Taktikbesprechung beim Testspiel: Wen lässt Trainer Markus Anfang bei Werder Bremen gegen Hannover 96 spielen?
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Taktikbesprechung beim Testspiel: Wen lässt Trainer Markus Anfang bei Werder Bremen gegen Hannover 96 spielen?

Was kann Werders System?

Das neue Werder in der Taktik-Analyse: Das sind die Stärken und Schwächen von Anfangs favorisiertem 4-3-3-System

Bremen – Während der Vorbereitung auf die neue Saison hat sich deutlich abgezeichnet, wie die Taktik des neuen Werder-Trainers Markus Anfang aussieht: variabel und offensiv. Dabei favorisiert der 47-Jährige ein 4-3-3-System, was sich als Konstante durch alle sieben Testspiele zog. Es ist eine Formation, von der sich Werder Bremen viele Vorteile erhofft, aber auch eine, die Schwachstellen aufweist. Eine Taktikanalyse.

Bereits bei seinen vorherigen Stationen in Kiel, Köln und Darmstadt favorisierte Markus Anfang das 4-3-3, experimentierte aber auch mit 4-2-3-1- und Dreierketten-Varianten. Klar ist: Das 4-3-3 besticht durch seine Variabilität. Werder Bremen kann damit den Gegner in einem hohen Pressing mit drei Stürmern anlaufen, sich aber auch in einem 4-1-4-1 zurückziehen. Die Außenstürmer pendeln zwischen den Flügeln und dem Zentrum, sodass den Bremern beide Wege offenstehen: mit schnellen Doppelpässen über die Flügel oder mit Kombinationen durch das Zentrum.

Wie wichtig Markus Anfang diese Variabilität ist, zeigte sich in der Vorbereitung. Seine Bremer kennen nicht nur einen Weg, um aus der Abwehr heraus vor das gegnerische Tor zu kommen. Flache Kombinationen durch das Zentrum sind genauso möglich wie lange Bälle hinter die gegnerische Kette. Im Spielaufbau zeichnen sich bereits erste Muster ab, für die Anfang auch bei früheren Stationen stand. Übt der Gegner keinen Druck aus, lässt Werder den Ball vergleichsweise lange in der Viererkette laufen. Rückt der Gegner etwas vor, verschärfen die Innenverteidiger sofort das Tempo. Sie spielen den Ball entweder flach auf die Achter oder sie jagen einen langen Ball auf die Außenstürmer.

Werder Bremen vor dem Zweitliga-Start: Markus Anfang setzt auf ein 4-3-3-System

Das Spiel über die Flügel dürfte generell ein größeres Thema werden als es in den vergangenen Spielzeiten der Fall war. Die Außenverteidiger werden aktiver in den Spielaufbau eingebunden, die Außenstürmer erhalten öfter hohe Zuspiele. In der Vorbereitung traf Werder häufig nach Angriffen über die Flügel. Auch in den beiden abschließenden Testspielen gegen Feyenoord Rotterdam (3:3 und 1:2) wollte Werder am Samstag mit Variabilität überzeugen. Defensiv wechselte das Team zwischen hohem Pressing und einem tiefem 4-1-4-1. Offensiv spielten die Bremer ihre eigenen Angriffe mal blitzschnell, mal geduldig aus. In beiden Spielen legte Feyenoord aber auch Schwachstellen bei Werder Bremen offen.

Das Mittelfeld wirkt im Spiel gegen den Ball noch häufig unsortiert. Die drei zentralen Akteure orientierten sich recht stark am Mann. Dadurch hat Werder Probleme, dynamisch nachrückende Spieler des Gegners aufzunehmen. Die Folge: In beiden Partien fiel das 0:1 durch einen Feyenoord-Mittelfeldspieler, der dynamisch in den Strafraum sprintete. Kein Bremer fühlte sich zuständig.

Werder Bremens neues System: Ein großes Plus und ein großes Manko

Noch schwerer wogen Werders Probleme mit dem hohen Pressing des Gegners. Erstmals sah sich der Bundesliga-Absteiger während der Vorbereitung einem Gegner gegenüber, der im 4-2-3-1 fast durchgehend die Innenverteidiger presste. Die Bremer verloren viele Bälle, zahlreiche Zuspiele landeten bei Feyenoord. Besonders auffällig war, dass die Innenverteidiger von der Sechser-Position aus nur wenig Unterstützung erhielten. Dieses Problem könnte in der 2. Liga zu einem großen Manko für Werder Bremen werden. Warum? Selbst individuell schwächere Teams wie Jahn Regensburg oder Karlsruhe haben sich auf ein hohes Pressing spezialisiert.

Werder Bremens System lässt sich indes nicht endgültig beurteilen, denn jede Taktik von den Einzelspielern. Ein Beispiel dafür war in Bremen zuletzt die Linksaußen-Position: Johannes Eggestein rückte im ersten Testspiel gegen Rotterdam ständig diagonal in den Strafraum, während (der inzwischen verletzte) Leonardo Bittencourt sich im zweiten Testspiel hingegen häufig im Zehnerraum anbot. Heißt: Die Statik verändert sich, je nachdem, welche Spieler Anfang aufstellt.

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