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Im Vorfeld des DFB-Pokal-Achtelfinales gegen Borussia Dortmund wurden im Bremer Fanblock Pyros gezündet. Dafür muss Werder jetzt Strafe zahlen.

Streit um Polizeikosten, wenig Aufruhr um Pyrostrafen

Werder muss wieder zahlen: Pyrokosten jagen die Polizeikosten

Bremen – Erst brennt's im Bremer Block, dann im Bremer Portemonnaie: Für das Fehlverhalten seiner Fans ist Werder Bremen mal wieder vom Deutschen Fußball-Bund zur Zahlung einer Geldstrafe verdonnert worden.

Weil beim Bundesliga-Auswärtsspiel in Nürnberg sowie im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Borussia Dortmund im Bremer Fan-Bereich teils massiv Pyrotechnik zum Einsatz gekommen war, muss der Club 59.000 Euro zahlen. Addiert mit den 10.000 Euro und 31.000 Euro, die nach den Pokalspielen in Worms und Lübeck (gegen Weiche Flensburg) aus gleichem Grund fällig geworden waren, kommt Werder in dieser Saison bereits auf eine Gesamtstrafe von exakt 100.000 Euro. Davon kann jedoch ein Teil jeweils für sicherheitstechnische, infrastrukturelle und gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden.

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Kein Risiko-Spiel in dieser Saison

Aber Strafe ist Strafe, und 100.000 Euro sind immerhin schon ein Viertel jener Summe, die Werder künftig für ein Hochsicherheitsspiel an Polizeikosten wird übernehmen müssen. 418.000 Euro wird das Heimspiel gegen den Hamburger SV aus der Saison 2017/18 kosten – damit ist die Partie die bislang teuerste im Ranking der vom Land Bremen an Werder verschickten Gebührenbescheide. Andere Bescheide bewegen sich sogar unter der 300.000-Euro-Grenze. So kostet die Partie gegen Borussia Mönchengladbach aus dem Jahr 2015 „nur“ 227.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Forderungen des Landes Bremen an die Deutsche Fußball-Liga (und damit an Werder Bremen) auf 2,3 Millionen Euro für sieben Partien seit 2015.

In dieser Saison hat Bremen noch kein Hochrisikospiel erlebt und wird in der Bundesliga wohl auch keines mehr erleben. Nach aktueller Lage stehen nur Begegnungen gegen den Hamburger SV als Partien mit garantiertem Polizei-Mehreinsatz auf der Liste. Aber dafür muss der HSV erstmal aufsteigen. Die Befürchtung, pro Saison ein bis zwei Millionen Euro für Polizeikosten aufbringen zu müssen, erscheint folglich überzogen.

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Tendenz der Pyrostrafen steigend

Während um die Übernahme der Polizeikosten ein Streit zwischen Bremens Innensenator Ulrich Mäurer und dem SV Werder entstanden ist, zahlt der Club Saison für Saison beinahe klaglos für „unsportliches Verhalten“ seiner Fans – als solches wird das Abbrennen von Pyrotechnik beim DFB geführt. 100.000 Euro sind es schon in der laufenden Saison, 90.000 Euro waren es in der vergangenen Spielzeit, davor 82.000 Euro und davor 67.500 Euro. Tendenz also deutlich steigend.

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Für die aktuelle Strafe ahndete der DFB mehrere Vorfälle während des Bundesligaspiels beim 1. FC Nürnberg am 2. Februar sowie vor dem Pokalspiel bei Borussia Dortmund drei Tage später. In Nürnberg brannten Bremer Zuschauer mindestens fünf Rauchtöpfe und 15 Bengalische Feuer ab, weshalb die Partie für knapp eine Minute unterbrochen werden musste. Darüber hinaus wurden kurz vor Anpfiff in Dortmund im Bremer Zuschauerbereich mindestens 35 pyrotechnische Gegenstände gezündet.

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