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Hängende Köpfe bei den Vize-Meistern aus Bremen nach der Finalniederlage gegen die Bayern.

Nach Final-Niederlage gegen Bayern

Werders U17: Enttäuschte, aber stolze Vize-Meister

München - Die Deutsche Meisterschaft hat die U17 des SV Werder Bremen zwar auf ärgerliche Art und Weise verpasst, die Verantwortlichen sind trotzdem stolz auf das Geleistete.

Während die Spieler noch ihre Tränen trockneten, blickte Björn Schierenbeck schon voraus. „Wenn die Jungs in ein, zwei Jahren an die Bundesliga-Tür klopfen, dann wäre das wirklich toll“, sagte der Leiter des Werder-Nachwuchsleistungszentrums nach der ärgerlichen 0:2 (0:0)-Pleite beim FC Bayern München im Finale um die Deutsche Meisterschaft der U17 und betonte: „Wir sind Vize-Meister, das ist doch auch was. Dieses Spiel und vor allem diese Saison werden die Jungs sicher nie vergessen, sie können richtig stolz auf sich sein.“

Bevor der Stolz einsetzte, gab es aber erstmal jede Menge Enttäuschung. Denn das Finale im Stadion an der Grünwalder Straße vor immerhin 4.350 Zuschauern hatten sich die Gäste ganz anders vorgestellt. Schließlich waren sie als souveräner Meister der Bundesliga Nord (nur eine Saisonniederlage) angereist. „Die Bayern haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Wir konnten unser Spiel nicht aufziehen und unsere Leistung nicht abrufen“, gestand Mittelfeldspieler David Philipp bei „werder.de“ und seufzte: „Schade, dass wir uns nicht für diese Saison belohnen konnten.“

Hackethal: „Meine Gelb-Rote Karte war dumm“

Werder hatte sehr nervös begonnen und große Probleme mit den Bayern. Normalerweise dominieren die Bremer gerne das Spiel, doch daraus wurde nichts. „Wir haben einfach nicht das Selbstvertrauen auf den Platz gebracht, was uns sonst so stark gemacht hat“, urteilte Schierenbeck. Immerhin ging es torlos in die Kabine. Und nach dem Wechsel wirkten die Bremer endlich mutiger.

Doch nach nur fünf Minuten gab es den großen Schock: Der bereits verwarnte Pascal Hackethal leistete sich in der gegnerischen Hälfte ein taktisches Foul an Marcel Zylla und sah dafür von Schiedsrichter Timo Gerach die Ampelkarte (45.). Eine richtige Entscheidung, daran gab es auch für Schierenbeck keinen Zweifel: „Pascal wollte da einfach zu viel.“ Und der Täter gestand: „Meine Gelb-Rote Karte war dumm.“

Nach diesem Foul zeigte der Schiedsrichter Werders Pascal Hackethal die Gelb-Rote Karte.

Die Bayern drehten in Überzahl nun richtig auf. Franck Evina zirkelte einen Freistoß an die Latte (47.) – und der starke Oliver Batista Meier zwang Werder-Keeper Luca Plogmann zu einer Glanzparade (50.). Die Bremer wehrten sich nach Kräften, kämpften aufopferungsvoll und wagten sich auch mal nach vorne. Doch dort fehlte dann das Durchsetzungsvermögen.

Die Bayern machten es besser – allerdings mit tatkräftiger Unterstützung eines Bremers. Patrick Osterhage verlor an der Mittellinie unnötig den Ball. Die Bayern konterten. Evinas Schuss wehrte Plogmann gerade noch so ab – allerdings nach vorne. Und so spitzelte Zylla die Kugel geschickt zum 1:0 über die Linie (75.) Benedict Hollerbach machte dann in der Nachspielzeit nach einer verunglückten Rückgabe von Merten Hiller alles klar für die Gastgeber.

Schierenbeck: „In der neuen Saison greifen wir wieder an“

Werder-Coach Marco Grote präsentierte sich wie alle Bremer als fairer Verlierer und urteilte: „Wir müssen anerkennen, dass wir verdient verloren haben. Im Verlauf des Spiels konnten wir nicht so gut verteidigen. Wir mussten viel hinterherlaufen, hatten nicht viel Ballbesitz. Bayern war auch wirklich richtig gut.“

Am Abend sollte es mit dem Flieger zurück nach Bremen gehen. Dann ist erstmal Urlaub angesagt. „Das haben sich die Jungs verdient“, sagte Schierenbeck: „In der neuen Saison greifen wir wieder an. Das Finale war wirklich ein tolles Erlebnis, das würden wir gerne wiederholen.“ Vielleicht klappt es ja dann mit der ersten Deutschen Meisterschaft einer Bremer U17.

Werder Bremen U17: Plogmann - Rorig, Rieckmann, Osterhage, Hackethal, Gruev, Schneider, Poznanski, Philipp (80. Memisevic), Quarshie (54. Hiller), Ihorst.

Werders U17: Harter Kampf, hängende Köpfe

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