Coach Markus Anfang überlässt die Wahl für den neuen Kapitän von Werder Bremen der Mannschaft.
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Coach Markus Anfang überlässt die Wahl für den neuen Kapitän von Werder Bremen der Mannschaft.

Wer wird neuer Werder-Kapitän?

Neue Demokratie bei Werder: Anfang lässt den Kapitän wählen

Bremen – In etwa zehn Tagen steht eine ganz besondere Wahl beim SV Werder Bremen an – die des Kapitäns. Und der wird überraschend nicht vom Trainer ausgewählt, wie es die Vorgänger von Markus Anfang in diesem Jahrtausend stets gemacht haben, sondern von der Mannschaft.

„Ich fand das schon als Spieler angenehm, wenn ich das Gefühl hatte, ich kann den Kapitän mitbestimmen“, erklärt Anfang. Auf den Hinweis, dass die Mannschaft einen Spieler bestimmen könnte, mit dem er vielleicht nicht so gut klar kommt, reagiert der Coach mit einem breiten Grinsen: „Diesen Spieler gibt es nicht.“ In der Vergangenheit ist es bei Werder Bremen Tradition gewesen, dass die Trainer ihre Kapitäne selbst bestimmen. So hatte es Thomas Schaaf mit Frank Baumann gemacht, später auch mit Torsten Frings, Per Mertesacker und Clemens Fritz. Letzterer wurde dann von Robin Dutt im Amt bestätigt, genauso wie von Viktor Skripnik. Als Fritz seine Karriere im Sommer 2017 beendete, entschied sich Alexander Nouri für Zlatko Junuzovic, der allerdings schon ein Jahr später Werder verließ. Florian Kohfeldt wählte Max Kruse als neuen Kapitän aus und nach dessen Weggang ein Jahr später Niklas Moisander.

Werder Bremen lässt den Kapitän erstmals von der Mannschaft wählen

Der Nachfolger des Finnen, der nach Schweden gewechselt ist, wird nun erstmals wieder von den Teamkollegen gewählt. „Am Ende muss die Mannschaft das Gefühl haben, wer sie aufs Feld führen soll. Das ist schon wichtig“, erklärt Anfang. Allerdings bestimmt er gemeinsam mit seinem Trainerteam zwei bis drei Spieler für den Mannschaftsrat des SV Werder Bremen auf. Aus dem Team dürfen für die Wahl dann weitere Vorschläge kommen. Wer anschließend die meisten Stimmen erhält, ist der neue Werder-Kapitän. Der Mannschaftsrat soll letztlich aus fünf oder sieben Spielern bestehen – inklusive Kapitän. Anfang spricht von „Zugpferden“, die er sich in diesem Gremium wünscht, und sieht in der Wahl durch die Mannschaft überhaupt kein Problem: „Meistens deckt sich das doch mit unseren Ideen.“

Der Kapitän bei Werder Bremen könnte nach dem 31. August wieder ein anderer sein

Nur eines bereitet dem neuen Coach etwas Sorgen: „Ich kann noch nicht sagen, wer der Kapitän nach dem 31. August sein wird.“ Dann schließt das Transferfenster – und fast jeder Werder-Spieler ist in diesem Sommer ein Verkaufskandidat und könnte von jetzt auf gleich weg sein. Für Kevin Möhwald gilt das eher nicht, er will grundsätzlich bleiben. Der 28-Jährige ist wohl auch deshalb der Topfavorit der Fans. In einer nicht-repräsentativen Umfrage der DeichStube (26.400 abgegebene Stimmen) sprachen sich bis Sonntagabend (18 Uhr) fast 44 Prozent der Teilnehmer für Möhwald als neuen Kapitän aus. Dahinter folgen Jiri Pavlenka und Ömer Toprak (beide rund 13,5 Prozent) und Niclas Füllkrug (rund 12 Prozent). (kni)

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