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Der Frust ist groß: Hängende Köpfe bei den Spielern von Werder Bremen nach der 1:2-Erstrunden-Niederlage von 2016 im DFB-Pokal gegen die Sportfreunde Lotte. 

Die Bremer und das Aus in Runde eins

Frühes Favoritensterben im DFB-Pokal - Werder hält Negativrekord

Von Marcel Schwenk. Ein Ausscheiden im DFB-Pokal-Derby gegen Atlas Delmenhorst am Samstag (20.45 Uhr) wäre schon eine faustdicke Überraschung. Aber aufgepasst: Werder Bremen führt eine wenig erfreuliche Statistik an.

Werder Bremen ist, zusammen mit dem Nord-Rivalen Hamburger SV, der Verein, der am häufigsten als Bundesligist in der ersten DFB-Pokal-Runde scheiterte. Die DeichStube blickt zurück. 

1963/64: Werder Bremen – FC Schalke 04 (1. Liga) – 0:2 

Im Duell der Bundesligisten setzen sich die „Königsblauen“ mit 2:0 im Weserstadion durch. Zum 1:0 trifft Manfred Berz, zehn Minuten vor dem Ende erzielt Klaus Matischak den zweiten Treffer des Tages. Werder scheidet aus, Schalke ist eine Runde weiter.

1964/65: 1. FSV Mainz 05 (2. Liga) – Werder Bremen – 0:1 

Ein Jahr später müssen die Bremer im Stadion am Bruchweg bei Mainz 05 antreten. Der Zweitligist bereitet Werder Probleme und gewinnt letztendlich durch einen Treffer von Ulrich Meyer mit 1:0. Die Grün-Weißen scheiden zum zweiten Mal in Folge ohne eigenes Tor in der ersten Runde aus.

1967/68: SV Röchling Völklingen (2. Liga) – Werder Bremen – 4:2 

Drei Jahre später verliert Werder erneut die erste Partie im DFB-Pokal. Beim 4:2-Sieg des Zweitligisten Röchling Völklingen erzielen Jürgen Martin und Josef Christ jeweils einen Doppelpack für den Außenseiter. Für die Grün-Weißen treffen Bernd Rupp und Werner Görts. Das dritte Erstrunden-Aus innerhalb von fünf Jahren steht somit fest.

1970/71: Fortuna Düsseldorf (2. Liga) – Werder Bremen – 1:3 n.V.

Wieder ein Zweitligist, der das frühe Pokal-Aus von Werder Bremen besiegelt. Zwar schafft es Arnold „Pico“ Schütz in der 89. Minute, die 1:0-Führung durch Dieter Herzog auszugleichen, doch in der Verlängerung schlagen Rainer Geye und erneut Dieter Herzog für die Fortuna zurück. 1:3 heißt es am Ende aus Sicht der Bremer.

1975/76: Werder Bremen – Borussia Mönchengladbach (1. Liga) – 0:3

Härter hätte es kaum kommen können. Der amtierende Meister Borussia Mönchengladbach reist zum Pokalspiel an die Weser. Das Team um die Weltmeister Berti Vogts, Rainer Bonhof und Jupp Heynckes lässt den Grün-Weißen keine Chance – Werder wird mit 0:3 aus dem Stadion geschickt. Für Gladbach treffen Henning Jensen und Herbert Wimmer, außerdem unterläuft Rudi Assauer ein Eigentor zum zwischenzeitlichen 0:2.

1986/87: Alemannia Aachen (2. Liga) – Werder Bremen – 7:6 n.E.

Insgesamt 240 Minuten versuchen die beiden Mannschaften, einen Sieger zu ermitteln. Wie damals noch üblich findet ein Entscheidungsspiel statt, wenn es in der ersten Partie nach 120 Minuten noch Unentschieden steht. Und auch im zweiten Spiel kann keine Mannschaft ein Siegtor erzielen - das Elfmeterschießen muss also die Entscheidung bringen. Beim Stand von 7:6 tritt Torwart Dieter Burdenski an – und verschießt. Aachen ist weiter, Werder tritt die Heimreise ohne Erfolgserlebnis an.

1994/95: FC Bayern München II (3. Liga) – Werder Bremen – 2:1

Duelle mit dem deutschen Rekordmeister sind keine Seltenheit – mit der zweiten Mannschaft des FC Bayern München allerdings schon. Nur drei Mal trafen die beiden Teams bisher aufeinander, immer in der ersten Runde des DFB-Pokals. Den zwei Werder-Siegen steht die Niederlage aus der Saison 1994/95 gegenüber. Im Stadion an der Grünwalder Straße unterliegen die Grün-Weißen mit 1:2. Immerhin: Bereits ein Jahr später können die Bremer Revanche nehmen und mit einem 1:0-Erfolg in die zweite Runde einziehen.

2006/07: FK Pirmasens (3. Liga) – Werder Bremen – 5:3 n.E. 

Die Werder-Startelf dieser Erstrunden-Partie liest sich wie eine Legenden-Elf. Auf dem Platz stehen unter anderem Miroslav Klose, Diego, Frank Baumann, Petri Pasanen und Naldo. Aber der FK Pirmasens zeigt sich widerstandsfähig und schafft es, ein 1:1 ins Elfmeterschießen zu retten. Dort versagen den Bremern dann die Nerven. Ivan Klasnic und und Hugo Almeida verschießen, die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf verliert und scheidet aus.

2011/12: 1. FC Heidenheim (3. Liga) – Werder Bremen – 2:1 

Der Auftakt in einen drei Jahre währenden Erstrunden-Alptraum beginnt mit dem Gastspiel beim 1. FC Heidenheim. Werder verliert verdient mit 1:2. Ein Tiefpunkt in einer schwachen Partie ist ein verschossener Elfmeter von Marko Marin. Nach dem Spiel entlädt sich der Frust der mitgereisten Anhänger – der Mannschaftsbus wird mit Bierdosen beworfen und „Allofs raus“-Rufe sind zu hören. Der Sportdirektor darf aber bleiben.

2012/13: Preußen Münster (3. Liga) – Werder Bremen – 4:2 n.V.

Wieder ein Drittligist, wieder ist die Erwartungshaltung klar: Der Einzug in die zweite Runde soll perfekt gemacht werden. In Erinnerung bleibt der Jubel von Eljero Elia nach seinem Traumtor zum 1:0. Auf dem Boden sitzend, die Hände um einen imaginären Controller geschlossen, als würde er seinen Treffer auf der Spielkonsole nochmals erzielen. Geholfen hat es nicht, Werder verliert mit 2:4 nach Verlängerung und scheidet zum zweiten Mal in Folge in der ersten Runde aus. Das Schreckgespenst hatte an diesem Tag einen Namen: Matthew Taylor. Der US-Amerikaner erzielte drei Tore.

2013/14: 1. FC Saarbrücken (3. Liga) – Werder Bremen – 3:1 n.V. 

Der Alptraum geht weiter – Werder Bremen scheidet auch die dritte Saison in Folge in der ersten Runde des DFB-Pokals aus. Nach 90 Minuten steht es noch 1:1, doch in der Verlängerung besiegelt Saarbrücken mit einem Doppelschlag binnen sieben Minuten das Bremer Ausscheiden. 3:1 heißt es am Ende für den Drittligisten. Danach kochen die Emotionen hoch - ein Platzsturm der Bremer Fans kann gerade noch verhindert werden.

2016/17: SF Lotte (3. Liga) – Werder Bremen – 2:1 

Das letzte Aus in der ersten Pokalrunde ist noch nicht lange her: Vor drei Jahren unterliegt Werder mit 1:2 in Lotte. In einem hart geführten Spiel geraten die Grün-Weißen früh in Rückstand, Zlatko Junuzovic kann aber noch vor der Halbzeit ausgleichen. Nach dem 1:2 in der 54. Minute tun sich die Bremer schwer, Fin Bartels sieht zehn Minuten vor dem Ende wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Es fällt kein Tor mehr. Das Pokal-Aus in Lotte markiert den Beginn einer Niederlagenserie, die Trainer Viktor Skripnik am Ende seinen Job kostet.

Mehr News zu Werder Bremen

Nur ein Neuzugang, dafür mit dem Kapitän der U23: Die voraussichtliche Aufstellung von Werder Bremen gegen Atlas Delmenhorst. Vor dem DFB-Pokal-Spiel gegen Atlas hat sich Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen schon bei den Delmenhorstern entschuldigt.

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