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Fin Bartels wird Werder mehrere Monate fehlen, Sportchef Frank Baumann muss jetzt Ersatz finden.

Achillessehnenriss bestätigt

Nach dem Bartels-Aus: Mit einer 1b-Lösung geht es nicht

Bremen/Dortmund - Die Kamera lieferte in Großaufnahme das Bild eines in diesem Moment verzweifelten Fußballers. Fin Bartels saß auf der Werder-Bank, in Decken gehüllt und kämpfte mit den Tränen.

Schmerz, Trauer, Frust – alles, was ein Profi zu empfinden vermag, wenn ihm gerade bewusst wird, dass die gerade erlittene Verletzung keine Lappalie ist, standen dem Bremer Stürmer ins Gesicht geschrieben. Eine Hand streichelte ihm die Stirn. Und auch wenn es etwas emotional übertrieben wirken mag, war es doch eine anrührende Szene. Trost für einen, den das Pech mit der ganz großen Keule getroffen hat.

Fin Bartels hat sich im Spiel bei Borussia Dortmund die Achillessehne im linken Fuß gerissen. Eine Untersuchung im Klinikum Bremen Mitte hat am Sonntag die noch in Dortmund gestellte erste Diagnose bestätigt. Bartels wurde direkt operiert, er wird Werder Bremen nun mehrere Monate fehlen. In dieser Saison wird der 30-Jährige vermutlich nicht mehr auf den Platz zurückkehren. 

Das stellt Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann vor einige Probleme. Die schlimme Verletzung sei für „Fin persönlich sehr tragisch und für uns als Mannschaft ein sehr großer Verlust“, wird Kohfeldt in einer Mitteilung des Vereins zitiert. Die sportliche Führung steht nun vor der Aufgabe, Ersatz für Bartels zu besorgen. Denn obwohl Baumann behauptet, dass der Kader die Qualität besitze, „den Ausfall gemeinsam zu aufzufangen“, haben die zurückliegenden Wochen und Monate doch gezeigt, dass es so eben nicht ist.

Werder muss personell nachlegen

Florian Kainz, Izet Hajrovic, Ishak Belfodil – keiner dieser drei hat bislang die Fantasie derart angeregt, dass man glauben könne, dass der Bartels-Ausfall tatsächlich einfach mit der Formel „Der Nächste, bitte!“ zu beheben wäre. Werder muss deshalb in der Winter-Transferperiode personell nachlegen, und Werder wird dafür sicher auch Geld in die Hand nehmen, sogar ins finanzielle Risiko gehen müssen. Denn die Rolle, die Fin Bartels bei Werder spielt, ist viel zu bedeutend, als dass man sie mit einer 1b-Lösung besetzen könnte.

Fin Bartels blieb nach einem Zweikampf mit Ex-Bremer Sokratis am Boden liegen.

Bartels ist der Wirbler im Angriff, der, der die Lücken reißt, die Max Kruse dann nutzt. Er ist auch der, der das Mittelfeld mit verdichtet, wenn der Gegner angreift. Und nicht zuletzt ist er eben der, der sich mit Kruse blind versteht. Zu dessen fünf Saisontoren lieferte Bartels dreimal die Vorlage. „Fin ist ein sehr wichtiger Spieler – sowohl auf als auch neben dem Platz“, sagt Kohfeldt.

Keine einfache Suche

Aber wen holen? Zuletzt waren schon Gerüchte aufgetaucht, wonach sich Werder für Gladbachs Patrick Herrmann interessiert. Der 26-Jährige passt ins Profil, ist derzeit aber einmal mehr verletzt. Nach einem Kreuzbandriss im Herbst 2015 und einem Riss des Syndesmosebands im Herbst 2016 ist es diesmal aber nur ein Muskelfaserriss, der den Rechtsaußen außer Gefecht setzt. Herrmann steht bei Galdbach noch bis 2019 unter Vertrag, äußerte zuletzt aber wegen weniger Einsatzzeiten Abwanderungsgedanken.

Zudem hatte es Meldungen gegeben, dass die Bremer ein Auge auf Kingsley Schindler von Zweitliga-Spitzenreiter Holstein Kiel geworfen haben. Der 24-Jährige verfügt aber über null Bundesliga-Erfahrung. Es wird also gewiss keine einfache Suche, vor der Baumann und Kohfeldt stehen. Dass sie jetzt aber den richtigen Mann als schnellen Bartels-Ersatz und langfristige Alternative für die Offensive finden, wird elementar wichtig sein für einen erfolgreichen Ausgang des harten Abstiegskampfs.

„Komm schnell zurück, du bist ein geiler Kicker!“

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