Die Serie des SV Werder Bremen: „Ein Jahr zweite Liga – Die Werder Doku“ bietet spannende und exklusive Einblicke in die Kabine, die es in dieser Form noch nie zu sehen gab. (Archivbild)
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Die Serie des SV Werder Bremen: „Ein Jahr zweite Liga – Die Werder Doku“ bietet spannende und exklusive Einblicke in die Kabine, die es in dieser Form noch nie zu sehen gab. (Archivbild)

Werder-Star Bittencourt verrät

„Auch in Dortmund hat es wieder geknallt“: Wie Werders Profis die reinigende Energie einer Kabinen-Streitigkeit nutzen

Bremen – Es gibt ja nicht viele Dinge, die das Bremer Fußballherz im Moment negativ belasten könnten. Zu genüsslich ist schließlich noch immer der Blick auf das vergangene Wochenende und die mitreißende Aufholjagd des SV Werder in Dortmund. Doch da ist diese eine Kleinigkeit, die in den Hinterköpfen herumschwirrt – zumindest im Team und beim Trainerstab. 

Amos Pieper etwa hatte schon unmittelbar nach dem Auftritt beim BVB einen nicht ganz unwesentlichen Nebensatz gesagt: „Aber wir haben trotzdem wieder zwei Gegentore bekommen“, meinte der Innenverteidiger und schüttelte verärgert den Kopf. Das war schon in den beiden vorherigen Partien gegen Wolfsburg und Stuttgart passiert. Und das schmeckt den Protagonisten nicht wirklich. Kann aber auch neue Kräfte freisetzen. „Wir versuchen, eine aktive Spielweise zu haben, weil das unseren Spielern liegt. Grundsätzlich macht es ja auch mehr Spaß, wenn du das Heft des Handelns in deiner eigenen Hand hast“, meint Trainer Ole Werner. „Aber wichtig ist für uns, dass wir es auch schaffen, tiefstehend gut zu verteidigen. Das haben wir bisher ganz gut geschafft, nicht viel zugelassen. Aber trotzdem ist es so, dass wir in jedem Spiel zweimal hinter uns greifen mussten.“ Und deshalb betont der Trainer des SV Werder Bremen: „Es gibt also noch genug zu tun.“

Wieder Kabinen-Streit: Auch beim BVB kracht es beim SV Werder Bremen - und es hilft

In Dortmund war den Werder-Profis eine zwischenzeitliche Unzufriedenheit vor allem kurz vor der Pause anzusehen. Nach einer ersten Hälfte, in der Werder Bremen dominierte und defensiv gut stand, lag die Werner-Elf aufgrund einer Unachtsamkeit doch zurück. Weil Jens Stage von Marco Reus mit in den Strafraum gezogen wurde, Marco Friedl den späteren Torschützen Julian Brandt nicht richtig angriff und auch der in Reichweite stehende Christian Groß keine Anstalten eines Rettungsversuches unternahm. Die Folge waren deutliche Gesten zwischen den Spielern, Friedl holte sich gar einen kleinen Rüffel von Leonardo Bittencourt ab. Wenig verwunderlich also, dass es wenige Augenblicke später nicht nur beim Gang in die Kabine Redebedarf gab, sondern auch in den Katakomben.

„In Dortmund hat es auch wieder geknallt“, gestand Bittencourt nun mit ein paar Tagen Abstand. Das „wieder“ bezog sich auf Streitereien der vergangenen Saison, die in der Werder-Doku „Ein Jahr Zweite Liga“ festgehalten wurden. Bittencourt war nun nach dem Auswärtssieg beim BVB Gast des Podcasts „Kicker meets DAZN“ und schilderte dort, dass er die lauteren Töne alles andere als schlimm finde. Vielmehr seien sie reinigend. „Das passiert bei uns jede Halbzeit, dass wir uns klar die Meinung sagen“, verriet er. „Das liegt daran, dass wir uns so gut verstehen und es uns direkt ins Gesicht sagen können, wenn man mal mit dem anderen nicht zufrieden ist. Und da wird es dann auch mal laut – und das passiert so lang, bis der Trainer kommt und sagt, dass es reicht und wir es nicht übertreiben sollen.“

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Bei Werder Bremen knallt es regelmäßig in der Kabine: Wie die Mannschaft von Trainer Ole Werner daraus positive Energie zieht

Und so hat Ole Werner es auch in Dortmund wieder getan. Seine Spieler erst einmal den ganzen Frust rausbrüllen lassen, ehe er die Mannschaft mit einer sachlichen Analyse wieder auf Kurs bringen wollte. „Er hat ein sehr gutes Händchen dafür“, lobte Bittencourt seinen Coach. Eine Garantie für einen guten Ausgang der Partie gibt es deshalb zwar noch lange nicht, aber den Spielern hilft es offenkundig dabei, mit Rückschlägen umzugehen. Als Gemeinschaft. Selbst wenn – wie zuletzt in Dortmund – sogar noch eine weitere Nachlässigkeit in einem eigentlich guten Spiel zum zwischenzeitlichen 0:2 aus Sicht des SV Werder Bremen führt. „Das ist dann auch bitter zu schlucken in solchen Momenten“, gestand Amos Pieper, „aber spätestens dann, wenn es zum Anstoß geht, dann sind wir alle wieder dabei und sagen: ,Kommt Jungs, weiter daran glauben, weiter unser Spiel spielen.‘“ Am vergangenen Wochenende hat man eindrucksvoll gesehen, was daraus entstehen kann. (mbü) Schon gelesen? Verfolgt das Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt im DeichStube-Liveticker!

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