegen die „Störche“ tatsächlich gewinnen, ist die Rückkehr ins deutsche Oberhaus endgültig in greifbarer Nähe. Und Mitchell Weiser weiß, dass dort eine enorme Herausforderung auf Werder warten würde. „Das Spiel ist in der 1. Liga noch einmal viel schneller. Ich habe jetzt nochmal ein paar Szenen gegen Schalke gesehen, da war das Spiel sehr breit und offen. In der Bundesliga hast du viel weniger Platz, alles ist kompakter“, beschrieb er die wesentlichen Unterschiede. „Aber wir haben genügend Spieler, die das auch kennen.“

... die Besonderheit von Werder Bremen:

Im Laufe seiner Karriere hat Mitchell Weiser etliche Profis und Vereine kennengelernt, spielte unter anderem in Köln oder München. Doch Werder Bremen ist auch für ihn im Vergleich zu vorherigen Stationen etwas Besonderes: „Ich habe jeden Tag Spaß daran, in die Kabine zu kommen. Von Anfang an, auch als es noch nicht so gut lief, ist es schon ein Unterschied zu Leverkusen oder Hertha gewesen.“ Darüber hinaus spiele die Unterstützung von den Rängen eine große Rolle. „Wir hatten es ja nicht nur vor Schalke, sondern auch vorher schon einmal, dass uns die Ultras etwas zum nächsten Spiel gesagt haben – das habe ich so auch noch nicht erlebt“, gestand Weiser. „Es macht derzeit richtig Spaß, diese Begeisterung in der Stadt zu erleben, das pusht einen und die ganze Mannschaft noch einmal extra.“ (mbü) Schon gelesen? Jiri Pavlenka stellt im Aufstiegsfall Vertragsverlängerung bei Werder Bremen in Aussicht!

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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