Werder Bremen-Profi Christian Groß richtet den Blick nach dem 1:1 gegen Sandhausen nach vorne und freut sich auf den Vergleich mit dem FC St. Pauli.
+
Werder Bremen-Profi Christian Groß richtet den Blick nach dem 1:1 gegen Sandhausen nach vorne und freut sich auf den Vergleich mit dem FC St. Pauli.

Werder-Lehren aus dem Sandhausen-Match

Einfach weitermachen: Werder blickt nach dem Remis gegen Sandhausen selbstbewusst aufs Topspiel gegen St. Pauli

Bremen – Die Frage tauchte am Sonntagnachmittag auf, kaum dass der Schlusspfiff erklungen war, und eine Antwort auf sie – um das direkt vorwegzunehmen – war im ersten Moment gar nicht so einfach zu finden. Das war Spielern und Fans, war Beobachtern und auch den direkt Beteiligten gleichermaßen anzumerken. Einerseits herrschte im Weserstadion nämlich große Enttäuschung vor, klar, denn Werder Bremen hatte sich im Vorfeld natürlich mehr vom Heimspiel gegen den SV Sandhausen versprochen als dieses maue 1:1. Andererseits war da aber auch die an sich gute Leistung der Bremer, die letztlich sogar zur Rückkehr an die Tabellenspitze gereicht hatte – was wiederum die Frage nach der Einordnung der Partie derart kompliziert machte.

Punkt gewonnen? Chance vertan? Mut getankt? Oder doch Rückschlag kassiert? Irgendwie traf das alles zu. Zwar nicht vollumfänglich, aber doch zumindest ein wenig. Auch aus der Analyse von Werder Bremens Cheftrainer Ole Werner war das später herauszuhören, ehe der 33-Jährige noch am Sonntagnachmittag für die Öffentlichkeit einen Haken an die Partie machte – und den Blick auf das bevorstehende Topspiel beim Drittplatzierten FC St. Pauli (Samstag, 13.30 Uhr) richtete.

„Wir ärgern uns, dass wir uns gegen Sandhausen nicht belohnt haben – fertig“, sagte Ole Werner, „und ab jetzt schauen wir auf St. Pauli, denn jeder weiß, dass es ein Spitzenspiel in einer ganz außergewöhnlichen Atmosphäre wird“. In der Tat darf dem Duell zwischen den beiden Topteams der 2. Bundesliga sechs Spieltage vor Saisonschluss der berühmte richtungsweisende Charakter attestiert werden, denn der Sieger wird auf jeden Fall einen großen Schritt in Richtung Aufstieg machen. „Jetzt kommen die Stunden der Wahrheit“, sagte Werder Bremens Verteidiger Anthony Jung, dessen Trainer kategorisch ausschloss, dass das Remis gegen Sandhausen am Millerntor noch irgendeinen negativen Einfluss auf seine Mannschaft haben könnte.

Werder Bremen-Trainer Ole Werner: Hätten gegen Sandhausen zwei Punkte mehr verdient gehabt

„Wenn das Sandhausen-Spiel ein Rückschlag war, dann nur in der Hinsicht, dass wir zwei Punkte mehr verdient gehabt hätten“, hielt der Trainer des SV Werder Bremen fest – und betonte: „Nach all den Rückschlägen, die diese Mannschaft in der laufenden Saison schon erlebt hat, ist ein 1:1 nach einer sehr vernünftigen Leistung etwas, mit dem wir sehr gut umgehen können“, sagte Ole Werner. Vor allem, um das noch einmal zu betonen, weil Werder nach dem 23. Spieltag zum zweiten Mal in dieser Saison die Tabellenführung übernommen und demnach rechnerisch aktuell die besten Chancen auf den Aufstieg hat. Und weil die Mannschaft vor und während der Partie einmal mehr unter Beweis gestellt hatte, dass sie auch mit ungemütlichen Situationen umzugehen weiß.

Gegen den SV Sandhausen fehlte Werder Bremen erstmals in dieser Saison die komplette Stammbesetzung der Dreierkette, auch Mitchell Weiser stand noch nicht wieder zur Verfügung. Und gegen Sandhausen, das bis dato viertbeste Team der Rückrunde (!), hätte es nach dem 0:1 durch Pascal Testroet (64.), das wie aus heiterem Himmel fiel, auch komplett in die Hose gehen können. „Wir haben aber eine gute Antwort darauf gefunden“, sagte Ole Werner und meinte das 1:1 von Marvin Ducksch (73.). Ein Treffer, der übrigens für ein kleines Kuriosum sorgte: Als Werder nach dem 23. Spieltag erstmals auf Platz gesprungen war, hatte ebenfalls ein enttäuschendes Remis dafür gesorgt: das 1:1 im Heimspiel gegen Ingolstadt.

Werder Bremen: Vorbereitung auf den FC St. Pauli startet am Mittwoch - Christian Groß freut sich auf den Kiezclub

Am Mittwoch werden die Bremer nun nach einem freien Tag mit der Vorbereitung auf das St.-Pauli-Spiel starten, in der Hoffnung, dass der eine oder andere verletzte Abwehrspieler rechtzeitig vor der Partie zurückkehrt – zumal Anthony Jung gesperrt fehlen wird. „Die Situation ist jetzt gerade so, das müssen wir abschütteln“, forderte Christian Groß, der als Kapitän und Abwehrchef des SV Werder Bremen bereits seit drei Spieltagen den an der Wade verletzten Ömer Toprak vertritt – und sich schon jetzt auf den Vergleich mit dem Kiezclub freut: „Wir haben uns die Situation, in der wir jetzt sind, hart erarbeitet. Ich glaube, vor einem halben Jahr hätte noch niemand die Prognose gewagt, dass wir in einer sehr guten Ausgangsposition zum FC St. Pauli fahren.“

Schon gelesen? Erster Neuzugang für den SV Werder: Dikeni Salifou wechselt im Sommer an die Weser!

Zur Erinnerung: Nach dem 2:2 im Hinspiel gegen den SV Sandhausen – damals noch und Trainer Markus Anfang – war Werder Bremen mit 15 Punkten auf Tabellenplatz zehn abgerutscht, und der Rückstand auf den damaligen Spitzenreiter St. Pauli hatte stolze zehn Zähler betragen. „Jetzt ist die Situation gut für uns“, hielt Christian Groß fest. Und an dieser Stimmung, da ist sich sein Trainer sicher, wird das 1:1 vom Sonntag nichts ändern: „Wir werden wieder hoch motiviert zu Werke gehen und natürlich gut vorbereitet sein. Niemand wird dann mehr an Sandhausen denken“, sagt Ole Werner. (dco)

DIE DEICHSTUBE ALS KOSTENLOSE APP

Die DeichStube gibt es jetzt auch als kostenlose App. Einfach downloaden!

Kommentare