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Florian Kohfeldt ist entsetzt: Der SV Werder Bremen hat gegen den SC Freiburg wieder nur unentschieden gespielt.

Werder tritt auf der Stelle 

Die Werder-Saison versinkt im Konjunktiv - ein Kommentar

Bremen - 2:2: Werder Bremen hat gegen den SC Freiburg wieder nur unentschieden gespielt und tritt auf der Stelle - ein Kommentar zur Werder-Lage von DeichStube-Reporter Daniel Cottäus.

Viel hat nicht gefehlt. Ein Zeitraum, so klein, er lässt sich an dieser Stelle problemlos in Sekunden ausdrücken, ohne dass es unübersichtlich wird: Es waren 120. 120 Sekunden, also exakt zwei Minuten, die Werder Bremen letztlich vom dritten Saisonsieg getrennt haben. Ein Gegentor in der Nachspielzeit, zum 2:2 gegen Freiburg – und schon wieder war es da, dieses in Bremen inzwischen bestens bekannte Gefühl einer Niederlage, obwohl das vorangegangene Spiel gar nicht verloren worden war. 

Werder Bremen muss etwas verändern  - sonst ist das Ziel Europa bald futsch

„Es war mehr für uns drin.“ So lautet ein Satz, ein Klassiker fast schon, der nach beinahe jedem Werder-Spiel in dieser Saison gefallen ist. Mal sagte es ein Profi, mal der Sportchef oder gar der Trainer – sie alle hadern mit dieser Spielzeit der Konjunktive. Und sie alle können sich vom großen Ziel Europa schon bald verabschieden, wenn sich das nicht schnell ändert.

Mit elf Punkten nach zehn Spielen steckt Werder tief im grauen Mittelfeld der Tabelle fest. Der Vorsprung auf die Abstiegszone ist längst kleiner als der Rückstand auf die begehrten Ränge. Das ist Grund zur Sorge, denn die Aussicht, dass es während der Hinrunde noch deutlich bergauf geht, ist eher trist. Die nächsten Gegner heißen: Gladbach, Schalke, Wolfsburg. Klar ist: Werder wird auch gegen diese Mannschaften sicherlich gut mitspielen, sie vor ernsthafte Probleme stellen können. Die fußballerische Qualität dazu hat die Mannschaft. Vor die größten Probleme stellt sie sich derzeit aber am liebsten selbst. So wie gegen Freiburg, 120 Sekunden vor dem Schlusspfiff, als der Sieg längst sicher wirkte und doch alles war, nur eben das nicht.

Werder Bremen: Ein Lauf für die Wende? 

Im Fußball wird in solchen Fällen gerne von fehlender Konsequenz gesprochen. Ein weitestgehend überlegen geführtes Spiel am Ende nicht zu gewinnen, lässt sich anders kaum erklären. Auch Kohfeldt nahm dieses Wort in den Mund, rüttelte und schüttelte verbal an seiner Mannschaft, um die Sinne zu schärfen, benutzte gar das Wort „irre“, um der Relation von Chancen und Ertrag Ausdruck zu verleihen. Das passte. Es ist „irre“, wie viel Werder investiert und wie wenig am Ende dabei herauskommt. 

Es macht aber, um den Blick allmählich wieder etwas optimistischer werden zu lassen, auch Mut. Denn Werder kann kombinieren, kann Gegner dominieren und hat Möglichkeiten, sodass es absolut vorstellbar ist, dass diese Bremer Mannschaft in einen Lauf kommt. Dafür muss demnächst, am besten ziemlich schnell sogar, aber erstmal der erste Schritt gelingen.

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Nach Jiri Pavlenkas Patzern gegen den SC Freiburg meldet sich Tim Wiese, der ehemalige Keeper des SV Werder Bremen, zu Wort und kritisiert den Keeper und Florian Kohfeldt.

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